Tansania und Sansibar hautnah 06/2009

Safari-JeepVon Schotterpisten, Gnu-Schwärmen und alten Kaffeeplantagen

Wissen kann man sich anlesen. Um jedoch die Atmosphäre und Natur eines Landes oder einer Region beschreiben zu können, sollte man schon einmal dort gewesen sein. Auch deshalb begeben wir uns regelmäßig auf Erkundungsreisen in den südlichen und östlichen Teil Afrikas. Ende Mai/Anfang Juni war unsere Mitarbeiterin Claudia Sohm in Tansania und Sansibar unterwegs. Hier ihr Bericht:

 

Tansania und Sansibar hautnah

 
Tansania ist ein Land der Vielfalt und Rekorde. Dies beginnt schon bei den Sprachen. Insgesamt 127 werden in der Vereinigten Republik Tansania, wie das Land offiziell heißt, gesprochen. Aber keine Angst, mit Englisch kommt man sehr weit. Ansonsten hilft Swahili weiter. Mit knapp einer Million Quadratkilometern ist Tansania zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland. Auf dieser Fläche befinden sich atemberaubende Zeugnisse der Erdgeschichte – Vulkane, Gräben oder auch Berge. Wie dem Kilimanjaro, mit 5895 Metern der höchste Berg Afrikas. Die Serengeti, der tropische Küstenabschnitt und ein unglaublicher Tierreichtum – all das und viel mehr ist Tansania. Ich war gespannt, einen Teil dieser Vielfalt zu erleben.

Begonnen hat meine Erkundungsreise in Berlin. Von hier ging es mit Swiss Air über Zürich nach Dar es Salaam. Am Flughafen habe ich problemlos die Einreiseformalitäten erledigen können - für mein Visum musste ich 50 US$ in bar bezahlen und schon gings Richtung Flughafenausgang.

In Dar es Salaam haben meine acht Mitreisenden und ich im Möwenpick Hotel übernachtet. Dieses kann ich wärmstens empfehlen. Schon allein die kulinarischen Köstlichkeiten haben mich vollkommen überzeugt. Es gab hier jede Menge Bars, sogar welche für Kuchen und Sandwiches. An unserem Anreisetag war zudem Barbecue-Abend, so dass meine Reise einen wirklich exzellenten Start hatte.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Flieger nach Arusha. Der dortige Airport ist für Europäer ein wirkliches Abenteuer: Man landet auf einer Schotterpiste und nimmt den Weg zum Flughafengebäude querfeldein zu Fuß. Auch die Gepäckbeförderung geht etwas unkonventioneller vonstatten. Aber geklappt hat alles und außerdem macht das „manuelle Buchungssystem“ es möglich, dass man sich seinen Sitzplatz im Flugzeug selber aussuchen kann. Nach einer zweistündigen Fahrt kamen wir dann in der Tarangire Sopa Lodge im Tarangire Nationalpark an. Sie war für die nächsten zwei Nächte unsere Herberge.

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Tarangiri Sopa Lodge

 

Tarangiri Sopa Lodge - Swimming Pool

Der kommende Tag stand ganz im Zeichen einer Pirschfahrt. Ich war sehr gespannt, auf das, was kam, denn schließlich wollte ich nicht nur Hotels, sondern auch echtes Wildlife erleben. Die Fahrt haben wir in zwei Toyota Land Cruiser, die in einem guten Zustand waren, unternommen. Sie zeigten sich auch bei unbefestigten Pisten als bequem und man konnte bis zu einer Körperhöhe von 1,90 Meter im Stehen Ausschau halten. Hier hatte man dann auch das Gefühl von „Uhuru“, von Freiheit, wie es auf Swahili heißt. Zu beobachten gab es im Tarangire Nationalpark eine Menge: Vorwiegend Elefanten und Antilopen. Als sich einmal ein relativ junger Elefant zwischen unsere beiden Fahrzeuge drängelte, blieb mir fast das Herz stehen. Es war zwar keine gefährliche Situation, aber aufregend war es schon, so hautnah dabei zu sein. Es ist wirklich wie im Film. Vor allem wenn man daran denkt, wie unwirklich diese Situation im eigenen Alltag wäre...
Ein sehr leckeres Mittagessen gab es unterwegs im Restaurant des Tarangire Treetops. Die Unterkünfte aus Zeltplanen sind hier, wie der Name verrät, fast alle in Bäume integriert.

 

badende Elefanten im Tarangire NP.jpg

Giraffen im Tarangire NP.jpg


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Löwe in Ngorongoro.jpg


Tag vier begann mit einer fünfstündigen Fahrt – Tierbeobachtungen inklusive - vorbei am den Ngorongoro Nationalpark auf dem Weg zur Serengeti. Hier weilten wir für zwei Tag in der Serengeti Sopa Lodge. Sie liegt im südwestlichen Teil, am Fuße des Nyarboro Berges. Beim Namen „Serengeti“ werden sicher bei jedem sofort Assoziationen hervorgerufen. Und wie in den Grzimek-Filmen kann auch ich sagen: „Serengeti darf nicht sterben.“, denn sie ist wunderschön. In der Sprache der Masai bedeutet sie „unendliches Land“. Und warum dies so ist, wurde mir sehr schnell bewusst. Allerspätestens als wir am nächsten Morgen zu unserer nächsten Pirschfahrt aufbrachen. Geschätzte und gleichzeitig unvorstellbare 1,6 Millionen Großtiere leben in der Region. Vor allem Gnus, Antilopen und Zebras. Während unserer abenteuerlichen Fahrt verfärbte sich der Horizont plötzlich mit einem Mal vollkommen schwarz. Ein Anblick, der etwas bedrohliches und zugleich unglaublich faszinierendes hatte. Der Guide erklärte uns, dass ungefähr 70 – 80.000 Gnus für dieses Naturschauspiel sorgten. Eine Dimension, die für uns alle nur schwer zu fassen war und immer noch ist.
Mittag gab es unterwegs im Serengeti Migration Camp. Angenehm in Erinnerung geblieben ist mir hier das sehr zuvorkommende Personal. Da wir in der Nebensaison dort waren, blieb der ganz große Trubel aus. Übrigens, wer die Serengeti aus der Luft erleben möchte, hat dazu bei einer Ballonfahrt die Gelegenheit.


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Flusspferd in der Serengeti.jpg

 

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Die Ngorongoro Sopa Lodge nahmen wir am nächsten Tag unter die Lupe und blieben dort für die kommenden Nächte. Auch sie konnte uns mit Ausstattung und Komfort überzeugen. Spannend ist vor allem auch ihre östliche Lage am Fuße eines kollabierten Vulkans. Im Preis sind somit romantische Sonnenuntergänge mit enthalten. In den Krater des Vulkans begaben wir uns am Folgetag. Bei dieser Pirschfahrt gab es wieder Wildlife der Extraklasse zu erleben. Von Büffeln, Zebras, Gnus über Elefanten, Gazellen, Leoparden, Flusspferden bis hin zu Löwen war alles dabei. Es ist schon komisch, man zählt dies auf wie nach einem Tierparkbesuch und war stattdessen aber mitten in der Natur. Das Wetter spielte übrigens dabei wie in den Tagen zuvor mit: Tagsüber war es angenehm warm bei ungefähr 25 bis 30 Grad Celsius, morgens und abends sank das Thermometer auf rund 15 Grad.


Ausblick von der Ngoronogoro Sopa Lodge.jpg

 

Ngorongoro Sopa Lodge.jpg

 

Sonnenuntergang - Ngorongoro Sopa Lodge.jpg


Nach der Besichtigung der Plantation Lodge und von The Manor at Ngorongoro hieß es am folgenden Tag Abschied nehmen, denn während sich meine Mitreisenden auf den Heimweg begaben, wollte ich mir in den nächsten zwei Tagen noch möglichst viele Unterkünfte auf Sansibar ansehen. Zuvor besichtigten wir jedoch die Arusha Coffee Lodge. Die Lodge liegt rund fünf Minuten vom Domestic Airport entfernt. Wie der Name bereits verrät, nächtigt man hier in einer traditionellen Kaffeeplantage, die noch bewirtschaftet wird. Die stilvollen Bungalows befinden sich inmitten der Kaffeepflanzen. Das Essen war hier wieder einmal vorzüglich.

Auf Sansibar schlief ich drei Nächte in der Hakuna Matata Beach Lodge. Hier fühlte ich mich gleich wie Zuhause. Man wurde sehr herzlich aufgenommen und das Essen war einfach nur klasse. Ich schreibe viel vom Essen, aber ich möchte behaupten, das Essen ist mancherorts mindestens genauso spektakulär wie die Natur. Besonders an die Desserts denke ich hier wehmütig zurück... Die kommenden zwei Tage habe ich mich dann folgenden Unterkünften gewidmet: Das Matemwe Beach Village. Dies ist eher etwas für den schmalen Geldbeutel, jedoch keineswegs unansehnlich. Etwas hochwertiger ist das Tanzanite Beach Ressort. Vier Sterne haben die Matemwe Bungalows und sind damit von den drei Herbergen eindeutig die komfortabelsten. Diese Unterkünfte liegen allesamt an der Nord-/Nordost-Köste.


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Hakuna Matata Beach Lodge.jpg

 

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Massagebereich der Matemwe Bungalows.jpg

 

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Dicht beieinander liegen auch drei weitere Anlagen, die ich mir an der Ostküste angesehen habe. Der Breezes Beach Club ist eine sehr große und sehr moderne Unterkunft. Naturgemäß geht es hier etwas anonymer zu. Das Casa del Mar besteht aus zwei Haupthäusern mit 14 Zimmern und ist damit eine kleine aber feine Unterkunft. Hier kann man sehr preiswert aber dennoch komfortabel übernachten. Luxuriöser geht es da schon bei Hakuna Majiwe zu. Hier verbringt man seinen Urlaub in gut ausgestatteten Bungalows. Ein Tipp: Wer auf Sansibar einen Strandurlaub verbringen möchte, sollte sich für Unterkünfte an der Nord- oder Ostküste entscheiden.

Zurück ging es mit der eher spartanisch ausgerüsteten Fähre von Sansibar nach Dar es Salaam. Die Überfahrt dauerte rund zwei Stunden und kostete in der „Business Class“, der Begriff ist ja nirgendwo geschützt..., 40 Dollar. Ein etwas abenteuerlicher Abschluss meiner Reise, doch alles in allem konnte ich viele neue Eindrücke gewinnen, um Ihnen wichtige Tipps für Ihre nächste Afrika-Reise geben zu können.

Wenn Sie also ein Land mit einer mannigfaltigen Tierwelt, einmaligen Naturschauspielen undspektakulären Weiten, Tälern und Bergen erleben möchten, wenn Sie Tradition, Kultur und Wandel sehen und dabei trotzdem entspannen möchten, kurz, wenn Sie einen unglaublichen Urlaub erleben wollen, kann ich Ihnen Tansania wärmstens empfehlen.

Sprechen Sie mich an, ich schwärme gern weiter!

Ihre Claudia Sohm