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Im August 2011 waren Regina und Peter Katzenberger auf Erkundungstour durch Namibia und Botswana, was sie dabei erlebt haben lesen Sie hier ...

1. Tag
Flug von Stuttgart über München, Johannisburg nach Windhoek. Der Aufenthalt in Windhoek ist nach der unbequemen Nacht im Flieger ermüdend. Beim Flug von Johannisburg nach Windhoek offenbart sich uns zum ersten Mal ein Blick über die Landschaft, mit der wir uns die nächsten Tage bekannt machen. Weite Flächen mit Sand und Steppengras, ab und zu ein Baum, Gestrüpp, wenig Behausungen und ellenlange, gerade Sandpisten sind von oben auszumachen. In Windhoek am Gepäckband sind wir begeistert, als unser Gepäck unversehrt auftaucht. Bei der Autovermietung bekommen wir entgegen unserer Reservierung ein 4x4 Fahrzeug, gerade mal mit 7000 km. So können wir sehr gelassen die 40 km nach Windhoek fahren, unsere nette Unterkunft aufsuchen und unser Zimmer beziehen. Da der Spätnachmittag angebrochen ist, machen wir uns sofort zu einer Stadtrundfahrt auf. Wir fahren die Independence Avenue entlang, schauen uns die Kolonialgebäude von Willi Sander an - den Gatemanns Complex, die Christuskirche, den Tintenpalast und die Heinitzburg. Schon beim Tintenpalast geht die Sonne unter, an der Heinitzburg dämmert es. Im Dunkeln suchen wir den Restauranttipp von Herrn Venter, Joes Beerhouse, das Muss für alle Touris. Trotz Stadtplan suchen wir eine Weile, immer wieder landen wir in der Independance Avenue. Aber schließlich sitzen wir am Tisch, das Bier ist lecker, mein Burger ebenfalls und Peters Kudu-Steak butterzart. Mit unseren italienischen Tischnachbarn und später mit den französischen kommen wir ins Gespräch. Europa verreist. Wir sind beide sehr müde, als wir in uns in die Uhland Street zurückziehen. Nicht in die Uhlandstraße in Tübingen, sondern die in Windhoek. Die Anwesen hier sind mit Mauern umgeben und mit einem elektrischen Zaun zusätzlich gesichert. Wir kommen uns vor, als ob wir einen Hochsicherheitstrakt betreten. Das ist gewöhnungsbedürftig.
2. Tag
Es gibt um 8.00 Uhr eine leckeres Frühstück mit selbstgebackenem Brot, Obstsalat, Gurken, Tomaten, Käse. Gestärkt fahren wir los, mit einem Abstecher zu einem Supermarkt, wo wir Äpfel, Nüsse, Kekse und Wasser kaufen. Dann geht es nach Süden, zunächst durch die Anas-Berge bis nach Rehoboth. Hier verlassen wir die geteerte BA1 und fahren über Kobos, Klein Aub, Büllsport in die Naukluftberge. Die Landschaft wirkt karg und wirkt zunehmend noch rauer. Wenig später erreichen wir unsere erste Gästefarm, Betesda. Wir checken ein und buchen eine Sundow-nerfahrt durch einen kleinen Teil der Naukluftberge. Um 16.30 Uhr geht es los, wir sind allein mit einem weißen Führer. Wir sehen unsere ersten Oryxantilopen, sonst verstecken sich alle Tiere. Die Landschaft in der abendlichen Dämmerung ist atemberaubend, der Blick auf die Berge, die wie hingestreut im Tal vor uns liegen. Eine ungeheurere Weite eröffnet sich vor unseren Augen, eine Stille umfängt uns und wir sitzen friedlich hier und genießen die Abendstimmung.
Die Fahrt zurück fährt unser Fahrer im Dunkeln und die Landschaft versinkt langsam im Dämmer. Zurück duschen wir und anschließend geht es zum Abendessen im geschmackvollen reetgedeckten Gästehaus. An den Nachbartischen sitzen vorwiegend Reisegruppen, italienisch dringt an unser Ohr. Den Abend beschließen wir mit einen kleinen Spaziergang, das Kreuz des Südens wollen wir sehen und den malerischen Vollmond. Später in der Nacht fegt ein Wind ums Haus, heftige Böen rütteln an den Fenstern.
3. Tag
Um 5.30 Uhr klingelt der Wecker. Diese frühen Zeiten werden uns weiterhin begleiten. Wir machen uns fertig, gehen zur Rezeption und trinken einen Tee und dazu gibt es einen zwiegebackenen Keks, „Rusk“. Wir erhalten eine Frühstücksbox und los geht es zum berühmten Dünengebiet Sossusvlei. Die Fahrt dorthin, mit der aufgehenden Sonne und dem untergehenden Mond berührt uns tief. Wir passieren Springbockherden, die friedlich grasen. In Sesriem gilt es, unser Permit zu holen, das dauert ein wenig, mit uns wollen noch andere in den Park. Doch dann kann es losgehen. Weiterhin fegt uns Wind um die Ohren, beziehungsweise ums Auto und in der Ferne verschwindet die morgendliche Klarheit und weicht einer Mischung aus Dunst und Sand. Bei der Düne 45, sie ist 45 km von Sesriem entfernt, halten auch wir. Diese Düne ist die am bestzugänglichste der großen, roten Dünen. Peter klettert ganz hinauf, für mich ist es mit meinem Knöchel zu anstrengend. Ich schaffe ¾ des Wegs. Dann geht es weiter, die letzten 6 bis zum Dead Vlei. Bis dorthin kommt der Tsauchab River, dann versickert er im Wüstensand. Dieser letzte Abschnitt ist nur mit Allradfahrzeug zu erreichen und Peter probiert seine Fahrkünste mit dem 4x4 aus. Es klappt prima, nur kurz scheint auf dem Hin- und Rückweg der Sand die Räder zu verschlingen und das Auto fährt nur mit Mühe weiter. Peter erklimmt am Dead Vlei eine weitere Düne, was offensichtlich auch ihn sehr anstrengt. Nicht einmal mein Winken nimmt er wahr. Zurück machen wir Halt in Sossuspoort, einem Aussichtspunkt. Hier haben wir einen super Blick über das Flusstal, die Dünen und die Naukluft Berge. Zum Schluss fahren wir noch zur Elim-Düne. Auch hier ist der Blick über die unendliche Weite, die roten Farbspiele, zu Herzen gehend und wir können uns kaum losreißen. Aber uns lockt Teatime in Sesriem, wo wir die Reste aus dem Frühstückspaket zum Tee essen. Beim Sand und der Hitze erfrischt nichts besser als eine Tasse Tee, finden wir. Dann geht es zum Sesriem Canyon, dort hat sich der Tsauchab River eingegraben. Hier ist es nach der Hitze des Tages angenehm kühl. Nach der Wanderung geht es zu unserer nächsten Unterkunft, Weltevrede Guest Farm, wo wir nochmals mit Tee und leckeren Brownies empfangen werden. Wie herrlich ist es, geduscht auf der Terrasse auszuspannen und mit den Zimmernachbarn über Reiseerlebnisse zu plaudern. Mit Sandbildern satt, haben wir später nur noch Hunger auf das leckere Essen, Gemüsesuppe, Salatvariationen, Springbockauflauf und Citrustrifle.
4. Tag
Nach dem Frühstück machen wir einen Spaziergang von der Lodge Richtung Berge. Schon flimmert die Hitze, aber die Luft ist noch klar. Es tut gut, die Landschaft, durch die wir meist gefahren sind, mit allen Sinnen zu erfahren. Wie es riecht, die Luft sich anfühlt, der trockene Boden, die karstigen Steine, sobald man sich auf einen Berg begibt. Es ist alles wüstenhaft, karg und in der Kargheit faszinierend. Zurück von unserem kleinen Ausflug kommen wir mit den Besitzern ins Gespräch, sie bewässern die Bepflanzung, die Enkel, die Söhne helfen. Beim Spaziergang haben wir die Einfachsthütten der schwarzen Beschäftigten gesehen, Kinder spiel-ten im trockenen Gelände. Wir fragen nach der Beschulung der Kinder. Die weißen Kinder gehen auf eine Privatschule hinter Mariental, ca. 300 km entfernt und werden jeweils zum Wochenende nach Hause geholt. Die Schwarzen gehen ebenfalls auf eine Schule hinter Mariental. Die Apartheid ist abgeschafft, aber in den Köpfen bestehen die Trennungen weiter. Um 10.00 Uhr kommen wir los, um 11.00 erreichen wir die Tankstelle in Solitaire. Wir erfahren, dass vor 10 Minuten der Diesel ausgegangen ist. Wir kennen das Auto nicht und bezweifeln, dass die Tankfüllung bis nach Walvis Bay reiche. Also beschließen wir schweren Herzens, nach Sesriem die 80 km zurückzufahren, zu tanken und wieder 80 km zurück nach Solitäre. Und das bei größter Mittagshitze. Unsere dunkle Stimmung muntert die Stimme Afrikas auf, Miriam Makeba, eine Doppel-CD, die wir beim Flughafen erstanden haben. Ebenfalls aufmunternd wirkt später der Apfelkuchen vom Bäcker in Solitaire. Ein riesiges Stück mit ganz vielen Äpfeln schmeckt einfach göttlich. Der Bäcker, ein Weißer, bäckt schon seit 17 Jahren und verkauft laut seinen Angaben 250 kg Ap-felkuchen Tag für Tag. Es halten hier alle und laben sich an diesem unwirtlichen Platz mit Paradieskuchen. Die kleine Station ist skurril. Es gibt einen kleinen Laden mi ausgestopftem Löwen und Zebrakopf. Auf einer Schiefertafel entdecken wir den Spruch: Riots in Athens, Riots in London, nothing in Solitaire. Wir müssen nun weiter, sonst kommen wir nicht bei Tageslicht aus der Wüste. Die Fahrt führt uns durch den Kuiseb Canyon, eine wirklich gigantische Landschaft mit wilden Felsformationen. Später geht es wieder kerzengerade durch steinige Wüste. Wir fahren im nachmittäglichen Licht. Trotz Zeitknappheit machen wir eine Teepause am Vogelfederberg, einem Granithügel, der unerwartet aus der Wüste ragt. In Walvis Bay fahren wir zur Lagune und hoffen, Flamingos zu sehen. Leider verstecken sich diese vermutlich weiter draußen am Pelican Point. Hier am Atlantik fahren wir im abendlichen Seenebel durch Walvis Bay und durch weitere Feriensiedlungen, die zu dieser Jahreszeit völlig verlassen sind. Wir laufen schließlich um 18.30 Uhr bei Dunkelheit in Swakopmund ein, die Wirtin vom Swakopmund Guesthouse wundert sich über unsere späte Ankunft. Sie reserviert uns für heute und morgen Abendessenstische, doch zunächst duschen wir und gewöhnen uns an die Zivilisation. Schon bei der Einfahrt nach Swakopmund wirkten die vielen Lichter, Autos, Häuser nach der großen Weite der Wüste bedrohlich. Unseren heutigen Abendessenstisch finden wir in der Jetty-Landungsbrücke, sehr edel und unter den Tischen gibt es Sichtfenster zum Ozean. Kühl ist es hier, wir waren vorgewarnt und so bin ich froh über meine vielen Kleiderlagen. Der Weg zurück ist unheimlich. Die Anwesen werden bewacht und die Wächter stehen jeweils an den Mauern, z.T. tratschend mit dem Wachpersonal des nächsten Gebäudes. Seltsame Gesellschaft.
5. Tag
Stadtlärm weckt uns. Beim Frühstück erledigen wir unsere Kartenschreibpflichten und auf geht es zum Stadtrundgang, in die befremdliche Stadt mit den deutsche Spuren, Woermannhaus, Bahnhof, Altes Amtsgericht. Ein Bummel macht Lust auf Kaffee, aber das gerühmte Café Anton ist uns zu verplüscht „deutsch“. Wir landen im Village Café, wo wir von einer charmanten schwarzen Bedienung von der Straße aus reingelockt werden. Gestärkt für die Nachmittagsunternehmung geht es los zum „Welwitschia Drive“. Zunächst fahren wir durch flache Flechtenwüstenfelder. Wir starren erstaunt über die Moon Landscape, über die Hügel und Täler, eine Landschaft die der Swakop-River vor langer Zeit eingegraben hat. Als wir ans Flussbett kommen ist alles grün und vielfältig. Wir schauen uns neugierig die hässlichen „Welwitschia mirabilis“ an, Pflanzen die manchmal über 1000 Jahre alt sind. In der Abenddämmerung geht es zurück, zunächst zum Tanken. Peter ist begeistert von der schwarzen Bedienung, die charmant den Tank randvollmacht und uns fragt, ob wir aus Germany East or West kommen. Abends gehen wir zu Erichs Restaurant, einem Deutschen, der seit 20 Jahren hier ein Lokal betreibt. In der Küche kochen mindestens 8 Schwarze, Arbeitskräfte sind hier nach wie vor „günstig“. Es schmeckt sehr lecker, Fischsuppe und anschließend „the catch of the day“.
6. Tag
Heute geht es nach Cape Cross, wo zwischen 100 000 und 200 000 Ohrenroben unsere Ankunft erwarten. Was wir zu sehen bekommen, übersteigt meine/unsere Erwartungen. Robben soweit das Auge reicht, dicht nebeneinander, grunzend, blökend, stöhnend und stinkend. Viele planschen, tummeln sich fröhlich im Wasser, lassen sich mit den Wellen treiben, purzeln mit den Wellen und paddeln wieder an Land. Lebensfreude pur schwappt über die Besuchermauer und ich freue mich vergnügt an ihnen. Ich kann nur lachen, mich mit freuen – was für ein Glück.
Dann schließt sich eine lange Fahrt an, die zunächst öde ist, zunehmend wird es grüner. Die „White Lady“ lassen wir links liegen, leider. Wir hatten den Robben den Vortritt gelassen. Beides hätten wir zeitlich nicht geschafft. Um den Brandberg stehen kleine Verkaufshütten, in denen rohe Halbedelsteine verkauft werden, bei manchen bieten sich afrikanische Frauen als Fotomotiv an, z.T. Hererofrauen, z.T. barbusige Himbas. Aber wir rauschen durch und schauen nach Elefanten, Warnschilder weisen auf sie hin; weit und breit ist keiner zu sehen. Wir checken in der Damara Mopane Lodge ein, einer relativ großen Hotelanlage. Mir gefallen kleine Guestfarmen besser. Aber nach einem Tee und einer Dusche ist es einfach nur schön. Zum Sundowner geht es ein kleines
Stück den Berg hoch, der Blick zur Sonne ist ergreifend. Auch hier sind Gespräche mit anderen Reisenden angesagt, ein Paar macht „unsere Tour“ in entgegengesetzter Richtung und sie erzählen mit leuchtenden Augen von ihren Tierbegegnungen. Der Manager der Lodge schildert den erfolgreichen Start der Lodge, erst seit 10 Monaten gibt es sie. Elefanten hat er jedoch keine gesehen. Das leckere Abendessen genießen wir im Eingangsbereich der Lodge.
7. Tag
Heute geht es nach Twyfelfontain zu den Felsgravuren (2400- 6000 Jahre alt). Wir sind kurz nach 7.00 Uhr unterwegs und die dreistündige Fahrt in der Morgenkühle und Klarheit ist herrlich. Die Weite weitet auch mich. In Twyfelfontain werden wir von Annalisa zu den Felsmalereinen geführt und wir sehen Elefanten, Giraffen, Nashörner, Antilopen, Zebras und den einzigartigen Löwen der menschliche Pranken hat und ebenfalls eine menschliche Hand am abgeknickten Schwanz aufweist. Anschließend geht es zu den Basaltsäulen, die sich wie Orgelpfeifen aufreihen. Dahinter ragt der „Burnt Mountain“, ein Berg aus geschwärztem Kalkstein und schwarzem Dolorit, der aussieht, als ob vor kurzem ein Feuer gewütet hätte. Jedoch entstand diese g eologische Formati-on vor 100 Mio. Jahren. Wir vespern bei der Aba-Huab Lodge, an einem Flusslauf gelegen, unter einem schattigen Baum. Hier lässt sich die mittägliche Hitze gut aushalten. Nahe dieser Lodge gibt es ein Living Desert Museum. Damaras zeigen, wie sie früher gelebt haben. Wir entscheiden uns für den Bushwalk und ein englisch sprechender Führer übersetzt was eine „klickende“ Damara über die einheimischen Pflanzen zu sagen hat, wie Duftstoffe gewonnen wurden, Heilmittel erstellt werden, was essbar ist, was nicht. Ein schöner Jüngling zeigt uns, wie gejagt wurde. Dann geht es zum „Petrified Forest“, wo versteinerte Baumstämme, die ca. 250 000 Jahre alt sind, manchmal halb unter dem Sand, manchmal ganz sichtbar, herumliegen. Bei der Abfahrt werden wir gefragt, ob wir jemand nach Khorixas mitnehmen könnten. So erfahren wir in der nächsten halben Stunde von einer lebhaften Damara, wie viel sie als „Cleaner“ verdient (800 namibische Dollars, was wir für 2 Abendessen ausgeben), von ihrer alkoholkranken Mutter, ihren 2 Kindern, den Klicklauten und vom Tod ihres Bruders (er wurde von einem Elefanten totgetrampelt). Sie amüsiert sich, wie wir in einem Land leben können, das so dicht besiedelt ist. Das frage ich mich bei dieser Weite leider auch. Zurück in der Damara Mopane Lodge gibt es Tee, eine Dusche, Sundowener und Abendessen. In was für einem Luxus dürfen wir leben.
8. Tag
Nachts wache ich zweimal panisch auf. Offensichtlich beschäftigen mich die Begegnungen des Vortags sehr und ich bin froh, als ich früh aufstehen kann. Wir sind die ersten beim Frühstück, noch ist nicht das ganze Frühstücksbuffet bestückt. Heute geht es zum Etosha Park, über Kamanjab, durch eine gottverlassene Gegend. Es gibt ärmliche Blechfarmhütten, ein paar Ziegen oder Kühe, dazwischen offensichtlich von Weißen geführte Farmen, die Namen deuten darauf hin. Auf der Straße sehen wir eine giftige Puffotter, ein italienischer Reiseführer, den wir in der Damara Mopane Lodge kennengelernt haben, weiß den Namen. Auch er hält mit seiner Reisegruppe an. Außerdem sehen wir Warzenschweine, Affen und Springböcke. Nach Kamanjab geht es zum Galton Gate. Wir lassen uns registrieren und zahlen später an der Rangerstation. Nach weiteren 40 km sind wir im Dolomite Camp. Während dieses kleinen Stücks Weges sehen wir Giraffen, eine 14 köpfige Elefanten Herde und Peter ruft bei der ersten Giraffe aus, unglaublich, es gibt sie wirklich. Im Dolomite Camp erwartet uns Luxus pur. Wir werden mit einem Aperitif empfangen. Wir bewohnen ein eigenes Häuschen, mit Reetdach und Zeltwänden und geschmackvollst mit naturgölten Möbeln eingerichtet. Das schönste ist ein Balkon mit Blick über die Ebene und auf ein Wasserloch. Wir sehen schon beim Tee trinken Giraffen, Zebras und Elefanten. Wow! Um 14.30 beginnt unsere erste Game – Tour, 3 ½ Stunden lang. Wir werden zu 4 Wasserlöchern gefahren und sehen Zebras, Giraffen, Elefanten, Springböcke und Oryxe, leider kein Nashorn. Bei unserer Gruppe sind 2 italienische Familien mit 4 Kindern, so ist Leben im Fahr-zeug. Abends geht es zum Duschen. Das Essen geht so, besonders der Service ist gewöhnungsbedürftig. Das Camp existiert erst seit 2 Monaten und die Organisation benötigt Einübung und Normierung. 
9. Tag
Als der Wecker um 5.30 Uhr klingelt und es draußen kuhnacht ist, will ich gar nicht aufstehen. Ein bisschen bin ich von allem satt. Heute werden wir alleine Wasserlöcher abfahren, 150 km lang.
Am schönsten ist es am Renostervlei- Wasserloch. Ganze Zebraherden kommen angetrabt, Giraffen stehen friedlich dazwischen, Springböcke, Vögel und alle teilen sich friedlich das erfrischende Nass. Nach 5 Stunden Schauen und Fahren sind wir zurück und ich habe einen „freien“ Nachmittag zum Tagebuchschreiben, Lesen und Rumgammeln vor mir. Bei einer Tasse Tee auf dem Balkon, wunderbar ist in allen Lodges der obligatorische Wasserkocher mit den Teebeuteln, kommt eine Elefantenherde mit einem ganz kleinen Elefant angezockelt. Der Kleine soll offensichtlich baden und wird liebevoll ins Wasser getrieben. Anfangs trabt er immer wieder angewidert weg. Aber er hat keine Chance, er muss offensichtlich rein. Er findet es dann vergnüglich und lässt sich das Bad gefallen. Peter badet ebenfalls im kleinen Schwimmbad, ich genieße weiterhin die Ruhe. Der Sonnenuntergang ist herrlich, ebenfalls das Nachglühen. Beim Abendessen weht ein unerbittlicher Wind und alle frieren ein bisschen.
10. Tag
Das Aufstehen fällt uns von Tag zu Tag schwerer, aber natürlich schaffen es wir auch heute. Um 7.30 Uhr kommen wir los, gestärkt vom opulenten Frühstück. Heute liegen über 300 km nach Halali vor uns. Auf dem Weg dorthin klappern wir jedes Wasserloch ab. Nach dem 9. Wasserloch, Sonderkop, geschieht das Ungeglaubte, 2 Löwen sitzen im Gras, sehen wohlgesättigt aus und gähnen uns an. Es ist klar, wer hier Chef im Ring ist, die zwei schauen uns interessiert an, gehen dann aber wieder ihres Wegs, beziehungsweise sitzen weiterhin geruhsam im Gras und verdauen. Ein erhebender Augenblick für uns und ein echtes Geschenk. Vergnügt fahren wir weiter. Die Fahrt zieht sich, ein Märchenwald vor Okaukuejo entpuppt sich als enttäuschend, bzw. vor lauter Mittagshitze sehe ich nicht auf der Karte, dass die seltsamen Moringabäume nach der Straße abgezäunt stehen und man weiter hinten in einen Mopanewald kommt. Überhaupt ist die Fahrerei ermüdend, da Aussteigen nicht erlaubt ist und wir beide wesentlich mehr Bewegungshunger haben. Gereizt fahren wir in Okaukuejo ein, tanken und vespern am umzäunten Wasserloch. Hier ist nicht viel los, in der Ferne ziehen Giraffen vorbei.
Bei der Weiterfahrt nimmt der Wind zu, die Sonne verschwindet hinter dem Staub und am Lookout an der Etosha-Pfanne ist es sehr unwirtlich. Der Sand fegt uns um die Ohren und in die Augen und nur eine weiße Fläche, die im Staub versinkt, ist zu sehen. Bei den weiteren Wasserlöchern ist auch nichts los, auch die Tiere mögen den Wind nicht. Um 16.30 Uhr checken wir in Halali ein, unser Zimmer ist mäßig, wir sind verwöhnt. Peter geht schwimmen und geht nach dem Duschen zum dortigen Wasserloch. Ich komme erst um 18.00 Uhr nach und verpasse den Besuch des Nashorns. Wir sitzen noch eine Weile und ein Leopard erscheint zum Trinken. Schön. Das Abendessen zurück am Camp ist mit einem Kudusteak recht schmackhaft. Nochmals ein Blick beim Wasserloch, lässt einen Blick auf einen weiteren Leoparden zu.
11. Tag
Heute weht kein Wind, es ist klar und sonnig. Bei der Weiterfahrt sehen wir in der Pfanne 2 riesige rosarote Wolken, Flamingos in großen Mengen. Wenn es hier Tiere gibt, dann oft in unerwarteter Anzahl. Was bei einigen Wasserlöchern heute nicht stimmt, oft ist nichts los. Das ändert sich nahe Namutoni. Bei Kalkheuel steht eine riesige Elefantenherde, 29 Elefanten, die hier alle ganz friedlich trinken. Nach einiger Zeit ertönt ein Trompetenstoß und alle Elefanten machen sich auf in Richtung Straße. Ein Safariwagen und 2 PKW wenden schnell. Peter macht keine Anstalten, es ihnen gleich zu tun. Die schwarze Masse steht nun machtvoll vor uns und Peter merkt endlich die Gefahr und wendet ebenfalls. Er hatte, wie in Trance, auf diese faszinierenden Tiere geschaut. Beim nächsten Wasserloch, Chudop, döst eine ganze Löwenfamilie im Schatten. Wir starren, wie auch andere, entzückt auf sie. In Namutoni beziehen wir ein absolutes Luxus-Chalet, das total geschmackvoll eingerichtet ist. Unser Kofferträger führt uns ebenso begeistert in die Feinheiten des Chalets ein. Wir fahren um 15.00 Uhr weiter zur Fishers Pan, wo wir Flamingos hoffen zu sehen. Die Pan ist ausgetrocknet und nur wenige Antilopen ziehen durch. So locken uns ein weiteres Mal die Löwen. Nun sind 6 Löwenbabys auszumachen und 2 Löwinnen. 4 balgen, schmusen, lecken sich gegenseitig, einer will eigentlich von einer Löwin gesäugt werden, diese will jedoch ihre Ruhe und stößt das Junge immer wieder grob weg, eines schläft.
Trotz Löwenshow merke ich, dass ich heute zu lange im Auto saß. Ich fühle mich gerädert und mein Kopf dröhnt. Das Duschen tut mir gut und später das Abendessen.
12. Tag
Wir fahren nochmals zu den Löwen. Heute liegen 2 nahe dem Wasserloch und sehen aus wie Bettvorleger. Wir nehmen Abschied von Etosha. Heute liegen 400 km vor uns. In Tsumeb gehen wir ins Art & Craft- Zentrum, ich kaufe 2 kleine Holztiere. In Grootfontain besichtigen wir das Fort und besteigen den Turm. Außerdem sehen wir uns den gesammelten Krempel an, von einer alten Rührmaschine über Filmvorführapparate, bis hin zu wunderschönen Fotos von Himbas.
Wir trinken unseren Tee vor dem Fort und weiter geht es. Halbwegs zwischen Grootfontain und Rundu müssen wir über die Animal Disease Frontier, einer Desinfektionsschleuse, damit für die reichen Farmer im südlichen Teil keine Maul- und Klauenseuche droht. Schlagartig ändert sich das Bild. Kleine Hüttendörfer reihen sich am Rand der Straße aneinander, Brennholz, Reetgras, Töpferwaren, Geschnitzes wird verkauft. Dazwischen können Erfrischungen und Fleisch am Haken gekauft werden. Frauen tragen ihre Lasten auf dem Kopf, Wassereimer, Wasserkanister und Mehlsäcke. Kinder rennen gemeinsam einem Ball nach oder spielen mit selbstgebastelten Drahtfahrzeugen. Alles wirkt für uns fremd und wir trauen uns gar nicht anzuhalten.
So sind wir schon um 15.00 Uhr in der Hakusembe Lodge und wir buchen für 16.00 Uhr eine Fahrt auf dem Kawango. Mit uns fährt eine Familie mit ihren 4 Kindern und ein sehr freundlicher Afrikaner zeigt uns unsere ersten Krokodile, Leguane und für uns fremde Wasservögel. Die Krokodile liegen faul am Ufer, daneben waschen sich ganze Familien für die Nacht im Flusswasser, Kinder winken. Ein wunderschöner Sonnenuntergang scheint sich ganz für uns allein vor unseren Augen zu entfalten. Das Abendessen findet im Haupthaus statt, draußen ist es richtig kalt, drinnen sehr gemütlich. Als ich schließlich im Bett bin, dringen afrikanische Trommeln an mein Ohr - dunkles, geheimnisvolles Afrika.
13. Tag
Nach der frischen Nacht und einem entspannten Aufstehen um 6.15 Uhr – die Tage zuvor war es immer früher - Frühstück, geht es nach Rundu. Wir benötigen Bargeld und gehen auf die Suche nach einer Bank. Wir sehen außer uns keine Weißen mehr. Zunächst fahren wir an einem Coffinsupply vorbei, an überdachten und offenen Märkten, Supermärkten und schließlich finden wir die Bank. Hier sind wir wirklich Fremde Weiter geht die Fahrt entlang vieler kleiner Siedlungen, die allesamt sehr aufgeräumt, geordnet wirken. Peter hält ab und zu an und fotografiert aus der Ferne das dörfliche Leben. Nach 200 km haben die Popa-Falls erreicht, hier fällt der Kavango über einen kleine Felsstufe, gerade mal 4 Meter. Ein Führer begleitet uns durch das Gelände, über wackelige Brückchen und durch Gebüsch. Das ist rasch erledigt und so sind wir schon um 13.00 Uhr im Ngepi Camp. Wir können eine Nacht ein traumhaftes Baumhaus, oberhalb des Kavangos schwebend, beziehen. Wir sitzen auf unserer Terrasse, schreiben Tagebuch, am gegenüberliegenden Ufer trinken Elefanten und im Wasser schnaubt ein Hippo. Mir wird schon bange beim Geräusch, denn wir haben für den Spätnachmittag eine Fahrt mit einem Mokoro, dem traditionellen Einbaum, gebucht. Schwimmwesten und genaue Instruktionen erreichen, dass ich ganz entspannt im Mokoro sitze und mich übers Wasser schippern lasse. Zunächst geht es flussaufwärts zu einer Insel, hier hofft unser Guide auf Hippos zu treffen und tatsächlich liegen 7 Hippos friedlich im Wasser. Dann geht es flussabwärts in ein Sumpfgebiet mit wunderschönen Seerosen und kleineren weißen Blüten, viele Vögel werden uns erklärt, aber wir sind nicht die Vogelnarren. Das abendliche Leben ist vielfältig, das Abendessen wird gefischt, Wasser geholt.
Auch für uns gibt es später Abendessen, für mich vegetarisch, hippolike …
14. Tag
Nach dem Sunrise zwischen unseren Zehen mit Blick auf den Kavango und dem Sunrisefrühstück (Eier, Speck, Toast) geht es zum Villagewalk mit Bonnyface. Wir werden zunächst ca. 1 km den Fluß runter geschippert, vorbei an Krokodilen. Dann geht es zu Fuß weiter, landeinwärts, zu seinem eigenen Dorf. Seine Mutter und seine Schwestern warten auf uns und uns wird gezeigt, wie Hirse gespelzt wird und Erdnüsse sortiert werden. Bonnyface‘ ältere Schwester mopst sich sein Handy. Überhaupt sehen wir auf der einen Seite traditionelles Leben und auf der anderen Seite den Einzug des 21. Jahrhunderts. Wir schauen uns Bonnyface‘ in Entstehung begriffenen Haus an, gebaut auf Baumstämmen, geflochten Zweigen, die mit Mörtel aus Termitenhügeln ausgefugt werden. Zum Schluss wird es ein Dach aus Reetgras erhalten. In eine Hütte werfe ich einen Blick rein, einzig eine Schlafmatte liegt auf dem Boden. Anschließend machen wir einen Rundgang um die Siedlung rum. Wir kommen an wunderschönen, alten Bäumen vorbei, uns wird eine Shebeen gezeigt, wo Bier verkauft wird und kleine Quanten an Grundnahrungsmittel und Reinigungsmitteln (z.B. winzige Packungen Waschpulver). Sie ist fest verrammelt und geschützt vor Diebstahl. Auf unserem Rückweg posieren Cousinen von Bonnyface, Fotos dürfen wir machen, wenn wir einen Abzug mit der Post schicken. Die Bilder des Vormittags sind so bewegend, der direkte Kontakt mit der Armut, dass ich wieder gegen eine unbestimmte Angst anzukämpfen habe. Die Kontraste sind richtig schwer zu verarbeiten und immer das „Warum“ wir alles haben, auf Kosten von …
15. Tag
Heute geht es weiter, 250 km Richtung Kongola. Die Fahrt ist zunächst langweilig, so lese ich aus unseren Reiseführern die Kapitel über Stämme, das Leben, Kultur, Frauen in Namibia vor. Langsam sind wir beide offen, Einzelheiten aufzunehmen. In Kongola zweigt die Straße Richtung Camp Kwando ab. Als wird dort ankommen, herrscht brütende Hitze und die weiße Frau an der Rezeption ist nicht erfreut, uns zum Chalet führen zu müssen. Das Chalet liegt direkt am Fluss, wir trinken Tee und essen furchtbar schlechtschmeckende Kekse, die wir unterwegs in einem Supermarkt gekauft haben. Am späteren Nachmittag machen wir uns zum Dorf Lizauli auf, eine Kooperative, die das ehemalige Dorfleben zeigen will. Es sieht alles geschlossen aus, dann kommt der englisch sprechende Führer angelaufen und bietet uns eine Führung an. Was uns erwartet, ist Show pur. Vom Mahlen der Hirse, ich verzichte auf die Vorführung und Peter entgeht dadurch die Trennung Spreu und Korn, über Instrumentenkunde, Hühnerhaus, Fallenstellung, Tanz und Medizinmann, alles wird uns vorgeführt. Mir gefällt am besten das Instrument, das die Töne eines Hippos nachmacht und zur Jagd verwandt wurde. Die Medizinmannvorführung ist für uns lächerlich, besonders als er mich auswählte und mir zu verstehen gibt, dass unsere Reise bis zu diesem Zeitpunkt glücklich verlaufen ist und hoffentlich glücklich enden wird. Das hoffe ich auch.
Außergewöhnlich glücklich macht mich auf alle Fälle das Abendessen, ich bin hungrig, Kudu mit Senfrelish, Huhn und Nudeln und Schokoküchlein mit Vanillesoße. Lecker.
16. Tag
Heute fühle ich mich verschnupft und habe mal wieder genug vom Reisen. Ich hatte meine Nachtcreme beim Outdoor-Waschbecken vergessen und als Peter sie aus dem Sumpf zieht, ist sie ganz zerfressen. Später entdecke ich, dass auch meine Unterhose und Socken angenagt sind. So angenagt fühle ich mich auch, schutzlos. Wir lesen, spielen und vergammeln den Vormittag. Erst um 15.00 Uhr machen wir uns auf zu eine Fahrt in den Mudumu –Park. Er war „leergejagt“, jetzt ist er wieder wildreich. Beim Ranger bekommen wir einen Plan, zunächst fahren wir südlich und entdecken eine riesige Elefantenherde, die am Fluss aufgereiht trinkt. Die kurz zuvor passierte Affenherde wirkte friedlicher. Wir verfahren uns auf der Weiterfahrt auf der Suche nach Büffeln. Das Jagdfieber nach Fototrophäen hat auch uns erwischt. Die Sonne sinkt von Minute zu Minute und es wird Zeit, dass wir aus dem Park herausfinden. Alles erscheint harmlos, als wir später beim Abendessenstisch sitzen und Varriety (Schreibweise richtig!) uns bedient. Wir hatten schon Nachmittags über die Leitung der Lodge Überlegungen angestellt. Die Lodge scheint „leiterlos“, 3 junge Weiße sitzen immer gelangweilt und teilnahmslos im Büro oder an der Bar, die Hausleitung ist erst seit 2 Wochen im Dienst, was aus einem Gespräch erschließbar ist. Die schwarze Küchenleitung hat als einzige ihren Laden im Griff. Deshalb schmeckt das Abendessen immer vorzüglich.
17. Tag

Wir kommen um 8.30 Uhr los und fahren die südliche Route der C49, zunächst parallel dem Kavango, dann am Linyanti entlang. Die Flüsse sind nicht zu sehen, jedoch am Ufer gelegenen Dörfer. Diese wirken sehr unterschiedlich, bei der südli-che Ecke sehen sie „taditionell“ aus, je weiter wie nördlich nahe Katima Mulilo kommen, sind sie moderner, was sich an gemauerten Häuschen ausmachen lässt. In Katima Mulilo tanken wir und fahren in den Stadtkern. Nur im Craft & Art Shop sehen wir Weiße. Wir kommen uns als Eindringlinge vor. Im Markt gibt es Früchte, die wir nicht kennen und Massen von getrockneten Fischen. Näherinnen nähen mit Handnähmaschinen, das ist schon sehr mühsam. Zum Glück fühle ich mich heute wieder fit, so kann ich die bunte Vielfalt genießen. Im Grenzort Ngoma, Namibia-Botswana, wird es skurril. In Namibia werden wir 3x kontrolliert, einmal müssen wir durch die schon bekannte Desinfektionswanne (Auto + Füße), zum weiteren soll ein Ausreiseformular ausgefüllt werden und beim letzten wird die an der Autoscheibe geklebte Ausreiselizenz gefordert. In Botswana möchten sie ein Einreisegebühr, sie wird in willkürlicher Höhe gefordert, von 90 – 160 N$. Wir kommen schließlich mit 130 N$ davon, Mitreisende helfen aus. Die staatliche Macht in Form des Zollbeamten wird benutzt, 40 N$ in die eigene Tasche zu befördern, auf der Quittung lesen wir 90 Pula. Uns befördert die Gebühr glücklicherweise nach Botswana und wir laufen in Kasane um 15.30 Uhr ein. Unser Zimmer in der Mowana Safari Lodge hat Blick auf den Chobe-River und ist ein bisschen herunter gewohnt, jedoch trotzdem gemütlich. Wir geben unser Auto ab. Wir buchen diverse Aktivitäten und erfahren, dass wir 100 US$ für die Einreise nach Sambia benötigen. Diese müssen wir noch besorgen. Der Tag hat uns beide geschafft. Trotzdem habe ich vor, die letzten Tage zu genießen. Der Lonely Planet schreibt: „Wem der Sinn nach einem schönen Zimmer steht und ein bisschen im Luxus schwelgen will, dem wird der Aufenthalt in Kasane zu einem unvergesslichen Erlebnis, ohne ein gefährliches Abenteuer zu machen“. Genau das habe ich vor!
18. Tag
Heute fängt der Tag noch früher an, 5.15. Unsere Game-Drive-Tour beginnt um 5.45 mit Tee und Muffins. Wir werden in den Chobe-National-Park gefahren, es ist schon reger „Safari – Verkehr“. Die Luft ist frisch und wir sehen fast die ganze Tierpallette: Büffel, Elefanten, Antilopen, Warzenschweine, Giraffen. Leider hat sich der zuvor gesehene Leopard versteckt.
Zurück schmeckt das reichhaltige Frühstück prima. Wir gehen zu Fuß nach Kasane, um die 100 US$ zu besorgen. Kasane hat eine nette Atmosphäre, es gibt kleine Marktstände, aber auch Supermärkte. Botswana ist durch seine Diamantenvorkommen derzeit reicher als die Nachbarstaaten und das ist gleich auszumachen. Nachmittags geht es zur nächsten Bespielung, einer Bootsfahrt auf dem Chobe-River. Mit uns geht eine botswanische Arbeitsgruppe an Bord, die das Thema „Anti – Korruption“ bearbeitet. Das ist sicherlich ein weites Thema, wenn ich nur an die Grenzkontrolle denke. Ich bewundere Frauenfrisuren, kunstvoll geflochten in Zöpfchen.
Tierbeobachtungen vom Boot aus ist einen neue Erfahrung. Hippos grasen zum Greifen nah vor uns, Krokodile liegen faul am Flussufer, eine Elefantenherde kreuzt den Fluss. Mir gefällt die Stimmung an Bord, Schwarze und Weiße genießen Seite an Seite die abendlich, friedliche Stimmung. Auch später beim Abendessen sitzen wir ebenso einträchtig beieinander und genießen das reichhaltige Abendessen, das auch einheimische Kost beinhaltet – weißen und hellbraunen „Papp“ und verschiedene Gemüsesoßen. Für mich ist die Würzung des Wildspinates gewöhnungsbedürftig. Mein Blick fällt auf den Mopane-Raupentopf. Ich bin neugierig, wie sie schmecken. Leider sehen sie zu exotisch aus und ich schaffe es nicht, Peter probiert eine.
Er sagt, sie schmecken lecker, jedoch mehr isst er auch nicht.
19. Tag
Heute steht der Ganztagesausflug zu den Viktoriafällen an. Kurz nach 8.00 Uhr geht es los. Zunächst werden wir zur Grenze gebracht. Unser Fahrer hilft uns bei den Formalitäten, besonders beim Ausfüllen, immer wieder fehlt eine Eintragung. Dann werden wir einem simbabwischen Führer übergeben, Michael. Er kam mit einem Bus mit anderen Reisenden zur Grenze, diese machen heute eine Tour in den Chobe-National-Park und er holt sie abends wieder ab. In der Zwischenzeit wird er uns herumfahren, 2 weitere Reisende nimmt er ebenfalls mit. Zunächst geht es zu den Falls, die Livingstone als erster Weißer 1855 mit folgenden Worten beschrieb¨“Niemand kann sich die Schönheit des Anblicks vorstellen, wenn er sie mit irgendetwas in England gesehenen vergleicht.“ Die Fälle sind wirklich unglaublich. Mit Michael laufen wir die simbabwische Seite ab. Auf der gegenüberliegenden Seite turnen Abenteuerlustige an der Kante herum, mir wird schlecht beim Zuschauen. Auf unserer Seite ist alles gemütlich, auch am Dangerpoint ist es lediglich bei Regen rutschig. Wir schauen auf den „Boiling Point“ auf den Sambesi, die Brücke und die Schlucht. Keiner lässt sich für uns auf einen Bungeesprung ein.
Zur Lunchzeit werden zur in die Ilala Lodge kutschiert. Es wird uns im Schatten ein leckerer Lunch serviert, sehr dekadent, wenn ich mir vor Augen halte, dass unser Führer für seine Tochter in der Grundschule 50 US$ für 3 Monate bezahlen muss. Nach wie vor ist Simbabwe ein instabiles afrikanisches Land. Obwohl wir nach dem Lunch gestärkt sind, sind wir nicht auf die Vielfalt des Craft-Market vorbereitet. Stand für Stand verkauft alle vorstellbaren Souvenirs, in einer Vielfalt und Schönheit, aber auch mit einer hartnäckigen Dringlichkeit von den Händlern anboten, so dass ich mir vorkommen, als müsste ich Spießrutenlaufen. Wir wollen nur weg und kaufen nichts. Peter ist abends unglücklich darüber, da er den heimischen Handel unterstützen wollte. Der nächste Stopp ist die Krokodilfarm, hier werden Krokos für die Ledergewinnung und Fleischgewinnung gezüchtet, ein abartige Angelegenheit. Hier fühlen wir uns beide ebenfalls sehr fehl am Platze, besonders als wir mit einen Babykrokodil abgelichtet werden. Wir sind froh, als wir von Michael wieder abgeholt werden. Da es noch zu früh ist, die 2 Mitreisenden sind erst in einer halben Stunde am verabredeten Treffpunkt, bringt er uns zum Viktoriahotel, das älteste Hotel am Platze. Es liegt malerisch in einem Park, von wo aus man auf die Schlucht, Brücke und auf den Sprühnebel blicken kann. Hier treffen wir zufällig die 2 Mitreisenden, so dass wir loskommen. Auf der Fahrt tauschen wir Reiseerlebnisse aus. Die Bilder des Tages wirbeln mir durch den Kopf und mir brummt im wahrsten Sinne der Schädel. Nicht mal ein Glas Weißwein in der Bar, mit wunderbarem Blick auf den Chobe-Fluss, Mondsichel und Sterne und anschließendem Essen, lässt meinen Kopf frei werden.
20. Tag
Ich bleibe deshalb auch im Bett, ich will ausschlafen, als Peter sich um 5.30 nochmals auf eine Game-Tour begibt. Ich genieße das gemütliche Aufstehen und plaudere mit den Zimmernachbarinnen und lasse mir die Fotos von der gestrigen Game-Tour zeigen. Eine Löwin hatte einen Büffel gerissen. Die Fotos sind echt beeindruckend. Peter kommt genauso stolz zurück, er hat Leoparden gesehen. Ich freue mich einfach am Nichtstun und an der nachmittäglichen Bootstour. Wir werden über den Chobe-Fluss geschippert, aber dieses mal ganz allein. Unser Führer fragt uns, was wir sehen wollen. Peter fehlen in seiner Fotosammlung noch Büffel aus der Nähe. Also gibt es Büffel satt! Was mir richtig gut gefällt sind trinkende Elefanten, die nicht den Fluss hier an dieser Stelle überqueren werden, da er zu tief ist und wir können somit ganz nah ranfahren. Was für kolossale Tiere sind doch Elefanten. Auch gefällt mir mal wieder das Leben am Fluss. Hier sitzen Menschen, die friedlich rasten oder noch das Abendessessen fischen. Alle scheinen jedoch den Sonnenuntergang zu genießen. Wir haben selten die Sonne so schön untergehen sehen.
21. Tag
Unser letzter Tag ist angebrochen und gleichzeitig unser Abflugtag. Wir packen, frühstücken, zahlen. Die letzten 3 Stunden wollen wir nochmals nach Kasane. Als wir die Auffahrt runter laufen, hält ein hoteleigener Pickup mit Hausangestellten an. Sie laden uns zur Mitfahrt auf der Ladefläche ein. Es ist luftig und lustig, so kutschiert zu werden. Wir haben solche Fahrten schon so oft aus der Perspektive aus dem Auto heraus gesehen. Ganze Großfamilien, nebst Gepäck und Haustiere werden auf diese Art und Weise von einem Ort zum anderen gebracht. Dieses Mal dürfen wir diese Transportmöglichkeit genießen. Wir schauen uns den Baobab-Baum an der Polizeistation an, der früher als Gefängnis benutzt wurde. Wir fotografieren das Leben auf der Straße, einen Barbershop und ein Carwashcenter- letzteres hat nur einen Wasserschlauch und Manpower zur Verfügung. Auf dem Weg zum Flughafen erzählt der Taxifahrer uns amüsiert, dass er von Neuankömmlingen gebeten wurde, bei Elefanten anzuhalten, an denen wir auch vorüberfahren. Wir können gut nachvollziehen, wie aufregend das ist, die ersten Elefanten in freier Wildbahn zu sehen. Jetzt haben wir sicherlich 500 Elefanten gesehen. Morgen schon werden wir sie vermissen, wir sagen Tschüss bis zum nächsten Mal!
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