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Botswana Wildlife Breakaway | Drucken |


jenman_003.jpgEs waren nur vierzehn Tage, der Rausch liegt hinter uns. Der südliche Himmel mit Sternen wie eine geplatzte Melone, der schaukelnde Mond, die nächtlichen Silhouetten, die blutrote Sonne, die sich morgens über Busch und durch Papyrus hochschraubt und in den ölglatten Fluss sein Spiegelbild wirft, alle Gesichter brennend heiß, Vögel, die allmählich die Flügelchen strecken und sich über den Fluss zurufen, sie geht auf! die Sonne die Sonne!
Krokodile legen leise Wirbel ins Wasser, Hippos matschen und schnauben und baggern kübelweise das triefende Grünzeug, in Bewegungen, die einem Güterzug gleichen. 

Das ist das Afrika der Afrikaner! Das Land der Elefanten, dieser schwarzen Berge, die wie Wände zwischen den Buschbäumen durchschwanken, an dir vorbeiziehen wie Boote. Auch die Afrikaner haben diesen Schritt, Rhythmus rechts, Hüfte links, Kopf hoch.   ...

Wir waren eine sehr nette Gruppe, und Andree unser Guide. 6 Sachsen, 2 Thüringer, Peter der Hobby-Ornithologe aus der Lüneburger Heide und ich aus Belgien, na ja, stimmt nicht ganz. Was mich betrifft, betrat ich absolutes Neuland … aber wer kommt nach Afrika, ohne von Kindsbeinen an nicht die Vorstellung des Überdimensionalen, Seltenen, Gefährlichen, Berauschenden zu haben, wo sie unter sich sind, die 5 BIG-ones, die 5 LITTLE-ones, und fast namenlosen anderen Tiere.

Eine Safari von 14 Tagen! Wenn ich also zurückblicke, kann ich mir nicht vorstellen, dass Andree nicht unser Guide gewesen wäre, so sehr sind unsere Erlebnisse mit ihm und seiner Energie verbunden. Womit ich zu dem Punkt komme, nämlich der platten Bewunderung für seine Präsenz, die eigentlich rund um die Uhr, tatsächlich 24 Stunden hindurch plante, organisierte, aus den Augenwinkeln locker, mit der Hand fest gängelte, den Speiseplan immer wieder neu erfand, auch dafür hat er Talent! Morgens, mittags und abends quoll der gedeckte Tisch über - eine Must-Safari? eine Mast-Safari!. Und das, obwohl jedes Küchengerät, Gasbrenner, Schneidebretter, Tisch und Stühle, Holz für die Feuerung, von den Bechern bis zu großen Schüsseln in geometrischer Ordnung im Anhänger gleich dem Kubik-Würfel verschachtelt verpackt mitgeführt, und in heilloser Ordnung während der Mahlzeiten über das Camping-Feld verstreut lagen. Klar- wir haben mitgekocht und 3-mal täglich Geschirr gewaschen. Am Herrenabend standen sogar Blumen auf der frischen Tischdecke. Wir wissen, dass Andree, wie der Schaffner im Zug, gleich der nächsten Reisegruppe die Hand drücken wird, und sie ebenso durch deren Entdeckungen hindurchhievt, dass er also, wie mir scheint, gleich Perlen an der Halskette mit bewundernswerter Energie eine Reise an die andere reiht. Unermüdlich? Reifen platzen manchmal, und wie steht’s mit Wasser und Öl, mit der Kuppelung, mit verdreckten Scheiben …? Wird er im Strich auch die 186. Gruppe mit so viel Schwung, mit soviel Wissen über die Vogelwelt, das Liebesleben der Säuger (Elefanten haben nur 4 Beine und nicht 5!!), über Witterung und Löwenspuren erzählen?

Wir waren wirklich eine sehr nette Gruppe. CD-Player, spiel mir afrikanische Musik!  


Helmy Sauer
2.November 2009

 

...      jetzt möcht ich mit etwas abgekühlteren Sinnen auf die Reise zurückkommen. Dabei möchte ich allen, die nicht recht den Unterschied zwischen Safari im Lodge, Safari im Zelt, und sonstigen Safaris kennen, einer wo man sich allenthalben wie Livingstone fühlt - das Gepäck von fleißigen Händen transportiert, Essen auf elegante (englische) Art in den Lodges oder im Restaurant zubereitet und serviert - sagen, dass trotz aller finanziellen Erwartungen die Gruppenkomposition das allerwichtigste eines solchen Abenteuer ist (klar, man kann sich die Mitreisenden nicht aussuchen) Aber ich breche eine absolute Lanze für die Formel Wildlife-Breakaway, nämlich, dass jeder anpacken soll, jeder mitkochen soll, jeder verantwortlich ist, ob alle Utensilien wieder klippklar nach jeder Mahlzeit verstaut sind, Zelte ihre cm3 auf dem Dach wiedergefunden haben. Verantwortlichkeit und Mitwerkeln schweißen eine Gruppe wunderbar zusammen! Manchmal kann auch was passieren ... soll nur der Guide dafür geradestehen (im Sinn : gezahlt = bedient)? Deshalb rate ich jedem aus erlebter Überzeugung und von Herzen : macht eine solche Tour! Denn die überwältigende Tierwelt Afrikas hautnahe kennenlernen, aber seinen Sitznachbarn im Cruiser oder die schwarzen Helfer kaum eines Blickes streifen (Böll sagte einmal, mit dem Zollstock im Auge betrachten), ist doch ... na ja, sagen wir, sehr borniert.
 
Helmy Sauer, Belgien
16.November 2009


 

 

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