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Botswana Wildlife Breakaway 11/2010 | Drucken |

   "Der Sinn des Reisens besteht darin, die Vorstellungen   mit der Wirklichkeit auszugleichen, und anstatt zu denken, wie  die Dinge sein könnten, sie so zu sehen, wie sie sind."
Samuel Johnson (1709-1784)

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Unsere Mitarbeiterin Kristin Glinka hat im November die Botswana Wildlife Breakaway Rundreise mitgemacht. 

Hier ihr beigeisterter Bericht:

  

… Da ich bei Venter Tours verantwortlich für Overlandtouren bin, durfte auch ich in diesem Jahr hautnah miterleben, wie so eine Tour nun eigentlich abläuft. Völlig gespannt, nervös, aufgeregt  und voller Erwartungen haben mein Freund und ich am 02.11.2010 die (lange) Reise nach Botswana angetreten. Die Botswana Wildlife Breakaway von Jenman African Safaris wartete auf mich. Dies ist eine unserer beliebtesten Touren und ich wollte natürlich wissen warum.
Nach rund 24 Stunden Unterwegssein kamen wir endlich in Victoria Falls (Simbabwe) an. Das Erste was wir dachten war: Raus aus den langen Sachen, denn bei rund 35°C sind lange Pullover und Jeans nicht zu empfehlen. 
Wir wurden dann zum Amadeus Garden Guesthouse gebracht, wo wir uns erst einmal frischgemacht und umgezogen haben, bevor es weiter zu den Victoria Fällen ging. Das Gästehaus ist sehr gemütlich, sehr familiär einfach zum Ausspannen geeignet!

 

 

Doch die Zeit hatten wir erst einmal nicht, wir wollten ja auch was sehen… und dann war es soweit! Wir standen vor den einfach gigantischen Victoria Wasserfällen. Atemberaubend, mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Wir haben einen Rundgang gemacht und von den verschiedenen Stationen aus, hatte man immer einen anderen Blick auf die riesigen Fälle. Ein bisschen beängstigend war es für mich allerdings, dass es keinerlei Abgrenzung gab, man konnte sich also tatsächlich genau an die Kannte zum Abgrund stellen und 90° nach unten schauen. Das hab ich natürlich nicht gemacht, aber als man die anderen Leute (darunter auch meinen Freund) sah, wurde mir schon ein wenig anders. Aber es war ein einzigartiges Erlebnis und der perfekte Start für unsere Reise! Dies sollte aber nicht zum nachahmen sein.

 

 


Lustig war auch das erste Warzenschwein, was so ca. 2 Meter an uns vorbeigelaufen ist. Wäre uns das in Deutschland passiert, wäre wahrscheinlich gleich eine Massenpanik ausgebrochen. In Afrika völlig normal. 
Zurück im Amadeus gab es dann am Abend das Kennenlerntreffen mit der restlichen Gruppe und natürlich auch mit unserem Guide/Reiseleiter. In einer gemütlichen Runde stellten wir uns alle vor. 4 Schweden, 4 Belgier und nicht zu vergessen Murrey unser Guide. Das war unsere Gruppe für die nächsten 14 Tage. Nach einem kurzem Schock als Murrey sagte, dass er nicht kochen könnte, aber sein bestes versuchen wird, bestellten wir uns dann unser Abendessen – eine letzte ordentliche Mahlzeit muss sein!  Kleiner Tipp: Wenn man im Amadeus eine Hauptmahlzeit, also mit Fleisch etc. möchte, muss man dies bei Anreise gleich vorbestellen.
Völlig k.o. vom Flug und all den neuen Eindrücken ging es dann ins Bett, wir wollten ja schließlich fit sein für die erste Fahrt.
Am Morgen ging es dann los. Pünktlichkeit wird natürlich großgeschrieben. Das erste Mal Gepäck einladen ging noch etwas schleppend, da man noch kein eingespieltes Team war. Es hat nicht lange gedauert und wir haben (fast alle) immer gut zusammengearbeitet. Das ist auch das Wichtigste auf solch einer Reise und man muss sich immer im Klaren sein, dass man wirklich mit anpacken muss.

Unsere erste Fahrt brachte uns zur Chobe Safari Lodge – definitiv ein Highlight. Auf dem Weg dorthin sahen wir dann die ersten Elefanten. Toll, einfach am Straßenrand, wie bei uns die Rehe.
Angekommen in der Lodge gab es erst einmal ein Mittagspicknick. Frischer Salat und Sandwiches. Bei hohen Temperaturen ausreichend!  Check in war erst ab 14.00 Uhr also hatten wir noch genügend Zeit um uns umzuschauen und auch eine kleine Abkühlung im Pool zu genießen. 

 

 

Ab 16.00 Uhr ging dann die Bootsfahrt in den Sonnenuntergang los. Elefanten – gaaaanz viele Elefanten, Büffel, Krokodile, Flusspferde, Vögel u.vm… „Sie“ waren alle so dicht, als wenn man Sie anfassen könnte. Einfach toll!!! Ich könnte so viel schreiben, aber vorstellen kann man sich das nicht. Das tolle Gefühl bekommt man erst, wenn man dort war.

 

 

Zurück in der Lodge war unser Abendessen bereits fertig. Und Gott sei Dank: Murrey hat gelogen! Er war ein ausgezeichneter Koch. Einfach jede Mahlzeit war total lecker und auch total gesund, denn es gab immer frisches Gemüse als Beilage. Ob Hühnchen, Rind, Fisch oder auch vegetarisch- wir mussten nie hungern!

Danach haben wir bei einem ebenfalls sehr leckeren Cocktail an der Bar den ersten Tag ausklingen lassen. 

… dann ging es früh weiter, um 05.30 Uhr war Abfahrt und eine weite Strecke wartete auf uns. Endstation war Planet Baobab, vorbei an den Makgadikgadi Pans. Das ist eine riesige Fläche, welche total ausgetrocknet war und daher gigantisch wirkte. Wenn dort nicht gerade Trockenzeit ist wie bei uns, sind dort zahlreiche Flamingos zu sehen.

In unserer nächsten Unterkunft- Planet Baobab – erwarten uns die riesen großen Affenbrotbäume - mit den deutschen Eichen nicht zu vergleichen!  Wir lernten viel über die Fauna und auch vieles über die natürlichen Heilmittel. Wenn wir also verloren gegangen wären, hätten wir überlebt.  
An diesem Abend gab es ein traditionelles Braai (Grillabend) und haben sehr lange am Feuer gesessen.  Wir lernten uns alle kennen und merkten schon, dass die Gruppe gut zusammenpasst.

Dann ging es ab in den Busch. Ich glaube es waren die längsten 40 km (3 Stunden Fahrt) die ich in meinem ganzen Leben gefahren bin…aber es sollte sich lohnen. Angekommen haben wir uns erst einmal unsere Permanent Zelte angeschaut. Echt gemütlich und obwohl ich nicht so ein großer Campingfan bin, muss ich sagen es war richtig schön. Wir hatten sogar ein eigenes „Badezimmer“ mit Toilette und Dusche.

 


Ein paar Schauergeschichten (welche selbstverständlich wahr waren) ließen nicht lange auf sich warten. „Ein Flusspferd war letzte Nacht hier.“ „Ein Gruppe von Elefanten sind regelmäßige Besucher.“ „Auch mit Hyänen müsst ihr rechnen“. Aber das machte die ganze Sache ja gerade so aufregend. Sobald es dunkel war, durfte man alleine nicht mehr zum Zelt gehen, sondern bekam immer einen persönlichen Begleiter. In der ersten Nacht hat so gut wie keiner geschlafen, denn die Natur war einfach zu laut und auch die Hyäne war tatsächlich unser Bettnachbar und lachte unsere Schlaflosigkeit aus. Das Vogelkonzert am Morgen war unser täglicher Wecker. Wir mussten natürlich wieder früh aufstehen, denn wir wollten ja viel sehen: Löwen, eine große Schlange (2,50 m lang) Giraffen, Elefanten, Leopard und viel mehr. Auf den Morgen-, und Abendpirschfahrten gab es immer etwas Neues zu entdecken und unser Guide hatte immer den richtigen Riecher.

Wenn ich so zurückdenke, waren die 3 Nächte im Busch wirklich das Spannendste. Man muss es unbedingt mal miterleben, so nah an der Natur zu sein, war wirklich einzigartig!

Wieder zurück in der Zivilisation machten wir einen Rundflug über das Okavango Delta, was man als optionale Aktivität wirklich machen sollte.

 

 

Nächste Station Guma Lagoon. Die Fahrt dorthin war wirklich sehr aufregend und (für die Männer) sehr anstrengend. Die Straße für die letzten 12 km zur Unterkunft, besteht aus purem Sand, was unser Fahrzeug nicht so toll fand. So hieß es also schieben, schippen, Trailer ab und Trailer an, aussteigen und einsteigen. Ca. 3 km vor dem  Ziel und 4 mal feststecken später, fuhren wir uns wieder fest. Wir entschieden also 3 Personen zum Camp zu schicken um Hilfe zu holen. Das waren dann der Guide, mein Freund und ich. Gefühlte 10 km später kamen wir dann nach einem Spaziergang durch die Wildnis, Hitze und tiefen heißen Sand beim Camp an. Ein anderes Allrad Fahrzeug wurde losgeschickt und nahm uns den Trailer ab. Es klappte und auch die restliche Gruppe erreichte das Camp. Es war sehr gemütlich dort und man konnte den Sonnenuntergang direkt an der Lagune genießen.
Eine traditionelle Mokoro (Einbaum) Fahrt durfte natürlich nicht fehlen und so erkundigten wir mit dem schmalen Einbaumboot die Landschaft (man darf sich wirklich nicht bewegen). Angekommen auf einer Insel, erklärte uns der Guide viel über die dort  wachsenden Pflanzen und Bäume.

In den nächsten Tagen erwartete uns Namibia. Tägliche Pirschfahrten und auch ein Besuch der Popafalls füllten die Tage. Unsere Unterkünfte waren super und ein besonderes „Extra“ hatten wir im Camp Kwando. Ein Badezimmer ohne Dach – ja wirklich! Eigentlich eine super Idee, mal was anderes. Es hatte auch eigentlich nie wirklich viel oder nie in der Nacht geregnet. Außer natürlich in diesem Camp und natürlich dann wenn man 04.30 Uhr zur Pirschfahrt aufstehen musste. Naja, es war halt eben mal eine andere Dusche. Eine Feuerstelle direkt am Kwando River, an der man abends die Glühwürmchen und zahlreiche Sternschnuppen beobachten konnte, war eine super Entschädigung.

Und dann hieß es auch schon wieder zurück zu den Victoria Fällen…
Die letzte Nacht verbrachten wir in der Lokuthula Lodge - was für ein krönender Abschluss. Da wir die Victoria Fälle bereits am Anreisetag besichtigt haben, konnten wir die supertolle Luxusanlage ausreichend genießen.

 

 

Den Abend haben wir dann bei einem 3-Gang-Menü ausklingen lassen. Es war wirklich wunderschön, denn man konnte genau auf ein beleuchtetes Wasserloch schauen, an dem Elefanten und andere Tiere Ihren Durst löschten. Ein bisschen Traurigkeit lag in der Luft, denn es war der letzte gemeinsame Abend, in einem Land was man einfach selber erlebt haben muss.

Am Morgen wurden noch Adressen ausgetauscht und dann ging jeder seinen eigenen Weg.
Von Kasane ging unser Rückflug. Natürlich über Johannesburg. Erst graute uns vor dem langen Aufenthalt am Flughafen, doch dann war es viel zu kurz. In den Shops kann man wirklich viele Mitbringsel (auch für sich selber) kaufen. 4 Stunden hören sich zwar viel an, sind es aber gar nicht.

Es waren die 14 aufregendsten Tage die ich je erlebt habe. Man kann sich viele Filme anschauen, Bücher lesen oder Geschichten hören, aber man muss dieses traumhafte einfach andere Land selber gesehen und erlebt haben!!! Die Mentalität, die Landschaft, die Tiere einfach alles ist völlig anders und zieht einem in seinen Bann. Das Afrika Fieber ist also nun auch bei mir komplett ausgebrochen.

Die lange Reise lohnt sich und ich freue mich schon jetzt auf die nächste Reise ins südliche Afrika .

 

 

 

PS: Für Overland Touren gibt es immer Gepäckbegrenzungen. Bei Jenman Touren sind das immer 12 kg. Hört sich wenig an und ich dachte auch, dass ich es niemals einhalten könnte… ABER es klappt und ich habe sogar nur 10 kg gehabt. Man sollte also lieber zweimal überlegen, was man wirklich brauch! Ein Föhn zum Beispiel ist auf Safari total überflüssig!)
 

 

 

 

 

 

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