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Gruppe Sunshine - Safari 2008 - Unter Botswanas Sonne - Abenteuer in freier Natur - Teil 3 accom.png | Drucken |


17.JPGUnter Botswanas Sonne - Abenteuer in freier Natur Reisebericht Gruppe Sunshine  -  Teil 3

Tag 13 – 17. September:
Obwohl sich die Gruppe Sunshine erst um 08.00 Uhr zum Frühstück trifft, bin ich schon eine Stunde früher am Fluss. Die Sicht ist klar und das Wasser spiegelglatt. Es ist wohltuend still. Ich genieße die Idylle, die intakte Natur. Überhaupt ist die ganze Gruppe Sunshine riesig froh, für ein paar Stunden Seele und Beine baumeln zu lassen und die zur Verfügung stehende Zeit nach Belieben zu gestalten.

46.JPGEin ausnehmend feiner Kaffee auf der Terrasse vor der Bar für alle, am Mittag ein Gläschen Weisswein für Dorli und mich. Während Zaungast Warzenschwein (es scheint sich zu
einer Art Haustier mutiert zu haben) nach feinen Häppchen im Rasen vor dem Zimmer von Erika und mir gräbt, nehme ich meine verschiedenen Reiseführer zur Hand. Ich vernehme allerhand Spannendes über den knapp 10^700 km2 grossen Chobe National Park mit seinen vier gänzlich unterschiedlichen Landschaftsbereichen. Darüber sind sich die Verfasser der Reiseführer einig. Nicht einig sind sie sich indessen über den geschichtlichen Hintergrund. Fest steht meiner Meinung nach lediglich, dass die Buschmänner (Sam), die ursprünglichen Bewohner des Parkgebietes waren, später folgten auch Bayei, vermutlich aus Angola, und dann noch Basubiya und Hambukushu. Aber ob nun diese letzten47.JPG zwei Volksgruppen Ende des 17. Jahrhunderts tatsächlich durch die Expansion des mächtigen Lozi-Reiches (in der heutigen Demokratischen Republik Kongo) nach Süden aufgerieben und das Gebiet größtenteils verlassen mussten, ist unklar. Einig sind sich die Verfasser indessen wieder darüber, dass nach der Parkgründung (1968) alle Bewohner das Parkgebiet verlassen mussten, außer dem Verwalter der alten Holzmühle von Serondela, der das Gelände partout nicht räumen wollte, und der ausgeklammerten "Chobe-Enklave", da diese in den 60er Jahren so dicht besiedelt war, dass die Region nicht mehr in den Nationalpark integriert werden konnte.

Um 15.00 Uhr sind wir wieder hungrig auf eine Ausflugsaktivität. Wir haben uns für eine zweite Bootsfahrt eingeschrieben. Heute ist das Boot allerdings bis auf den letzten Stuhl mit 48.JPGSafaritouristen besetzt. Auf dem Deck finden sich aber immer günstige Stehplätze zum Fotografieren. Und es wird wieder viel geknipst: die schöne Landschaft, die Wildtiere: Flusspferde, Waran, Wasserbüffel, Impalas, Krokodile, Affen, Wasserböcke, badende Elefanten, der prächtige Sonnenuntergang. Nur die Rauchschwaden auf der Seite von Namibia gefallen uns überhaupt nicht.

49.JPGDas Nachtessen bietet nicht nur Gaumenfreuden, sondern auch eine gute Gelegenheit, Rückblick und Ausschau zu halten. Tagesrenner auf der heutigen Bootsfahrt waren eindeutig die Elefanten im Element Wasser. Und wirken die Krokodile für viele Menschen noch so abstoßend und furchterregend, so werden sie doch jedes Mal bewundert und x-mal fotografiert, übrigens auch von einzelnen Mitgliedern der Gruppe Sunshine!

– Zwischendurch finden wir immer wieder Zeit, uns am reichhaltigen Buffet mit Köstlichkeiten einzudecken, um sogleich die anregenden Diskussionen wieder fortzusetzen. Zum Beispiel, dass es heute Abend fast mit der untergehenden Sonne und den Elefanten im Vordergrund geklappt hätte, wäre der Kapitän nur ein wenig flexibler gewesen!

50.JPGWie gut es uns doch geht: Tagsüber genießen wir die heiße Sonne und die faszinierende, abwechslungsreiche Landschaft und Tierwelt. Abends wenden wir uns den herrlichen Gaumenfreuden zu, so wie heute Abend. Und auch den heutigen Abend lassen wir traditionsgemäss mit einem Drink an der Bar ausklingen.

Nur sind wir heute besorgt über das große Buschfeuer auf der Namibia-Seite. Schon auf dem Boot haben wir ja die großen Rauchschwaden beobachten können, doch erst die Nacht zeigt die wahrhaftige Auswirkung. Wir können nur hoffen, dass keine Menschen zu Schaden kommen.

Tag 14 – 18. September:
Die Zeit in der wohl beliebtesten Unterkunft in der Region von Kasane ist schnell verflogen. Gut gestärkt durch das Frühstück heißt es gegen 08.00 Uhr Aufbruch und Abfahrt zur Nata Lodge, die sich etwa 300 km in südlicher Richtung befindet.

Die Strecke führt uns via Kasane durch das Kasane Forest Reserve und das Kazuma Forest Reserve nach Pandamatenga und weiter durch das Subuyu Forest Reservat nach Nata, einem kleinen Ort an den Ufern des Nata River. Die Nata Lodge selbst befindet sich knappe 10 km von Nata entfernt. Dorli umschreibt die Fahrt in ihrem Tagesrapport kurz und präzis mit: "Kurze Fotostops unterwegs. Auf unserer Strecke umfahren, durchfahren oder überfliegen wir Hunderte von Löchern auf der Straße."

Recht ungewohnt ist das Halten beim Passieren von Tiersperrzäunen. Das Land ist nämlich von einem ausgedehnten System veterinärmedizinischer Sperrzäune durchzogen, die als "Veterinary Cordon Fence" oder "Buffalo Cordon Fence" bezeichnet werden. An den Durchlassstellen der Zäune werden oft Kontrollen auf tierisches Fleisch und andere Tierprodukte durchgeführt, allenfalls wird auch das Fahrzeugkennzeichen registriert. Mancherorts ist außerdem ein Durchfahren grosser Desinfektionswannen mit dem Wagen und die Desinfektion der Schuhsohlen gebräuchlich, welche der Einschleppung und Verbreitung von den Rinderbestand bedrohenden Tierkrankheiten (wie Maulund Klauenseuche) vorbeugen soll. – So müssen wir auch auf unserer heutigen Fahrt an solchen Veterinary Check Points anhalten, mit unseren Fahrzeugen durch die Wanne fahren, mit unseren Schuhen durch eine undefinierbare braune Chemikalien-Brühe waten und die Fahrzeugkennzeichen registrieren lassen. Einmal mehr sind wir erstaunt darüber, wie seriös die Hüter dieser Check Points ihre Aufgabe wahrnehmen.

51.JPGIn der Nata Lodge treffen wir gegen 14.00 Uhr ein. Sie ist reizvoll unter Mokolwane-Palmen und Marula-Bäumen gelegen. Die einfach aber hübsch eingerichteten Chalets sind strohgedeckt. Die Lodge verfügt auch über zwei eigene Tankstellensäulen sowie einen Swimming Pool und eine stets gut aufgefüllte Bar, die wir nach unserer Ankunft gleich testen.




Die Makgadikgadi Pans (sprich: Machadichadi) gelten mit einer Ausdehnung von der Größe Belgiens als die grössten Salzpfannen der Welt. Neben den beiden Hauptpfannen Ntwetwe Pan und Sowa Pan gibt es unzählige weitere meist namenlose, kleine Salzpfannen in diesem Gebiet. Während die Ntwetwe Pan in der Trockenzeit völlig abtrocknet, bleiben in der Sowa Pan immer nasse Bereiche zurück. – In einem Reiseführer stosse ich auf eine interessante Passage: "Im Mündungsebiet des Nata in die Sowa Pan, wo in der Regenzeit Tausende Vögel brüten, wurde 53.JPG1992 ein 230 km2 grosses Schutzgebiet eingerichtet. Nicht zuletzt die Realisierung des Soda- Asche-Projekts in Sua rief Naturschützer auf den Plan, um das faszinierende Vogelparadies zu erhalten. Die Privatinitiative führte schließlich zu einem Gemeindeprojekt, bei dem alle Einnahmen in die betroffenen Gemeinden zurückfließen sollen. Im Gegenzug erklärten sich die Menschen bereit, auf das bisherige Weideland zu verzichten. Selbst die Betreiber des Soda- Asche-Projekts in Sua bemühen sich um Einklang mit der Natur. Zum Schutz der Vögel an der Sowa Pan wurden daher z.B. die Stromleitungen trotz hoher Mehrkosten unterirdisch verlegt." – Die Existenz von Salzlauge in der Sowa Pan ist seit den 1960er Jahren bekannt, wo sie in tiefen Sand- und Tonschichten gespeichert ist. Wird sie abgepumpt und ausgetrocknet, entstehen dabei Soda (ein wichtiger Grundstoff für die chemische Industrie und die Glasherstellung), Salz und Schwefel.

Nach einer kurzen Rast brechen wir um 16.00 Uhr mit einem Safariranger auf zur Nata Bird Sancutary. 55 % der Gesamtfläche sind Steppe, vor allem mit salztoleranten Gräsern wie das stachelige Salzgras, der Rest Salzpfannen, die während der Regenzeit mit Wasser gefüllt sind. Wir bewundern die faszinierende, fast unwirkliche Landschaft und die Tierwelt. Der nordöstliche Ausläufer der Sowa Pan füllt sich in regenreichen Monaten mit Wasser über den Nata River, der im Matabeleland Simbabwes entspringt. Die große Wasserfläche zieht dann große Mengen an Wasservögel an. Bisher seien 165 verschiedene Vogelarten im Schutzgebiet nachgewiesen worden, erzählt uns der Ranger stolz. Sobald während der Regenzeit die Salzpfannen Wasser führen, kommen Flamingos, Pelikane, verschiedene Storchen- und Reiherarten, Gänse und Enten teilweise aus grosser Entfernung in das Gebiet, um hier zu brüten. Wenn der See trocken ist, meist von Ende Oktober bis Dezember, sind keine Vögel mehr da. Weiter treffen Zebras und verschiedene Antilopenarten sowie kleine Beutegreifer wie Schakale und Füchse ein. Wir selbst treffen auf viele Pelikane. Am Horizont tänzelt die Luft weisslich-rosarot, ein untrügliches Zeichen, dass sich immer noch Tausende von Flamingos im größten Flamingo-Brutgebiet Afrikas aufhalten müssen.

54.JPGAuch in der Salzpfanne lädt der Safariranger rechtzeitig zum Sonnenuntergang zu einem kühlen Drink ein. Als wir die Rück- reise antreten, ist es schon dunkel. Aufgeschreckt durch den Lichtkegel des Scheinwerferlichts hopsen ein paar Hasen irritiert für einen Augenblick neben oder vor unserem Safarifahrzeug her. Zurück in der Lodge geniessen wir das Nachtessen unter einem sternenklaren Himmelsdach. Es ist gemütlich im Garten der Lodge, aber trotzdem gibt es auch heute Abend keine "Ausgangsverlängerung", denn morgen Freitag heißt es schon um 05.45 Uhr Tagwache!

Tag 15 – 19. September:
Nata – Dukwe – Masetse – Sebina – Mafungo – Dumela – Francistown (mit Kaffeehalt)
– Shashe – Tonotha – Matloutse – Serule – Selebi-Phikwe (Auftanken) – Sefophe – Bobonong – Molalatau - Lekkerpoot – Motloutse-Furt – Tuli Safari Lodge – Limpopo Airfield – Mashatu Main Camp. – Viele wohlklingende und exotische Namen, denen wir auf unserer heutigen Fahrt begegnen werden. Zuerst heßt es aber unsere sieben Sachen packen, Lunchpakete einpacken und auschecken. Ein paar letzte Erinnerungsfots werden von der sympathischen Nata Lodge auch noch geknipst, bevor wir die knapp 650 Kilometer von Nata zum Limpopo Airfield im Mashatu Game Reserve unter unsere Räder nehmen.

>> Erinnerungsfotos von der Nata Lodge: Plötzlich erhalten diese Erinnerungsfotos eine ganz andere Qualität. Denn nur wenige Tage später gibt es die Lodge nicht mehr. Am 29. September ereilte mich die Nachricht von Venter Tours, wonach die Lodge am Donnerstagmorgen, 25. September, durch ein Buschfeuer abgebrannt ist. <<

Froh gelaunt packen wir die Fahrt zum Tuli Block an. Gefrühstückt wird unterwegs, direkt neben 55.JPGder Hauptstraße Francistown - Nata - Maun. Aber das feine Esspaket, das in der Nata Lodge für uns vorbereitet worden ist, mundet uns trotzdem vorzüglich. Wir kommen gut voran. Und die lange Fahrt macht erneut hungrig. Zudem ist Treibstoff-Nach- schub nötig. Wir legen deshalb in Selebi-Phikwe eine weitere Pause ein. Frisch gestärkt und mit aufgetankten Fahrzeugen nehmen wir noch die verbleibenden rund 230 km in Angriff.

Ob das Mittagessen wohl müde gemacht hat? Tatsache ist jedenfalls, dass wir uns in dieser großen Stadt verfahren. Selebi-Phikwe zählte im 2002 mehr als 50'000 Einwohner und ist damit die viertgrößte Stadt Botswanas. Die Minenstadt liegt 61 km östlich der Hauptverkehrsachse Gabarone – Francistown. In der Umgebung wurden in den 1960er Jahren ausgedehnte Vorkommen von Kupfer, Nickel und Kobalt entdeckt. Und ausgerechnet in dieser Bergarbeitersiedlung verfahren wir uns und landen, was weit schlimmer ist, plötzlich vor dem Gefängnis!

Zum Glück bringt uns die Polizei – dein Freund und Helfer – wieder auf den rechten Weg. Sie lotst uns in rasantem Tempo durch die Straßen der Stadt zur Asphaltstrasse, die uns nach Sefophe führt. Noch ein kurzes herzliches Dankeschön an die Polizei und schon ist sie wieder weg. Und wir – sowohl Fahrer wie Mitfahrer – müssen zuerst einmal tief durchatmen!

Den Tuli Block kann man von Francistown fast vollständig auf Teerstrassen erreichen (etwa 4 Stunden Fahrzeit). Ab Lekkerpoot verlangsamt sich jedoch Fahrt, denn wir treffen wieder einmal auf Sandpisten. Und nach 17 km erreichen wir die tiefsandige Motloutse-Furt, die nur eine Durchfahrt zuläßt, wenn der Fluss kein Wasser führt. Ab hier beginnen nun die Privatgebiete im "Northern Tuli Game Reserve", in denen das Aussteigen, eigene Pirschfahrten, Wildcamping etc. verboten ist.

Die sandige Furt durch das Flussbett des Motloutse bildet die Grenze zwischen den Tuli-Wildreservaten und dem Farmland. Das Flussbett wird zu beiden Seiten von steilen, etwa 30 m hohen Dolorit-Felswänden eingerahmt. Der Name Motloutse bedeutet übrigens "Großer Elefant". Als Tuli Block wird ein schmaler Streifen im äussersten Osten Botswanas entlang der südafrikanischen Grenze am Limpopo River bezeichnet, der eine Länge von 350 km und eine Breite von 10 bis 20 km aufweist. Der Landblock erstreckt sich im Norden bis zum Shashe River und im Südwesten bis zum Ngotwane River bei Buffel's Drift. Der Tuli-Block beherbergt heute neben den kommerziellen Farmen wildreiche Schutzgebiete in pittoresker Umgebung, mit schönen Lodges, wie das Mashatu Game Reserve und die Tuli Safari Lodge, sowie ältere Safaricamps, mehrere Wildfarmen und private Jagdfarmen.

Endlich ist die Tuli Lodge in Reichweite, doch zeitlich wird es ziemlich eng, da wir uns um 15.00 Uhr auf dem Flugplatz einzufinden haben. Wir ziehen es deshalb vor, die Fahrzeuge zu wenden.

Aber kaum gewendet, kommen uns unerwartet und zur Freude aller die Besitzer der Lodge entgegen. Dabei haben wir am 9. September in der Thamalakane Lodge doch einfach einen Bierstop am heutigen Nachmittag vereinbart, ohne genaue Zeitangabe. Unsere Fahrzeuge werden flugs erneut gewendet und wir fahren trotz drängender Zeit zur Tuli Lodge, die reizvoll am Limpopo River gelegen ist. In der Tuli Lodge mit persönlicher Atmosphäre würde es uns außerordentlich gut gefallen. Es heißt jedoch bald wieder Abschied Die Tuli-Lodge-Bar und der Baobab-Baum zu nehmen, denn wir lassen den Safariranger des Mashatu Camp auf dem Limpopo Camp schließlich nicht gerne auf dem Limpopo Valley Airfield im Mashatu Game Reserve warten.

56.JPGSafariranger Bashi und Späher Grafites erwarten uns bereits am Limpopo Valley Airfield im Mashatu Game Reserve. Eilig wird unser Gepäck auf einen Wagen umgeladen, der unser Gepäck zur Lodge fährt. Die Gruppe Sunshine selbst will sich nämlich subito auf eine Pirschfahrt begeben, ohne sich zuerst zur Lodge chauffieren zu lassen. Unsere Fahrzeuge werden bis zu unserer Abreise nicht mehr zum Einsatz gelangen, weshalb sie auf dem Areal zurück gelassen werden. Wir selbst hieven uns in den Mashatu-Safariwagen, der uns ins etwa 450 km2 große und private Mashatu Game Reserve hinaus bringt. Auf unserer ersten Safari in diesem Wildschutzgebiet, das etwa die Hälfte der Gesamtfläche des Northern Tuli Game Reserve einnimmt, können wir bereits viele Tiere beobachten, u.a. Kudus, Elefanten, Löwinnen und einen scheuen Leoparden, der uns argwöhnisch beobachtet und sich dann schließlich auf sanften Pfoten "aus dem Staub macht".

Das Mashatu Main Camp ist eine exklusive, moderne Lodge für bis zu 34 Gästen. Unser Gepäck 58.JPGbefindet sich bereits in unseren geschmackvoll eingerichteten Suiten. Das große Badezimmer lädt auch sofort dazu ein, den Staub des Tages abzustreifen! Welche Wohltat nach der Dusche, man fühlt sich sofort wieder fit und voller Tatendrang. Also dann, los geht's zur Bar "The Gin Trap" und zum anschließenden Nachtessen unter freiem Himmel!

Tag 16 – 20. September:
Schon um 05.30 Uhr klingelt der Wecker. Erika schläft tief. Auch mir ist es eigentlich noch zu früh zum Aufstehen, weshalb ich mich nochmals zur Seite drehe. Aber schon klopft es an der Türe. Es ist der Späher, der zur Tagwache ruft. Nicht wirklich nett von ihm, dass er uns zu so früher Stunde aus den warmen Federn klopft. Aber es dämmert mir jetzt langsam. Wir haben uns ja schon um 06.15 Uhr zu einem kleinen Frühstück verabredet, mit anschließender Abfahrt um 06.30 Uhr.

59.JPGJetzt heißt es sich aber sputen! Sowohl der Fahrer wie der Späher als hinterster Mann auf dem offenen Safariwagen sind schon recht munter, jedenfalls etwas aufgeweckter als die Gruppe Sunshine. Die kühlen Temperaturen am frühen Morgen und die schöne Landschaft sowie all die vielen Tiere, die ebenfalls unterwegs sind, blasen jedoch ziemlich rasch die letzte Müdigkeit aus unseren Gliedern.

Kurz vor 09.00 Uhr ist es soweit! Endlich, am letzten Safaritag, bekomme ich "meinen" Leo auf der Astgabel zu Gesicht! – Aber60.JPG wo nur befindet sich die erlegte Beute, die die muskulöse und geschmeidige Katze jeweils auf den Baum schleppt, um den Kill vor diebischen Hyänen und Löwen zu schützen? Von uns nimmt der Leopard kaum Notiz, öffnet höchstens zwischendurch kurz und schlaftrunken – wohl auch mit schwerem Bauch – seine Augen. Es interessiert ihn auch nicht, was sich sonst noch in seiner Umgebung alles tut. So können wir den schönen Einzelgänger in aller Ruhe bestaunen, was ihm aber nach geraumer Zeit dann doch zu viel wird, denn er dreht sich plötzlich und kehrt uns seinen schönen Rücken zu.

61.JPGAuch dem König der Wildnis begegnen wir heute Morgen. Die zwei noch jungen Löwenbrüder zeigen vorerst kein Interesse an uns, bis dann die Neugierde bei einem doch noch geweckt
wird. Er kommt mutig auf uns zu, zögert, hält inne, schaut nach seinem Bruder, kehrt zu ihm zurück – und beide machen sich davon!

Wir kehren auch um – zurück zur Lodge, wo uns das Frühstücksbuffet erwartet. Frisch gestärkt erkunden wir das Lodge-Gelände. Es gibt auch hier viele Sujets, die sich lohnen zu knipsen.

It's tea – auf der schönen Terrasse mit Blick auf das Wasserloch. Die Vierbeiner sind ebenfalls durstig. Auch unser Safarianger und unser Späher stärken sich, damit sie fit sind für die bevorstehende Safaritour.

Während wir am Vormittag vor allem Raubtiere "gejagt" haben, würden wir unser Augenmerk 62.JPGheute Nachmittag ganz gerne auf die Pflanzenfresser richten. Diesem Wunsch kommt uns Bashi mit Freude nach. Landschaftlich ist das Reservat ein wahres Kleinod. Wir saugen noch einmal alles auf, was uns die Natur und die Tierwelt zu bieten hat und bestaunen die sich ständig wechselnde Farbenpracht, die je nach Tageszeit und Sonnenstand gerade hervorgezaubert wird. Die Freude ist riesengroß, als wir unvermittelt auf eine Zebra- und Gnu-Herde treffen.

Endlich kommt Dorli zu ihren Zebras! Die sehr scheuen und zugleich neugierigen Streifentiere galoppieren bei unserem Auftauchen nicht sofort davon – im Gegensatz zu ihren  "Verbundsgenossen", den Gnus. Wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, auch die letzte Safaritour unter Botswanas Sonne mit einem "Sundowner" abzuschließen. Es gilt nur noch ein hübsches Plätzchen dafür zu suchen. Auf einer Kuppe sichten wir jedoch bald einen schönen Platz – und zur eigenen Sicherheit liegt auch das Gewehr stets in Reichweite.

Zurück im Mashatu Camp trifft sich die Gruppe Sunshine nach einer munter machenden Dusche an der Bar. Fahrer und Späher erwarten uns schon zum Farewell-Apéro, mit anschließendem gemeinsamem Nachtessen, natürlich wiederum unter dem Sternenhimmel. Wir alle wollen diesen Abend noch richtig auskosten, so dass für einmal die Lichter etwas später als in den vergangenen Tagen gelöscht werden – und ohne Rücksicht darauf, dass das Frühstück am Abreisetag wiederum auf 05.30 Uhr festgesetzt worden ist!

Tag 17 – 21. September:
63.JPGKurz nach sieben Uhr verlassen wir das Mashatu Camp: Urs hat sich gestern vorsorglich mit einer Mütze für die kalten Schweizer Temperaturen eingedeckt und testet diese auf dem Weg zu unseren Fahrzeugen auf dem Areal des Limpopo Airfield auch gleich aus. Unser Safariranger lässt es sich nicht nehmen und begleitet uns auch noch zum nahen Grenzposten Pont Drift, wo es eine Stahlseilbahn gibt. Wenn nämlich der Limpopo Wasser führt, müssen Besucher, die aus Südafrika anreisen, ihren Wagen am südafrikanischen Grenzposten zurücklassen und werden mit dieser Stahlseibahn über den Fluss transportiert. Da staunt selbst Herr Strauss!

Um 08.20 Uhr passieren wir die Grenze zu Südafrika. – Wir verlassen Botswana, ein Land, das wirtschaftlich stabil, sicher und reich an unberührter Natur ist. Es ist dank üppiger Diamanten-vorkommen eines der wohlhabendsten Länder des afrikanischen Kontinents – und dies zum Nutzen der gesamten Bevölkerung, die im Jahre 2002 offiziell auf 1,69 Millionen geschätzt wurde. Mit 600'372 km2 ist das Binnenland knapp kleiner als Frankreich und Belgien zusammen. Im Westen und Norden (im Caprivi-Streifen) grenzt Botswana an Namibia, im Osten an Zimbabwe und im Süden (entlang der Flüsse Molopo und Limpopo) an Südafrika. Im Vierländerdreieck im Nordosten, wo Botswana, Namibia, Zimbabwe und Sambia zusammenstossen, hat Botswana entlang des Sambesi auch noch mit Sambia eine gemeinsame Grenze von ein paar hundert Metern.

Auf südafrikanischem Boden liegen rund 500 km bis Johannesburg vor uns (Zeitbedarf etwa 6 Std.). Die Strecke bis Alldays führt uns durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit zahlreichen Felsformationen und Inselbergen. Wir kommen zügig voran auf der gut ausgebauten R 521. Bevor wir in Polokwane (früher Pietersburg) auf die N1 nach Pretoria fahren, gönnen wir uns einen Kaffeehalt. Auch auf der N1 wird eine Pause eingeschaltet, zumal unsere Fahrzeuge betankt werden müssen. Schließlich erreichen wir Pretoria und nach knapp 60 km Kempton Park/Johannesburg. Nochmals die Fahrzeuge voll auftanken und rasch zur Kea-Vertretung fahren.

Was heißt denn da rasch? Wir haben zwar ein Plänchen "How to find Kea Campers" und ein GPS-Gerät dabei, aber trotzdem will es uns einfach nicht gelingen, die (versteckte) Sim Road in diesem Kempton Park zu finden, landen dafür ungeplant am Flughafen. Auch gut, denn nun können wir einen neuen Anlauf nehmen. Schließlich werden wir fündig, aber der Pförtner, der kaum Englisch versteht, verwehrt uns den Zutritt zum Kea-Areal. Nach langem Lamentieren öffnet er dann doch noch die schweren Tore. Vom Kea-Vertreter werden wir auch nur mäßig freundlich begrüßt, denn er hat an unserer späten Ankunft (16.30 Uhr) an diesem schönen Sonntag nicht wirklich Freude, obwohl wir mit ihm am 6. September keine Uhrzeit vereinbarten. Aber so oder so hat nun die Rückgabe der beiden Fahrzeuge, nach rund 3'500 km, zu erfolgen. Wenigstens gibt die Abgabe keinen Anlass zu Problemen. Nur der kleine Schaden am hinteren rechten Teil von Wagen 2 Wird fein säuberlich aufnotiert. Die Augen des Kea-Vertreters leuchten auch bald wieder auf; denn der Feierabend ist nunmehr in Griffnähe gerückt. Nur noch eine kurze Fahrt mit dem Kea-Bus zum Mondior Concorde Hotel beim Flughafen, dann steht einem freien Sonntagabend mit seiner ebenfalls anwesenden Gattin wirklich nichts mehr im Wege.

Die Gruppe Sunshine, heute noch komplett zu Sechst, sucht sich ein gemütliches Restaurant im riesengroßen Komplex mit Casino und weiteren Vergnügungsmöglichkeiten. Zum Spielen oder Pokern ist uns allerdings nicht zu Mute. Wir wünschen uns vielmehr ein schönes und vor allem ruhiges Plätzchen für ein feines Farewell Dinner, was aber in diesem Vergnügungszentrum gar nicht so einfach ist.

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Mondior Concorde in Kempton Park
(5 km vom Flughafen) … mit Casino und Kongresszentum













Tag 18 – 22. September:
Heute heißt es für mich nach einem letzten gemeinsamen Frühstück Abschied nehmen von der Gruppe Sunshine. Am frühen Abend werde ich mich mit der Swiss auf die Heimreise begeben, während es Albi & Dorli, Erika, Guido und Urs für einige Tage noch nach Cape Town zieht. Ein Taxi bringt sie von unserem Hotel zum Bahnhof in Johannesburg, wo sie der Shosholoza-Zug für die Weiterreise nach Kapstadt erwartet.

Unsere Safarireise nach Botswana war ein Erlebnis und ein Abenteuer. Wir sind in eine faszinierende Landschaft, wo Savanne, Buschland und Sümpfe aufeinandertreffen, und in eine mannigfaltige Tierwelt sowie vielfältige Fauna eingetaucht. Wir alle sind überaus glücklich, so viele grossartige und unvergessliche Erlebnisse und Momente in unserem Reisegepäck mit nach Hause nehmen zu können.

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65.JPGDie Gruppe Sunshine - 
 eine ganz besondere Clique!








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Die Berichterstatterin

 

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