| Namibia einmal anders - mit dem Fahrrad und alleine | | Drucken | |
|
Seite 1 von 5
Reisebericht über eine Fahrradreise von Windhoek nach Swakopmund im August 2006„Was machst Du für Sachen?“ und „Du musst wohl völlig verrückt sein“ Die oft beschriebenen Fly-In Safaris, Pirschfahrten in den vielen Nationalparks und privaten Gameparks, Übernachtungen in luxuriösen Lodges, Quadbiking und nicht zuletzt das so schmackhafte Essen nach dem Sundowner habe ich schon oft in Namibia erleben dürfen. Diesmal sollte alles anders sein, und es sollte eine Reise werden, die mich zu den Ursprüngen Namibias zurückbringen sollte: ich erwartete neben vielfältigen landschaftlichen Eindrücken einer wilden Natur wenig Zivilisation und viel Zeit für mich selbst, interessante Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen und baute auf die schon oft erfahrene Gastfreundschaft der Einwohner unterwegs, die mir vorab auch ein gewisses Mass an Sicherheit versprach. Man muss verrückt sein, dies alles nicht erleben zu wollen, wenn man eine Reise mit dem Fahrrad in diesem Land unternehmen möchte. Zu Hause in Deutschland musste ich zunächst mein robustes 26 Zoll Mountainbike der Marke Ghost auf Vordermann bringen, neue Bremsen, Schläuche und Reifen. Wegen der zu erwartenden Schotterpisten und Dornen ist der Schwalbe Marathon XR das Mass aller Dinge, um möglichst ohne grosse Pannen davon zu kommen. Dazu Ersatzschlauch und –Mantel sowie Flickzeug und Werkzeugtasche. Hinten benutze ich die sogenannten „back-roller“ von Ortlieb, die ein Packvolumen von 40 Litern besitzen, sowie eine weitere Tasche mit 30 Litern Volumen, für die das Zelt, eine Bodenplane, mein Kocher, Bettmatte und Schlafsack vorgesehen waren. Eine Lenkertasche mit dem wichtigsten Kleinkram wie z.B. Kartenmaterial, Schreibstift, Sonnencreme, Werkzeug, Traubenzucker usw. gehört ebenso zur Standard Ausrüstung. Das richtige Kartenmaterial ist zur Abschätzung von Entfernungen und Übernachtungsmöglichkeiten extrem wichtig. Ich nutze topographische Karten im Massstab 1:250,000, die sogar Farmhäuser und Grenzläufe verzeichnet www.namibiana.de In Windhoek selbst kam dann noch Verpflegung in Form von Pasta, Tomatensauce, Brot, ein Glas Nutella, Früchte, Biltong und 10 Liter in Wasserflaschen dazu. Insgesamt betrug mein zu transportierendes Gewicht fast 40Kg. Da es zwischen Windhoek und Swakopmund nun leider keinen Shop oder Tankstelle gibt, kann man sich nicht auf vorbeifahrende Touristen oder Farmer verlassen, die einen durchfüttern… |


trifft im Kern die Stimmungsbilder meiner Freunde und Familie als ich meinen Entschluss bekannt gab, ganz alleine und ohne Begleitfahrzeug mit dem Fahrrad von Windhoek nach Swakopmund zu fahren. Da ich das Land seit 1999 regelmässig bereise und durch meine berufliche Tätigkeit im Tourismus viele Berührungspunkte mit Namibia habe, hatte ich in der Vorbereitung auf diese etwas andere Reise auch nur kleinere Bedenken, von der auf 1650 Meter hoch gelegenen Hauptsadt Namibias in das gerne als südlichste Nordseebad Deutschlands beschriebenen Swakopmund „zu rollen“.