| Südafrika für Selbstfahrer 12/2010 | | Drucken | |
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„Zum Reisen gehört Geduld, Mut, Humor und daß man sich durch kleine widrige Zufälle nicht niederschlagen lasse.“
Unser erster Höhepunkt war bereits der Flug mit Lufthansa von Frankfurt nach Johannesburg mit dem A380. Ein persönliches Interesse an Flugzeugtypen hatte ich bisher nicht, aber selbst ich war von dieser Maschine überwältigt, als sie am Terminal vor mir stand. Es war schon recht schwierig, einen Platz an der großen Scheibe zu ergattern, um gute Fotos vom größten Verkehrsflugzeug der Welt machen zu können. Wir hatten leider nicht das Glück noch Fenstersitzplätze zu ergattern, doch Arianes Entdeckung im Unterhaltungsprogramm ließ uns das schnell vergessen. Am Außenbereich des Flugzeuges sind drei Kameras angebracht, die uns fantastische Ausblicke während Start, Flug und Landung live auf unsere Monitore am Sitzplatz übertrugen.
In Johannesburg angekommen, wurden wir am Flughafen abgeholt und bekamen eine englischgeführte Soweto-Tour mit verschiedenen Stopps, wie zum Beispiel beim Apartheid Museum und in der Vilakazi Street. Stolz berichtete unser aus Soweto stammende Guide Sonnyboy, dass es die einzige Straße auf der Welt sei, in der gleich zwei Friedensnobelpreisträger wohnten: Nelson Mandela und Bischoff Desmond Tutu. Dieser Ausflug in die Apartheidsgeschichte und in die Gegenwart Südafrikas war sehr interessant und berührend – auf alle Fälle zu empfehlen!
Unseren Mietwagen haben wir zur Unterkunft geliefert bekommen, wodurch wir uns die Aufregung ersparten, selbst durch Johannesburg fahren zu müssen. Ich war nämlich sehr nervös wegen des Fahrens in Südafrika, denn ich muss zugeben: Ich habe eine Rechts-Links-Schwäche. Als erstes bin ich als Fahrer natürlich ganz klassisch auf der falschen Seite des Fahrzeuges eingestiegen – sehr zur Belustigung des Mitarbeiters von der Mietwagenfirma First Car Rental. Mit Anfangs viel Konzentration konnten wir uns recht schnell an die Straßenführung gewöhnen. Wir sind abwechselnd gefahren und auch die Rechts-Links-Schwäche konnten wir gut untereinander ausgleichen, denn Ariane hat das gleiche Handicap… mussten wir rechts abbiegen, meinte sie „da vorne links“ und ich habe den Blinker rechts gesetzt! Zur Orientierung hatten wir auch nicht mehr dabei als das, was unsere Kunden mit den Reiseunterlagen erhalten: eine Straßenkarte, ein paar Touristenkarten und die Anfahrtsbeschreibungen für die Unterkünfte. Nachdem wir nach kurzer Orientierungslosigkeit merkten, dass man ja nicht nur auf der linken Seite fährt sondern sich auch die Hinweisschilder auf der linken Seite befinden, sind wir ohne Probleme von einer Station zur nächsten gelangt. Teilweise klappte das selbst ohne Karte sehr gut, da die meisten Gästehäuser und touristischen Attraktionen durch braune Schilder mit weißer Aufschrift gekennzeichnet sind.
Von Johannesburg aus haben wir uns dann auf den Weg zur Panorama Route gemacht. Die vielen Naturschönheiten blieben uns jedoch größtenteils verborgen, da das Wetter nicht so mitspielte und bestimmte Aussichten einfach im Nebel lagen. Trotzdem genossen wir die abwechslungsreiche Landschaft und waren von dem wolkigen Naturschauspiel sehr beeindruckt. Wir sind beide vom flachen Land und so große Gebirge nicht gewöhnt.
Als nächstes sollten die Tiere in den Vordergrund treten. Zuerst übernachteten wir in einem privaten Wildtierreservat in der Pondoro Game Lodge. Die geführten Pirschfahrten, die wir dort erlebten, waren atemberaubend, auch wenn wir nicht so viele verschiedene Tierarten antrafen. Ein Pärchen aus Deutschland hatte dort hingegen zwei Abende zuvor den Hauptgewinn während einer Pirschfahrt: alle „Big 5“ an einem Abend. Im Kruger National Park hatten wir auch noch einmal selbst unser Glück versucht, aber den Weg mit einem Löwen oder Leoparden zu kreuzen - ist und bleibt Glückssache. Anschließend sind wir von Nelspruit aus über Johannesburg nach Port Elizabeth geflogen und setzten unseren Weg Richtung Kapstadt fort. Am meisten haben mich dort die raue Küste und der „Urwald“ in Tsitsikamma sowie die unzähligen, teils menschenleeren Strände fasziniert. Entlang der Garden Route gibt es neben der herrlichen Natur auch viele Ausflugspunkte für die ganze Familie. So besuchten wir einen riesigen bunten Vogel-Park und nahmen eine Modderdusche im Knysna Elephant Park. Man sollte sich eben nicht zu nah an die Elefanten stellen, wenn sie sich gerade mit Matsch bespritzen…
Im Landesinneren haben wir mehrere abenteuerliche Bergpässe überwunden und wurden stets mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Bei einer Führung auf einer Straußenfarm in Oudtshoorn konnten wir den Werdegang vom Ei bis zum ausgewachsenen Strauß direkt miterleben, denn wir wurden sogar Zeugen, wie ein Küken frisch schlüpfte. Auch im zweiten Teil unserer Reise machte uns das Wetter immer mal wieder einen Strich durch die Rechnung. Es war sehr windig und teils stürmisch, so dass wir zum Beispiel nicht mit dem Boot auf Walbeobachtung konnten. Zumindest hatten wir noch das Glück, von Land aus Wale zu entdecken, was für Mitte Dezember sehr ungewöhnlich ist. Für mich war diese Tour aber nicht vordergründig Urlaub sondern größtenteils eine Dienstreise und ich wollte viele Unterkünfte selbst kennenlernen. Daher waren wir jeden Tag an einem neuen Ort und ich habe mir unterwegs noch zusätzlich andere Unterkünfte angeschaut - vom selbstverpflegen in den staatlichen Camps im Kruger National Park bis hin zum Rund-um-verwöhn-Paket in der 5 Sterne Pondoro Game Lodge war alles dabei. Ich habe mich überall wohl und geborgen gefühlt. Wer von Ihnen selbst schon einmal die Rouxwil Farm besucht und die Gastgeberin O’nel kennen gelernt hat, der weiß auch, was ich meine, wenn ich von südafrikanischer Herzlichkeit und Gastfreundschaft spreche.
AfrikaSky Guesthouse in Johannesburg
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Mit einem Rollkoffer voller Erinnerungen ist unsere Mitarbeiterin Claudia Müller vor kurzem nach Deutschland zurückgekehrt.







