Giraffe

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Afrika - ein Kontinent ohne Löwen?


Ich gebe zu, ich bin ein Katzenfreund – ein riesiger Katzenfreund. Und so liebe ich sie alle, die großen und die kleinen Exemplare.

Obwohl ich ein kleines Exemplar zu Hause habe, geht doch eine besondere Faszination von den Großkatzen aus – den Leoparden, Geparden und vor allem den Löwen.

Wer an die Tierwelt Afrikas denkt, denkt automatisch auch an den Löwen – den König der Tiere.
Deshalb gehört  es für uns Afrika-Reisende meist zum „Programm“, dieses Tier hautnah zu erleben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn man ihnen ganz nah kommt – den einstigen Herrschern der Savanne. Diese Kraft und diese Schönheit  und – nebenbei bemerkt – deren Faulheit sind wirklich beeindruckend.

Bei aller Begeisterung vergisst man jedoch recht schnell, dass Löwen mittlerweile in einigen Regionen Afrikas vom Aussterben bedroht sind. Kaum zu glauben, aber nach neuesten Untersuchungen gibt es in Westafrika nur noch ca. 500 Tiere und in ganz Afrika sind es noch 23.000 bis 35.000.

Die Zahl scheint auf den ersten Blick recht hoch zu sein, doch noch vor zehn Jahren lebten in Afrika bis zu 100.000 Löwen, Anfang der achtziger Jahre schätzungsweise sogar 200.000 Tiere.

Wenn man bedenkt, dass Löwen einst sogar im südlichen Europa und im Balkan beheimatet waren, ist diese Entwicklung mehr als erschreckend.

In den letzten 50 Jahren haben die Löwen Afrikas 75 Prozent ihres Lebensraums verloren, was zu immer größeren Konflikten zwischen Mensch und Tier führte. Und so setzte eine tödliche Spirale ein: der Mensch dringt in den Lebensraum der Löwen ein, dieser findet kaum noch Nahrung und reißt die Tiere der Menschen. Diese wiederum erschießen oder vergiften die Löwen. Denn es darf nicht vergessen werden: Afrikas Armut ist groß und so bedeutet jedes gerissene Tier einen hohen finanziellen Schaden. Der Schutz von Afrikas Tierwelt findet hier also nur schwer ins Bewusstsein der Menschen.

Um vielleicht noch zu retten, was zu retten ist, gibt es deshalb die verschiedensten Projekte zum Schutz der Löwen Afrikas.

So habe ich zum Beispiel vor Kurzem die Dokumentation "Das leise Sterben der Löwen gesehen". Hier geht es um das „Ngorongoro-Löwen-Projekt“, dass sich mit dem Überleben der Löwen im Ngorongoro-Schutzgebiet in Tansania befasst.

Diese Doku hat mich besonders berührt, denn hier ging es um „meine“ Löwen – die ersten, die ich in freier Wildbahn gesehen habe.
Auf meiner Reise durch Tansania war ich nämlich auch im Ngorongoro Krater und jeder der einmal dort war, wird mir zustimmen, dass er einer der schönsten Orte auf der Welt ist. Klingt vielleicht etwas pathetisch, ist aber wirklich so. Das wusste auch schon Herr Grzimek und wurde deshalb hier beigesetzt.

Die Krux an der Situation für die Löwen hier ist, dass sie eigentlich paradiesische Lebensbedingungen haben – Nahrung haben sie hier im Überfluss. Und doch gibt es ein riesiges Problem: Sie haben nur wenig Nachwuchs. Durch die steilen Wände des Kraters sind die Tiere praktisch isoliert und es gibt nur wenige Verbindungswege in die Serengeti. Die im Umland mit ihren Viehherden lebenden Massai bilden eine zusätzliche Barriere und verhindern, dass die Löwen sich ausbreiten und sich aus ihrer genetischen Isolation befreien können. Denn die daraus resultierende Inzucht führt zu geringer Fruchtbarkeit und zu einer Anfälligkeit für Krankheiten. Keine Löwenpopulation ist deshalb genetisch so verarmt wie die im Ngorongoro-Krater.

Die schwedische Löwenforscherin Ingela Jansson  - sie leitet das Ngorongoro Löwen Projekt -  und Dr. Philipp Henschel von der Initiative Panthera, die sich dem Schutz von Wildkatzen verschrieben hat, untersuchen, wie Löwen in der Nachbarschaft von Menschen und ihrem Vieh zurechtkommen. Dabei werden sie von Massai-Kriegern unterstützt, die in ihrem Projekt fest angestellt sind und damit aktiv in den Löwenschutz einbezogen werden. Dadurch steigt die Toleranz für die Tiere in den Dörfern und die tödlichen Auseinandersetzungen werden gemindert.

Denn erst wenn es ein friedliches Zusammenleben zwischen Mensch und Tier gibt, wird es auch einen Löwenkorridor zwischen dem isolierten Ngorongoro-Krater und dem Serengeti-Nationalpark geben – und das ist das wichtigste Ziel des „Ngorongoro Löwen Projekts“.

Denn Afrika ohne Löwen? Unvorstellbar!

 

Ihr möchtet mehr über die Initiative Panthera wissen? Dann schaut hier

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