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Best Namibian Children – meine Arbeit als Volunteer


Ein Gastbeitrag von unserer Praktikantin Louisa

Von einem eisigkalten Januar (-11°C) reiste ich nach Namibia, in einen sonnigen und heißen Januar (36°C), wo ich die nächsten drei Monate nachmittags freiwillig in einem after-school-programme arbeiten wollte.

Im Bernhard Nordkamp Center bekommen die Kinder Mittagessen und je eine Stunde Mathe und Englisch, danach wird gespielt oder es werden Hausaufgaben gemacht. BNC steht für Bernhard Nordkamp Center, die Kinder haben es mittlerweile zu ihren Gunsten umgewandelt in Best Namibian Children.

Während der Zeit in Windhoek schlief ich in einem Hostel, wo ich auch eine sehr schöne Zeit verlebt und viele nette Leute getroffen habe. Ich war mit zwei anderen Freiwilligen aus dem BNC in einem Zimmer und so konnten wir immer zusammen mit dem Taxi zum BNC fahren, was in dem Township Katutura liegt, direkt gegenüber einer Schule, die hier in Namibia jeden Tag für alle Schüler um 1 Uhr endet. Dann sind die sonst so menschenleeren Straßen Windhoeks voll mit Schülern in unterschiedlichsten Schuluniformen, so auch in der Straße des BNC. Zusätzlich versammeln sich noch etliche Taxis in der Straße, diese ist dann total verstopft, aber der Fahrer schert sich meistens nicht drum und bahnt sich hupend und schimpfend seinen Weg durch die Masse.

Die Direktorin des Centers, MaryBeth, kommt aus den USA, lebt mittlerweile schon seit über 10 Jahren in Namibia und leitet das BNC relativ streng, aber gleichzeitig so liebevoll, dass man denken könnte, es seien ihre eigenen Kinder. Wenn die Kinder mal wieder einen weltbewegenden Streit von wegen ‘deine Mutter, meine Mutter‘ haben, macht sie einen witzigen Spruch und alle lachen wieder. Diese Beleidigungen gibt es auch dort, wobei der Schlichtungssatz „Du kennst ihre Mutter doch gar nicht!“ oft nicht gültig ist, da die Kinder untereinander alle verschwistert und verschwägert sind, sodass ihre Mutter auch deren Tante ist.

Klassenraum im BNC

Als Freiwillige ist es hauptsächlich unsere Aufgabe mit den Kindern Hausaufgaben zu machen, one-to-one mit schwächeren Kindern zu lesen, Lunch auszuteilen und immer wieder das schöne stundenandauernde Disney-Prinzessinnen-Spiel zu spielen, wobei es wichtig ist, sich schnell eine der beiden übriggebliebenen Prinzessinnen zu schnappen, da man am Ende sonst mit dem dicken Bär spielen muss.

An einem Freitagnachmittag war ein Frauenfußballspiel zwischen  Namibia und Sambia, wir sind mit ein paar anderen Freiwilligen und den Kindern aus den Klassen 4- 7 ins Sam Nujoma Stadium gegangen. Der Weg führte durchs tiefste Katutura über irgendwelche Abkürzungen, immer geleitet von den Kindern, die sich stritten welches der bessere Weg wäre und die uns vor Männern beschützt haben, indem sie sie auf Damara anschrien. Dann erreichten wir zusammen mit noch einigen anderen Menschen das Stadium, besetzten es aber nur minimal. Es lief laute Musik, zu der die Mädchen alle möglichen Tanzmoves drauf hatten. Dann ging es los, die Nationalhymne wird laut im stehen mitgebrüllt und das Spiel begann und endete letzten Endes unentschieden.

Beim Fußballspiel - Wer genau hinsieht, erkennt mich.

Unterrichtet werden die Kinder von namibischen Lehrern und Studenten. Diese haben aber auch noch andere wichtige Dinge tun - wie zum Beispiel Beerdigungen zu organisieren - weshalb sie manchmal einfach nicht kommen. Ohne abzusagen, versteht sich.

Wenn so eine Situation da ist, kommt die Aufgabe auf die sich die Freiwilligen schon vorher lange gefreut haben: Unterrichten. Es gibt sicher talentierte Lehrer, die das mit links meistern und mal eben eine perfekt vorbereitete Stunde aus dem Ärmel schütteln.

Ich gehöre definitiv nicht dazu! Dabei mag ich Kinder unheimlich gerne, besonders die im BNC und die Zeit hat mir auch wahnsinnig viel Spaß gemacht. Für mich war es sehr lustig, wenn mich gefühlte 3000 Kinder nach einem Blatt Papier fragen und sich dann beschweren, dass sie ihre überaus wichtigen Zeichnungen auf ein Schmierblatt malen müssen.

Meine Freundin und ich haben eine Woche lang erst die erste und dann die zweite Klasse hintereinander in Mathematik unterrichtet. Man könnte denken, erste und zweite Klasse kriegen wir als Abiturienten gerade noch so hin, aber die Sache gestaltet sich doch etwas schwierig, wenn man ohne Grundschulausbildung und mit 25 Kindern bei 30°C in einem viel zu kleinen Raum steht und denen nur an der Tafel erklären soll, dass die 3 zwischen der 2 und der 4 liegt und nicht die 0, die 7 oder die 12. Es ist für mich einfach so unverständlich, dass die Kinder, die den Matheunterricht immer damit beginnen, dass alle schreiend- BRÜLLEND- von 1-100 zählen, nicht wissen welche Zahl zwischen der 2 und der 4 liegt. Also haben wir einfach versucht denen ein bisschen mehr Verständnis für Mathematik beizubringen und immer wieder das gleiche gerechnet.

Wie ich schon sagte, war es aber trotzdem eine unglaublich schöne Zeit und ich kann nur jedem empfehlen, dieses Abenteuer auch einmal zu wagen -  egal in welchem Alter. Es ist eine gute Möglichkeit sich selbst weiterzuentwickeln und Kindern in ärmeren Lebenssituationen zu helfen.

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