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Dian Fossey - Beschützerin der Gorillas in Ruanda

Berggorilla

Dian Fossey hat viel für die Gorillas in Ruanda getan und ihr Einsatz machte sie weltberühmt.
Als sie ihre Arbeit begann gab es in den Virunga-Bergen Ruandas nur noch etwa 250 Exemplare. 

Dies war der klägliche Rest einer Tierart, deren Existenz durch Wilderer, die Kopf und Pfoten der erlegten Tiere als Trophäen verkaufen, massiv bedroht war.
Entschlossen kämpfte sie gegen Wilderei und gilt noch heute als eine der leidenschaftlichsten Tierschützerinnen überhaupt – wenn ihre Methoden auch umstritten sind. Am Ende hat sie für diese Leidenschaft möglicherweise mit dem Leben bezahlt...

Schon früh zeigte sich Dian Fosseys Tierliebe und so war ihr Berufswunsch, Tierärztin zu werden, naheliegend. Ihr Studium der Tiermedizin musste sie jedoch wegen zu schlechter Prüfungsergebnisse in Chemie und Physik abbrechen. Anschließend arbeitete sie als Ergotherapeutin – ihre Sehnsucht nach den wilden Tieren ließ sie jedoch niemals los. Und so veränderte eine Reise nach Ostafrika im Jahr 1963 ihr Leben grundlegend. Hier begegnete sie dem Paläontologen und Anthropologen Louis Leakey als sie dessen Ausgrabungsstätte in der Olduvai-Schlucht besuchte. Dieser hatte bereits Jane Godell ihre Feldforschung an Schimpansen in Tansania sowie Birtué Galdikas ihr Projekt an Orang-Utans in Borneo ermöglicht.

Nachdem Dian Fossey erstmals Gorillas in freier Wildbahn begegnet war, überzeugt sie Louis Leakey, dass sie die Richtige für eine Langzeitstudie über das Verhalten und Leben der Berggorillas sei.Und so begann sie Ende 1966 ihre Arbeit in Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, musste jedoch wegen des Bürgerkriegs nach Ruanda ausweichen. Im September 1967 gründete sie im Gebiet der Virunga-Vulkane, genauer gesagt zwischen dem Karisimbi und dem Visoke nahe der Grenze zum Kongo ihre Forschungsstation das Karisoke Research Center, welches sie nach eben diesen beiden Vulkanen benannte.

Beginnend mit zwei Zelten bauten Fossey und ihre Begleiter nach und nach feste Hütten, um ein Basislager für ihre täglichen Exkursionen zu den Berggorillas zu haben. Von da an lebte sie insgesamt 18 Jahre in den ruandischen Wäldern, die bis zu 4.000 Meter über dem Meeresspiegel liegen und  meist wolkenverhangen, nebelig und kühl sind. Dieses beeindruckende Reich teilen sich die Gorillas mit Büffeln, Bergelefanten, Antilopen und Golden Monkeys. Noch heute wird Dian Fossey von den Einheimischen deshalb auch als „Nyiramacibili“ bezeichnet, was so viel heißt wie „Frau, die alleine in den Wäldern lebt“.

Die Berggorillas wurden für sie mehr als nur ein Forschungsprojekt, sie wurden für sie zu einem regelrechten Familienersatz. Es gelang ihr nicht nur das Verhalten zwischen den Gorillas in den einzelnen Positionen der Hierarchie sowie deren Kommunikation untereinander zu erforschen. Sie schaffte es auch, als eine der ihren akzeptiert zu werden und wurde sogar mit dem Nachwuchs betraut, der in ihrem Schoß schlief.Sie gab ihren Menschenaffen Namen, aß gemeinsam mit ihnen wilden Sellerie und dokumentierte alle ihre gesammelten Erfahrungen. Begleitet wurde sie dabei vom Tierfotografen Bob Campell.

Neben einigen Veröffentlichungen im National Geographic erschien auch bald ihre Autobiografie „Gorillas im Nebel“. Mit Sigourney Weaver in der Hauptrolle wurde das Buch 1988 unter dem gleichen Namen verfilmt und erhielt sogar einen Golden Globe und eine Nominierung für den Oscar.

Mit der besonderen Nähe zu den Tieren und der Erforschung in deren Mitte stand sie bei vielen Wissenschaftlern stark in der Kritik und auch mit ihrem Verhalten gegenüber den Wilderern brachte sie immer mehr Menschen gegen sich auf. Anfangs zerstörte Dian Fossey lediglich die Fallen der Wilderer und ließ die Gorillas durch Parkwächter beschützen.

Nachdem jedoch in der Silvesternacht 1977 ihr Lieblingsgorilla Digit, den sie als 5-Jährigen kennenlernte und ihn jahrelang begleitet hatte, durch Wilderer getötet und verstümmelt wurde, begann ein regelrechter Rachefeldzug gegen die Wilderer. Sie ließ deren Hütten und Felder niederbrennen, setzte ein Kopfgeld auf die Wilderer aus, die den Silberrücken Digit getötet hatten und entführte sogar ein Kind der Wilderer.Fossey nutzte die Bekanntheit und auch den Tod ihres Digits um internationale Aufmerksamkeit und Unterstützung für den Schutz der Berggorillas zu erhalten und gründete 1978 den „Digit Fund“, welcher sich aktiv für die bedrohten Menschenaffen einsetzte. Dian Fossey beerdigte sowohl ihren Digit, als auch andere ermordete Berggorillas auf dem sogenannten Gorillafriedhof den sie direkt auf dem Gelände der Forschungsstation errichtete.Alles in allem setzte sie sich nicht nur überaus energisch und mütterlich für die Gorillas ein, sie betrauerte auch ihren Tod wie den eines geliebten Menschen. Für ihr Engagement und ihre Forschung wurde ihr 1980 von der University of Cambridge die Ehrendoktorwürde verliehen.

Dian Fosseys umstrittene Methoden im Umgang mit den Wilderern wurden immer mehr zum Problem, denn sie war von einer beobachtenden Forscherin zu einer Aktivistin geworden.Die ruandische Tourismusbehörde betrachtete ihr Tun als Gefährdung des Tourismus und verweigerte ihr die Verlängerung ihres Visums.Dank eines wohlmeinenden hohen Beamten gelang es ihr dann doch noch ihr Visum um zwei Jahre zu verlängern, doch nur wenige Wochen später wurde sie am Morgen des 27. Dezember 1985 ermordet im Karisoke Camp in Ruanda aufgefunden.
Theorien um den mysteriösen und gewaltsamen Tod von Dian Fossey gibt es seitdem viele und eine abschließende Aufklärung des Falls wird es wohl nicht mehr geben. Entsprechend ihres letzten Wunsches wurde sie neben ihren Schützlingen auf dem Gorillafriedhof im Camp beigesetzt.

Doch was sollte nach dem Tod von Dian Fossey aus ihren geliebten Menschenaffen werden? Die von ihr gegründete Stiftung „Digit Fund“ wurde 1992 in „Dian Fossey Gorilla Fund International“ umbenannt und konnte ihre Arbeit in der ursprünglichen Forschungsstation weiterführen. Während des Völkermordes 1994 in Ruanda musste das Camp jedoch aufgegeben werden und konnte einige Zeit später in der nahe gelegenen Stadt Musanze neu gegründet werden. Die Stiftung arbeitet seitdem daran, die Bemühungen von Dian Fossey fortzusetzen und die Arterhaltung der Gorillas zu gewährleisten. Inzwischen beschäftigt das Karisoke Research Center über 100 Mitarbeiter, die sich sowohl mit der medizinischen Versorgung als auch der ständigen Überwachung der Menschenaffen beschäftigen und vor allem die Wilderer in Schach halten. Im Gegensatz jedoch zu Dian Fossey arbeiten sie heutzutage eng mit der ruandischen Behörde und den Menschen in der unmittelbaren Nähe zusammen, damit einer Koexistenz von Mensch und Tier nichts im Wege steht. Seit ihrem Tod im Jahr 1985 hat sich die Gorillapopulation von ca. 300 Gorilla auf schätzungsweise über 800 Gorilla vermehrt und das nicht zuletzt dank des von ihr so verabscheuten und verhassten Tourismus. Denn auch die ruandische Bevölkerung hat bemerkt, dass die steigende Gorillapopulation und deren Faszination in der ganzen Welt viele Touristen und somit auch viel Geld ins Land locken. So kam es auch, dass sie auf Anregung der Tourismusbehörde ihre traditionellen Taufzeremonien ihrer Neugeborenen auf die Gorillas übertragen haben und dies alljährlich als Baby Gorilla Naming Ceremony im Rahmen einer besonderen Feier mit dem Präsidenten und in Anwesenheit prominenter Gäste abhalten.

 

Dian Fossey hat die Gorillas mehr geliebt als die Menschen – vielleicht würde sie diese Entwicklung wieder mit den Menschen versöhnen. Aber das blieb ihr nicht vergönnt….

Das Grab von Dian Fossey

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