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Hemingway in Afrika


Hemingway? Diesen Namen hat sicher jeder schon einmal gehört. Aber sicher nicht im Zusammenhang mit Afrika.

Und doch gab es sie, diese ganz spezielle Verbindung zu Afrika. Hier ging er nicht nur auf Großwildjagd (nun ja, er war eben ein „Kind“ seiner Zeit), sondern fand auch Inspiration für seine nicht minder wichtigen Werke „Die grünen Hügel Afrikas“, „Das kurze Leben von Francis Macomber“, „Schnee auf dem Kilimanjaro“ oder „Die Wahrheit im Morgenlicht“.

Doch fangen wir von vorn an:

Ernest Miller Hemingway wurde am 21. Juli 1899 in Oak Park, Illinois, als Sohn eines Arztes und einer Opernsängerin geboren und erlebte eine recht normale Kindheit. Schon früh zeigte sich seine Abenteuerlust und besonders das Jagen und Angeln wurde zu seiner Passion.

Seine andere Leidenschaft war das Schreiben. Und so begann er schon im Alter von 18 Jahren seine Laufbahn als Lokalreporter und bald schon folgte der erste Roman – und in kontinuierlichem Abstand viele weitere.

Hemingway war auf dem literarischen Gebiet bereits eine Berühmtheit, als er sich 1933 auf Großwildsafari nach Ostafrika begab. Ja, auch sein Abenteurer-Herz wollte befriedigt werden!

Zuerst ging es nach Kenia, wo er in Begleitung des legendären Philip Percival und dem Großwildjäger Baron Bror von Blixen-Finecke (übrigens der Ehemann von Karen Blixen) auf Großwildjagd ging. Diese beiden gelten auch als Vorlage für die Figur des Robert Wilson in Hemingways Kurzgeschichte „Das kurze glückliche Leben von Francis Macomber“. Dabei entspricht der Charakter wohl Bror von Blixen-Finecke und das Aussehen dem des Philip Percival.

Das 1935 erschienene Buch „Die grünen Hügel Afrikas“, ist im Grunde ein Tatsachenbericht über seine Safari-Abenteuer im Januar/Februar 1934 in Tansania.  Hier jagte er mit seiner zweiten Ehefrau Pauline Pfeiffer und seinem Freund Charles Thompson vor allem im Gebiet des heutigen Lake Manyara Nationalparks in Tansania, wo er auf möglichst stattliche Hörner von Antilopenböcken als Jagdtrophäen hoffte. 10 Tage lang war er auf der Suche nach Kudus – einer Antilopenart mit einem ganz beeindruckenden Horn. Doch der Erfolg blieb aus. Zwar bereitete er sich jeden Morgen akribisch auf seine Safari vor, aber auch das nutzte nichts. Trotzdem fand Hemingway Gefallen am hügeligen Gebiet rund um den Lake Manyara.

Übrigens war ich 2009 auch im Lake Manyara Nationalpark unterwegs – ein merkwürdiges Gefühl, wenn man sich vorstellt, dass ein berühmter Mann wie Hemingway vor 75 Jahren am selben Ort war – einem Ort, den er selbst „Das Schönste, was ich je in Afrika gesehen habe“ nannte.
Allerdings lag meine Motivation in keinster Weise in der Jagd – höchstens in der auf gute Fotos.
Die Zeiten haben sich eben doch geändert!

Was sich allerdings nicht geändert hat, ist dieser Zauber, der von Afrika ausgeht. So ging es Hemingway und so geht es uns – ach ja, und Hollywood.

Und so wurde Hemingways 1936 erschienene Kurzgeschichte „Schnee über dem Kilimanjaro“ 1953 sogar verfilmt. Mit den damaligen Stars Gregory Peck, Susan Hayward, Ava Gardner und Hildegard Knef in den Hauptrollen wurde dieser Film zu einem echten Hollywood-Klassiker.

Und weil Hemingway von Afrika einfach nicht genug bekommen konnte, unternahm er von 1953 bis 1954 mit seiner vierten Frau Mary Welsh und seinem Sohn Patrick seine zweite große Ostafrika-Reise. Mehr als zwei Wochen brauchte der Schriftsteller damals für die Überfahrt von Marseille nach Mombasa mit anschließender Nachtfahrt im Zug und zwei Tagen im Auto bis die Pirschfahrt am Morgen endlich begann. Heute braucht man vom Abflug in Europa bis zum Beginn der Pirschfahrt keine 30 Stunden mehr.

Nach einigen bewölkten Tagen erhielt er endlich den sehnsüchtig erwarteten freien Blick auf den  mit Schnee bedeckten Gipfel des Kilimanjaro.

Hemingway-Fans können sogar heute noch Geschichten aus erster Hand über den großen Schriftsteller hören: In Oloitokitok an der Grenze zu Tansania hatte Darshan Singh ihn als Kind selbst erlebt, denn sein Vater hatte den einzigen Laden in der gesamten Umgebung des Kilimanjaro, in dem es Bier und Whiskey gab. Dort soll Hemingway den einen oder anderen Abend verbracht haben und sehr spendabel gewesen sein.

Seine zweite Ostafrika-Reise führte Hemingway 1954 auch nach Uganda, das besonders für die Murchinson Falls bekannt ist. Diese sind zwar nicht die tiefsten Wasserfälle Afrikas, aber dennoch enorm kraftvoll und Schauplatz des Filmklassikers „African Queen“ mit Katharine Hepburn und Humphrey Bogart in den Hauptrollen.

Diese Nilfälle wollte sich Hemingways Ehefrau Mary aus der Luft ansehen, weswegen sie beide in Nairobi mit einer Cessna starteten. Am 23. Januar 1954 sollte es von Costermansville, dem heutigen Bukavu über die Murchison Falls nach Entebbe gehen.  

Beim Anflug auf die Wasserfälle hatte der Pilot allerdings die Telegrafenleitung einer Lodge übersehen und schaffte gerade noch eine Notlandung im dichten Buschland. Und schon überschlugen sich die Nachrichten vom Tod des Schriftstellers – unzählige Nachrufe wurden gedruckt. Doch Mister Hemingway  verbrachte die Nacht unverletzt mit einem Lagerfeuer am Victoria-Nil im dichten Buschland mit Urwaldgeräuschen und wurde gemeinsam mit den restlichen Notgelandeten am nächsten Tag vom Touristenboot „SS Murchison“ aufgenommen und nach Butiaba am Albertsee gebracht.

Am Abend sollte von dort aus die De-Havilland-Maschine nach Entebbe starten, doch die geriet beim Start in Brand. Hemingway rettete sich und seine Frau, indem er sich gegen die Tür warf, wobei er sich Verletzungen an Kopf und Schulter zuzog, sowie Risse an Nieren, Milz und Leber, eine Quetschung des Rückenwirbels und leichte Verbrennungen. Letztendlich wurde er dann mittels Polizeiwagen nach Entebbe gebracht, wo er sich der Presse leicht bandagiert zeigte und einen kurzen trockenen Kommentar zu den beiden Bruchlandungen abgab, denn er entkam dem Tod so knapp, wie es sich für abenteuerlustige Draufgänger gehört.

Doch auch die beiden Flugzeugabstürze konnten Hemingways Liebe zu Afrika und den Safariausflügen nicht dämpfen. Bis zu seinem Freitod im Juli 1962 sagte er immer wieder, dass Afrika wie eine Droge für ihn sei und er nie wirklich abgereist ist.

Was gibt es dem hinzuzufügen?

Fotos: Ernest Hemingway Collection. John F. Kennedy Presidential Library and Museum, Boston.

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