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Karen Blixen und ihre Farm in Afrika


„Ich hatte eine Farm in Afrika“…. Mit diesem Satz beginnt einer der schönsten Filme in der Filmgeschichte – "Jenseits von Afrika".

Dieser Film, mit Meryl Streep und Robert Redford in den Hauptrollen, lockte im Jahr 1985 Millionen von Zuschauern in die Kinos und weckte eine kollektive Sehnsucht nach Afrika – diesem Kontinent mit seinem einzigartigen Zauber, dem auch wir immer wieder erliegen.
Doch für die meisten ist dieser Film nur eine Fiktion – eine tragische Geschichte. Nur wenige wissen, dass diese Geschichte sich genau so zugetragen hat. Sicher wurden hier und da im Film einige Dinge verzerrt oder geschönt, und dennoch: Karen Blixen, die von Meryl Streep so eindrucksvoll verkörpert wurde, gab es wirklich und es ist ihre Geschichte.

Aber wer war sie nun diese Karen Blixon – die 17 Jahre in Kenia lebte –
auf ihrer „Farm in Afrika“?

Karen Blixen wurde am 17. April 1885 in Rungestedlung bei Kopenhagen als  Karen Dinesen in eine gut bürgerliche Familie hineingeboren und wuchs mit vier Geschwistern in einem wohlbehüteten Elternhaus auf. Schon früh zeigte sich ihr künstlerisches Interesse. Bereits als Achtjährige schrieb sie Gedichte, später kamen Märchen Erzählungen und Theaterstücke hinzu. Nebenbei hatte sie eine große Leidenschaft für die Malerei und besuchte als junge Frau mehrere Kunstschulen in Kopenhagen, Paris und Rom. Nach dem Abschluss ihres Studiums an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen begann sie jedoch wieder zu schreiben und veröffentlichte erste Kurzgeschichten unter einem Pseudonym.

Mit ihrer Verlobung mit Bror von Blixen-Finecke im Dezember 1912 und dem Entschluss, nach Kenia auszuwandern und dort eine Milchfarm zu betreiben, nahm ihr Leben jedoch eine Wende und der Traum von einer künstlerischen Karriere schien begraben zu sein.Gleich nach ihrer Ankunft in Mombasa heiratete das Paar am 14. Januar 1914, doch schon kurz darauf bekamen Karens Träume einen herben Dämpfer: Ihr Angetrauter hatte nämlich keine Milch- sondern eine Kaffee-Farm  - die Mbaggathi-Farm – gekauft. Deren ungünstige Lage machte einen erfolgreichen Kaffeeanbau nahezu unmöglich. Doch Karen Blixon wollte es schaffen!
Wenig Unterstützung hatte sie dabei von ihrem Ehemann, der es vorzog, auf Großwildjagd zu gehen, das Geld mit vollen Händen auszugeben und es auch mit der Treue nicht so genau nahm.

Karen Blixon jedoch liebt die Arbeit auf der Farm und war zutiefst beeindruckt von den Menschen und diesem einzigartigen Land. Viele liebevoll geschriebenen Geschichten und Malereien erzählen von ihrer Zuneigung zu den Menschen, die auf ihrer Farm für sie arbeiteten. 

Trotz aller Widrigkeiten kauften die Blixons 1916 noch eine Farm dazu - M`Bogani, bei den Ngong-Hügeln außerhalb von Nairobi. Hierher zogen die Blixons im Jahr 1917.
Doch es kam, wie es kommen musste: 1921 war die Ehe der Blixons am Ende, 1925 folgte die Scheidung. Gesundheitlich angeschlagen stand Karen nun allein da und versuchte mit aller Macht, die Farm am Leben zu erhalten.

1918 hatte Karen bereits ihre spätere große Liebe, den Adligen Denys Finch Hatton kennengelernt, mit dem sie das Interesse an Literatur, Kunst und Musik teilte. Aus der anfänglichen Freundschaft wurde nach ihrer Scheidung eine intensive Liebesbeziehung. Finch Hatton zog zwar bei Karen in M`Bogani ein, war jedoch  meist auf Safaris unterwegs und schien sich nicht festlegen zu wollen.

Am Morgen des 14. Mai 1931 endete das Leben von Denys Finsch Hatton auf tragische Weise als er mit seinem Kleinflugzeug abstürzte.

1931 musste Karen Blixen nach 17 Jahren Ertragslosigkeit die Farm verkaufen und ging zurück nach Dänemark, wo sie sich wieder auf dem Familiensitz Rungestedlund niederließ und ihr Leben fortan dem Schreiben widmete. So erschien im Jahr 1937 „Out of Africa“ – das die Grundlage für den Film „Jenseits von Afrika“ von 1985 bildete. Auch einige andere Erzählungen von ihr waren recht erfolgreich und wurden verfilmt.

Ihr zunehmend schlechter werdender Gesundheitszustand zwang sie in den 1950er Jahren, mit dem Schreiben aufzuhören. Im Alter von 77 Jahren starb sie auf Rungestedlund, wo sich auch heute noch ihr Grab befindet.

Inzwischen ist auch der Film „Jenseits von Afrika“ schon 31 Jahre alt und vielen unter den Jüngeren kaum noch ein Begriff – geschweige denn der Name Karen Blixen.

Doch in Kenia ist Karen Blixen unsterblich. Hier gab sie vielen Hundert Menschen Arbeit, baute eine kleine Schule für die Kinder der Angestellten und setzte sich für die Menschen ein.  In Nairobi trägt ein ganzer Stadtteil ihren Namen. Im Viertel „Karen“ befindet sich auch das ehemalige Wohnhaus der Schriftstellerin – das M'Bogani-Haus, das heute ein Museum und bei Touristen und Filmfans sehr beliebt ist. Hier scheint die Zeit stillgestanden zu sein und man sieht sie förmlich vor sich, diese Karen Blixen…. Auf ihrer Farm in Afrika.

Fotos: Make it Kenya / Stuart Price

 

 

Kommentare (1)

  1. Kathrin Kalusa am 29.02.2016
    Freue mich immer über neue Mails von euch!!
    Interessanter Bericht über Karen Blixen .Das Buch und der Film sind phantastisch.
    Man riecht förmlich das schöne Afrika....
    Liebe Grüße Kathrin K.
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