Giraffe

Kenia in all seiner Vielfalt – Ein Reisebericht

Elefant im Samburu National Reserve

Meine erste Afrika-Reise führte mich vor 10 Jahren nach Tansania. Damals bin ich völlig unvoreingenommen und recht unvorbereitet (zumindest für meine Verhältnisse) dorthin gereist. Ich hatte wenig Erwartungen und bin eigentlich nur so „mitgefahren“.

Umso größer war dann meine Begeisterung. Diese Landschaften, die Tiere – einfach alles! Diese Reise hat mich einfach infiziert und zum totalen Afrika-Fan gemacht. Trotz anderer Reisen auf den Kontinent schlägt mein Herz auch weiterhin am schnellsten für Ostafrika.

Und so musste es letztes Jahr einfach mal wieder sein – eine Reise nach Kenia war der Plan. Es ging also auf eine 8-tägige Info-Tour, die mich von Nairobi über den Mount Kenya Nationalpark in das Samburu-Wildreservat, das Shaba Wildreservat, zum Lake Nakruru und in die Weiten der Maasai Mara führen sollte.

Nach einem etwa 8-stündigen Flug begrüßte mich Nairobi am Abend. Mit anderen Worten: Es war dunkel und von der ostafrikanischen Metropole nichts zu sehen. Allerdings bekam ich schonmal einen Eindruck von dem chaotischen Verkehr in dieser Stadt. Meine erste Nacht in Kenia verbrachte ich im Tamarind Tree Hotel und ich muss sagen: Wow! Das Hotel war äußerst modern und sehr stylish! Afrika? Eher New York, London, Tokio… Ich war beeindruckt. Was folgte war ein erstes Kennenlernen meiner Mitreisenden im Carnivore Restaurant ganz in der Nähe. Neben hervorragendem Essen – ACHTUNG: Vegetarier haben es hier nicht leicht – genossen wir einen lustigen Abend und ich wusste, die nächsten Tage werden es auch.

Tamarind Tree Hotel - Lounge
Tamarind Tree Hotel - Bar
Tamarind Tree Hotel - Frühstücksbuffet
Tamarind Tree Hotel - Zimmer

1. Tag – Auf gehts in den Mount Kenya National Park

In so einem Hotel kann man nur super schlafen und so konnte die Reise ins „wahre“ Kenia nach einem ausgiebigen Frühstück starten.

Aber was ist schon das „wahre“ Kenia? Die Maasai Mara mit ihren endlosen Savannen? Der Amboseli Nationalpark mit seinem herrlichen Blick auf den Kilimanjaro? Die Elefanten in Tsavo? All diese Bilder hat man im Kopf, wenn man an Kenia denkt.

Doch die erste Station unserer kleinen Reise entsprach so gar nicht meinem Bild von diesem Land. Wir waren im Mount Kenya Nationalpark. Hier finden Naturliebhaber ein echtes Paradies – grüne dichte Wälder, grüne Landschaften – war ich wirklich in Kenia?
Auch unsere Unterkunft für die kommende Nacht – die Serena Mountain Lodge – wirkte eher wie ein Waldhotel. Und ja, es verströmt auch den etwas holzvertäfelten, piefigen Charme längst vergangener Zeiten. Unschlagbar an der Serena Mountain Lodge ist jedoch das Wasserloch direkt vor der Lodge! Hier finden sich die Wildtiere, wie Büffel, Waterbucks und auch schonmal Elefanten ein. Dieses Glück hatten wir zwar nicht, aber dafür wurden wir früh um Vier von den Rufen mehrerer Hyänen geweckt.
Also hockten wir dort die ersten Stunden des Tages auf unserem Balkon und sahen dem Treiben eines kleinen Rudels Hyänen zu. Diese hatten einen Waterbuck gerissen und waren nun sehr „beschäftigt“.
Bei Sonnenaufgang kamen jedoch die Büffel und die Hyänen mussten sich trollen.
Wenn sich des nachts etwas Spektakuläres am Wasserloch tut – sich ein Elefant einfindet oder gar ein Leopard – wird man vom Personal übrigens auch geweckt.

Ausblick von der Serena Mountain Lodge
Wasserloch vor der Serena Mountain Lodge
Restaurant in der Serena Mountain Lodge
Büffel am Wasserloch der Serena Mountain Lodge

Oh, nicht unerwähnt bleiben sollte auch unsere Waldwanderung! Diese Wanderungen gehören zu den Aktivitäten, die hier angeboten werden und sollte man unbedingt machen. Da das Wetter bei unserer Ankunft leicht verregnet war, bekamen wir ein schönes grünes Regencape und grüne Gummistiefel verpasst und wanderten stillschweigend einer hinter dem anderen durch den Wald. Das soll jetzt gar nicht abwertend klingen – ganz im Gegenteil. Durch die Erzählungen und Erklärungen unseres Guides, wurde es ein sehr anschauliches und interessantes Erlebnis und gehört definitiv zu meinen Highlights auf dieser Reise. Allerdings reicht eine Übernachtung in der Serena Mountain Lodge völlig aus.

Wald im Mount Kenya National Park
Serena Mountain Lodge - Waldwanderung
Serena Mountain Lodge - Waldwanderung mit Guide
Serena Mountain Lodge - Kaffeepause nach Wanderung

2. Tag – Samburu National Reserve

Weiter ging es in das Samburu National Reserve und da war es plötzlich – Kenia, wie ich es mir vorgestellt hatte! Das Gebiet empfing uns mit einem palmengesäumten Flussbett, das nahezu ausgetrocknet war und mittendrin ein Elefant. Was für ein schönes Bild!
Auf so einer Inforeise hat man es ja immer eilig, denn das Programm ist straff. Und so ging es nach diesem ersten herrlichen Eindruck auch direkt zu unserer Unterkunft – dem Ashnil Samburu Camp. Und ich sage wieder einmal: WOW! Die Zelte des Camps verteilen sich direkt am Fluss und überblicken eine atemberaubende Landschaft. Auf der anderen Seite des Flusses streiften Elefanten umher und direkt vor unserem Zelt saß ein kleiner Kingfisher auf einem Holzpfahl ….
Auch die Zelte selbst lassen keine Wünsche offen – einfach traumhaft.
Am Nachmittag unternahmen wir noch eine Pirschfahrt und wurden mit tolle Tierbegegnungen belohnt. Elefanten, Oryx-Antilopen, Impalas, Zebras und auch ein kleines Rudel Löwen kreuzte unseren Weg.

Samburu National Reserve
Zelt im Ashnil Samburu Camp
Ashnil Samburu Camp - Ausblick
Kingfiisher im Ashnil Samburu Camp

3. Tag – Shaba National Reserve

Unsere nächste Station war die Sarova Shaba Game Lodge im Shaba National Reserve, das für Naturliebhaber zu den schönsten Gebieten in Kenia gehört. Aber auf dem Weg dorthin bekamen wir nochmal die Gelegenheit, die wunderschöne Landschaft des Samburu Reservates zu genießen und begegneten wieder einer Vielzahl von Tieren, darunter auch die nur in Kenia und Äthiopien vorkommenden Grevy-Zebras mit ihren putzigen Tellerohren.

Das Samburu National Reserve und das Shaba National Reserve liegen sehr dicht beieinander, weshalb es landschaftlich nicht so große Unterschiede gibt. Dennoch waren die Eindrücke einfach überwältigend. Die Reise fand kurz nach der Regenzeit statt und ich gebe zu, auch wir hatten verregnete Stunden. Dafür wurden wir aber mit unglaublichem Licht belohnt, als die Sonne wieder durch die Wolken brach. Die Sarova Shaba Game Lodge ist eine großzügige Lodge mit Zimmern, die sich in Steinbungalows auf zwei Etagen verteilen, einem großen, offen gehaltenen Hauptgebäude und einer schönen Poollandschaft. Ein großer Pluspunkt war hier übrigens auch das Essen… und die Atmosphäre, das Personal und und und ….

Fahrt durch Samburu
Grevyzebras im Samburu National Reserve
Einfahrt zum Shaba National Reserve
Landschaft im Shaba National Reserve

4. Tag – Der lange Weg zum Lake Nakuru

Doch leider ging es am Morgen schon wieder weiter. Es erwartete uns heute eine sehr lange Strecke. Dafür aber ein Ziel, dass ich unbedingt besuchen wolle – den Lake Nakuru. Dieser ist für seine großen Schwärme von Flamingos bekannt und die wollte ich natürlich sehen. Leider sind die Zahlen der Flamingos in den letzten Jahren wegen des zu hohen Wasserstandes immer weiter zurückgegangen und so musste ich meine Erwartungen doch zurückschrauben.

Der Weg dorthin war lang – seeeehr lang – und wir erreichten den Lake Nakuru erst nach etwa 7 Stunden Fahrtzeit. Unterwegs bekamen wir dafür einen interessanten Einblick über das Land und seine Bewohner. Ich schreibe mit Absicht nicht „schöne Eindrücke“, denn nicht alles, was man sieht ist schön. Im Gegenteil – immer wieder überkommt mich doch die Demut, wenn mir vor Augen geführt wird, wie gut es uns hier geht.

Der Lake Nakuru empfing uns bei schönstem Sonnenschein, doch die Zeit drängte – wir mussten zu unserer Lodge. Der Lake Nakuru Sopa Lodge, um genau zu sein. Immer weiter hinauf auf einen Berg schob sich unser Fahrzeug und oben, am Ziel angekommen, genossen wir einen atemberaubenden Blick auf den Lake Nakuru! Unglaublich, wie er in der Sonne glitzerte.
Die Lodge selbst ist groß und touristischer als die anderen, aber der unglaubliche Ausblick macht alles wett.

Der Lake Nakuru
Ausblick von der Lake Nakuru Sopa Lodge
Lake Nakuru Sopa Lodge - Restaurant
Zimmer in der Lake Nakuru Sopa Lodge

Unser Glück währte jedoch nur kurz, denn nach dem Lunch verzog sich das schöne Wetter und es regnete. Toll! Und ausgerechnet jetzt, wo die Pirschfahrt auf dem Programm stand und ich den Flamingos endlich begegnen wollte. Na gut, man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen. Der See erwartete uns mit einem stimmungsvollen Licht, hervorgebracht durch diesen faszinierenden Mix aus Sonne und Regen – nahezu mystisch. Das ging uns übrigens allen so – irgendwie waren wir alle ein bisschen ergriffen von so viel Schönheit. Nur die Flamingos waren natürlich nicht in so reicher Zahl vorhanden. Aber immerhin, es waren welche da! Um den See herum lassen sich übrigens wunderbar Tiere beobachten. Uns begegneten die besonderen Netzgiraffen und auch Nashörner.
Auch wenn der Besuch am Lake Nakuru nicht mehr als eine kurze Stippvisite war, es ist beschlossen: Da MUSS ich wieder hin – mit Flamingos oder ohne!

Stimmungsvoller Lake Nakuru
Flamingos am Lake Nakuru
Nashörner am Lake Nakuru
Netzgiraffen am Lake Nakuru

5. und 6. Tag – Maasai Mara – Weites Land

So langsam neigte sich die Reise nun schon wieder dem Ende entgegen und es stand unser letztes Reiseziel, die wunderbare Maasai Mara, auf dem Programm. Doch bis dahin ist es wieder ein weiter Weg – wieder 7 Stunden!
Aber gut, sahen wir wieder viel von Land und Leuten. Und wirklich, Kenia ist spannend! Was haben wir unterwegs für unterschiedliche Landschaften gesehen – es ging bergauf, es ging bergab – nette Menschen getroffen und viele Tiere gesehen. Das klingt schon so nach Abschied, oder? Doch wir hatten noch zwei Tage in der Maasai Mara. Und diese empfing uns – wir konnten unser Glück kaum fassen – mit den Vorboten der Great Migration. So viele Gnus und Zebras – und das war erst der Anfang! Landschaftlich sehe ich nur Weite, Savanne wohin das Auge reicht… und strahlend blauer Himmel. Was will man mehr?

Gnus in der Maasai Mara
Zebras und Gnus in der Maasai Mara
Maasai Mara - Safari-Fahrzeug
Die Weiten der Maasai Mara

Unsere Unterkunft ist die Mara Engai Lodge – 5 Sterne, ich kann es nicht unerwähnt lassen. Und für diese Lodge gibt es wieder ein WOW! Um zu ihr zu gelangen, mussten wir erstmal gefühlt die ganze Maasai Mara durchqueren und angekommen am Fuße eines Berges, wurden wir in so kleinen lustigen Fahrzeugen (deren Namen ich vergessen habe) diesen hinaufgebracht. Unterwegs erstreckte sich unter uns die Mara…

Oben angekommen, die Mara Engai Lodge. Deren Zelte verteilen sich so, dass alle Gäste ein Höchstmaß an Privatsphäre genießen. Unseres lag so weit oben, dass es in den Baumwipfeln zu schweben schien. Die Zelte sind einfach riesig und wunderschön. Auch der Service hier war einfach fantastisch. Ach was, alles war fantastisch! Am Abend ging es nochmal höher den Berg hinauf zum Sundowner, den wir alle sehr genossen haben. Als wir uns auf den Rückweg zur Lodge machten, war die Sonne schon untergegangen, aber unser Gesang des Liedes „Jambo Bwana“ schallte durch die Dunkelheit. Nein, wir waren nicht betrunken, einfach nur beseelt und Singen macht ja bekanntlich noch glücklicher…

Mara Engai Lodge - Blick über die Maasai Mara
Mara Engai Lodge - Zelt von außen
Mara Engai Lodge - Zelt von innen
Mara Engai Lodge - Sundowner

Der nächste Morgen begann mit etwas ganz Besonderem: einem Buschfrühstück mit Blick über die Maasai Mara. Eine unserer Mitreisenden hatte Geburtstag und zur Feier des Tages musste das einfach sein. Auf dem Tisch stand sogar eine richtige Geburtstagstorte und das Personal sang ein Ständchen. Und dann dieser Ausblick – die Sonne ging gerade auf und die ersten Ballonsafaris waren schon gestartet. Fazit meiner Mitreisenden: „So einen schönen Geburtstag hatte ich noch nie!“. Ich habe genau sieben Tage später Geburtstag und war ein kleines bisschen neidisch – ein kleines bisschen.
Anschließend ging es wieder auf Pirsch – einen ganzen Tag lang. Es stand zwar auch noch zwei Unterkunftsbesichtigungen an, aber ansonsten: hoffentlich Tiere, Tiere, Tiere. Von denen haben wir allerdings gar nicht soooo viele gesehen. Ein paar Löwen, die dafür ganz besonders schön in Pose gesetzt haben, Elefanten und ein diebischer Schakal – nicht viel aber einzigartig. Am späten Nachmittag kamen wir noch in den Genuss eines herrlichen Sonnenuntergangs und dann war er auch schon da – der letzte Abend.

Sonnenaufgang über der Maasai Mara
Buschfrühstüch über der Maasai Mara
Löwen in der Maasai Mara
Sonnenuntergang in der Maasai Mara

Nach einem ausgiebigen Frühstück stand nun also die Rückreise an. Doch auch dieser Tag hielt noch einmal ein Wahnsinns-Erlebnis für uns bereit – ein echtes Finale! Unterwegs gerieten wir nämlich in einen Strom (!) von Gnus – die Great Migration war in vollem Gange. Waren wir vor zwei Tagen schon total begeistert, so gab es jetzt noch eine Steigerung. Tausende Gnus rannten über unsere Piste und teilten sich nur, um unser Fahrzeug nicht umzurennen. Auf der gegenüberliegenden Seite bewegten sie sich wie riesige Schwärme und rannten und rannten. Kein Foto, kein Video kann widergeben, was das für Eindrücke sind. Irgendwann bahnten wir uns schließlich einen Weg durch die Massen und machten uns auf den Weg nach Nairobi, von wo wir unseren Heimweg antraten.

Mein Fazit: In den letzten Jahren hatte Kenia als Reiseland einen recht schlechten Ruf – zu Unrecht wie ich finde. All diese Highlights – man muss sie einfach gesehen haben. Und auch wenn ich das Gefühl hatte, ich wüsste, was mich erwartet, hat mich Kenia doch in so vielerlei Hinsicht überrascht und begeistert. In keinem Moment habe ich mich unsicher gefühlt (und ich bin ein eher ängstlicher Typ – das würde jeder in meinem Bekanntenkreis unterschreiben) und die Menschen waren sehr herzlich. Alle Unterkünfte, in denen wir übernachtet haben, waren sehr gut ausgestattet und hatten ihren eigenen Charme. Es mangelte uns an nichts.
Alles in allem: Kenia ist eine Reise wert!

Hier geht es übrigens zu unseren Kenia-Reisen…

Gnuwanderung in der Maasai Mara

Kommentare (0)

Noch kein Kommentar vorhanden

Neuen Kommentar schreiben

Ja, ich möchte auch den monatlichen Afrika-Newsletter bestellen.

Wir beraten Sie zu Rundreisen und Safaris in Südafrika, Botswana, Namibia, Sambia, Simbabwe, Malawi, Tansania, Kenia, Uganda, Ruanda sowie Wellnessorte am Indischen Ozean, wie Afrika Urlaub auf Mauritius, Mosambik, Madagaskar, Seychellen und Sansibar. Buchen Sie eine Erlebnisreise mit uns...