Giraffe

Mit der Familie Afrika entdecken – oder aber mit Afrika die Familie entdecken

Louis Venter Auge in Auge mit einer kleinen Echse

Wieso für mich die Reise als Familie nach Südafrika so prägend war und wie ich meine Eltern und Geschwister besser als Menschen kennenlernen durfte, das möchte ich euch gerne in meinem ganz persönlichen Blogeintrag erzählen!

Fünf. Die Zahl 5 hat für mich so einige Bedeutungen, dass sie meine Lieblingszahl ist, mal beiseitegeschoben. Fünf kleine Erdenbürger machen meine Familie aus, fünf kleine Tiere, aufpassen, Ironie im Anmarsch, machen die Big-Five aus und im schönen Alter von fünf bin ich zum ersten Mal allein nach Kapstadt, Südafrika geflogen. Ja, in jenem Alter, in dem man noch von allen Ü60 auf der Straße als süßer Bengel angesprochen wurde und das ein oder andere Herz einer Dame gestohlen hatte, wurde ich als kleiner Christoph Kolumbus auf meine erste große Reise in die südliche Hemisphäre geschickt, ein Traum! Nicht nur war meine betreuende Stewardess so fürsorglich, dass sie gleich meine Ersatzmutti hätte sein können, ihr Lächeln und Temperament als ich sie in meinem gebrochenen Englisch mit „May I have a Coke, please?“ konfrontierte, just nachdem ich zu meinem Sitzplatz im großen Vogel gebracht wurde, war unbezahlbar und lässt mich selbst jetzt noch, mit meinen 18 Jahren, schmunzeln.

Doch ich weiß: Was ich als die beste Chance für die Kinderseele betrachte, die Vielfältigkeit der Menschen in Südafrika und die Schönheit der Kulturen zu erfahren, empfinden einige Eltern als Zumutung. Eben jenen Eltern unter euch, meinen lieben Afrika-Freunden, Backpackern und Hobby-Reisenden, die ihr Kind lieber mal bis an die Nasenspitze in Watte einpacken und die zweiwöchige Reise an die Ostsee auf der Exotik-Skala eine 11 von 10 geben, möchte ich diesen Blogartikel widmen. Ich möchte keinen Vortrag über Erziehungsmethoden halten, dazu bin ich nicht qualifiziert und mal ehrlich, wer lässt sich schon gerne etwas von einem gerade eben erst volljährig gewordenen Grünschnabel sagen (Hinweis: meine Lehrer nicht). Doch all die Reisen, die ich zusammen mit meiner fünfköpfigen Familie nach Afrika unternehmen durfte, waren ein Abenteuer. Ob wir nun nach Südafrika flogen und die Familie besuchten, ob wir einen Safari-Urlaub in Botswana, Namibia oder Tansania machten oder in Simbabwe eher ärmere Regionen erkundeten und so einige Sachen aus Deutschland für die Kinder mitbrachten, der Bann Afrikas war allgegenwärtig. Den Jungfrauen unter euch, also jenen, die noch kein einziges Mal im südlichen Afrika unterwegs waren, möchte ich dieses Wunder so gut wie möglich erklären, auch wenn es kaum in Worte zu fassen ist.

(Vorsichtig, es wird weit ausgeholt. Für wen die Erklärung uninteressant ist, einfach zum nächsten Absatz :)

Louis in Suedafrika Kapama
Caspar mit-O´nel und Schildkröte in Südafrika
Familie Venter in Südafrika
Venter Kids in Namibia

In Deutschland ist das A und O unserer Gesellschaft Sicherheit. Doch mit Sicherheit kommen so einige Faktoren mit sich. Bürokratie, die das Leben unpersönlich und zusätzlich formell gestaltet. Isolierung, der beste Freund eines Jeden ist das Handy, die Passanten sind nur irgendwelche zu ignorierenden Fremden. Uniformität, arbeiten, um zu leben war gestern, leben, um zu arbeiten ist heute. Dieser Bildungsweg begleitet jeden Deutschen sein Leben lang, wobei essentielle Eigenschaften wie Freundlichkeit und Offenheit oftmals auf der Strecke bleiben.

Doch in Afrika ist es anders. Ich will die Länder Afrikas jetzt nicht verallgemeinern, doch die pure Freundlichkeit ist überall spürbar. Ob nun der Guide, der dir während einer Safari jede mögliche Vogelart aufzählen kann, jedem Lebewesen mit größtmöglichem Respekt begegnet und auch die hundertste Frage meines Vaters mit einem Lächeln beantwortet. Ein Stammesmitglied, das uns Fremde zu einem gemeinsamen Singen mit den Kindern des Dorfes einlädt und sich über unsere zu klein gewordenen Schuhe SOOO sehr freut. Oder einfach nur der Passant, der dich mit einem „goeiemôre" begrüßt und fröhlich seinen Weg geht. Diese Menschlichkeit und dennoch die Varietät an Kulturen machen solch eine Reise zu einem exotischen Erlebnis, ein Wunder, dass regelrecht das Positive am Mensch-sein darstellt.

Venter Kids bei den Damaras
O´nel in Tansania
Hannes mit einheimischen Kindern
Venter Tours Kids bei den San in Botswana

Wieso also mit der Familie nach Afrika? Wenn die Lampe noch nicht zu leuchten begonnen hat, möchte ich noch einen nachsetzen. Bestimmt hat der ein oder andere König der Löwen, ob nun als Animationsfilm oder die kürzlich erschienene Version, gesehen. Einige von euch können vermutlich sogar die Erfahrung mit mir teilen, nicht nur das Theaterstück in Hamburg gesehen, sondern erlebt zu haben. Tränen sind gekullert und man hat sich Gedanken gemacht. Was macht eine Familie aus? Was sind die Pflichten des Sohnes gegenüber seinem Vater, seiner Eltern? Gibt es denn die Tiere überhaupt, also außerhalb des Zoos? Wieso sind Timo und Pumbaa so unglaublich cool? Die letzte Frage kann ich mir noch immer nicht so ganz erklären, ein tierisches Mysterium, wenn ihr mich fragt. Doch was feststeht ist, dass etwas von der Vorführung geblieben ist, dass des Werkes Glanz auf unsere Erinnerung gewirkt hat …
Ich werde zu philosophisch, nicht wahr? Also, vereinfacht gesagt: Ob nun ein Bootstrip im Okavango-Delta, eine Safari-Woche im Kruger Nationalpark, einen lehrreichen Trip durch die Namib oder Campen in der Wildnis von Botswana. Ich durfte als Kind alles mit meinen Liebsten zusammen erleben und habe dabei so viel gelernt, so viel gesehen. Es waren Reisen, bei denen das afrikanische Wunder uns geprägt hat, der Bass der Trommeln in unseren Herzen widerschallte und ich meine Eltern und Geschwister eben als Personen, mit eigenen Träumen und Wünschen, kennenlernen durfte. Der Respekt gegenüber den Hippos im Delta. Der Löwe, der eine Gruppe von Impalas jagt. Die Termiten, die auf ihren zwei-Meter-hohen Hügel krabbelten oder die Affen, die tags- sowie nachtsüber unser Zeltlager besuchen kamen. Diese Impressionen und noch viele, viele mehr bleiben in Erinnerung. Denn sie erinnern mich an die Natürlichkeit von Mutter Natur, Leben und leben lassen und dennoch ein Bestandteil des natürlichen Kreislaufs der Erde.

Aber jetzt bitte nicht falsch interpretieren, es sind noch immer wilde Tiere, in dessen Habitat man sich bewegt. Auch wenn ich und mein jüngerer Bruder uns vor Lachen kaum noch einkriegen konnten, als wir auf der einen Seite des Safari-Autos standen und ein erwachsener Elefantenbulle direkt auf der anderen Seite unseren Wein geext hatte wie kein Zweiter. Ein respektvoller Umgang und die Akzeptanz des natürlichen Geschehens sind das A und O einer jeden Reise und bitte auch nicht dann aus dem Auto steigen, wenn ein niedliches Elefanten-Baby alleine am Auto steht und genau so lächelt, wie das Kuscheltier, welches ihr eurem Kind vor Anbeginn der Reise im Spielgeschäft gekauft habt. Genau das wäre der Moment, in dem man vielleicht doch lieber den Rückwärtsgang einlegt.

Kids beim Angeln in Botswana
Familie Venter auf Safari in Botswana
O´nel und Hannes in Botswana
Familie Venter bei den Victoria Falls

Eltern oder Großeltern, ein Appell an euch. Für ein kleines Kind wie ich es einst war gibt es nichts Schöneres auf der Welt, als um 6 Uhr morgens, während der Morgensafari, auf dem Schoß der Mutti oder der Omi einzuschlafen, eingelullt in die warmhaltende Decke und von den ersten Sonnenstrahlen geweckt zu werden, wenn man die ersten Tiere beim Grasen entdeckt. Eine Harmonie, mit uns, dem privilegierten europäischen Touristen, als Beobachter und dem Guide als Vermittler. So ein Erlebnis erwärmt das Herz eines Jeden, lässt die Eltern den Stress der Arbeit vollkommen vergessen, lässt die Rentenangst der Großeltern als unwichtig erscheinen und stellt das Handy, die Playstation oder den Computer des Kindes als uninteressant dar.

Diese Welt bietet die Möglichkeit, uns menschlich weiterzuentwickeln und mit den Liebsten unvergessliche Tage zu verbringen. Ich spreche hier nicht vom Kontinent Afrika, nicht von der 30,3 Millionen km2 großen Fläche Land. Ich spreche von den Menschen und den Tieren, von der vielfältigen Landschaft und den noch vielfältigeren Kulturen und von all den Farben, die dem Gemälde namens Urlaub Harmonie verleihen. 

Also, meine lieben Afrika-Freunde, begebt euch auf eine Reise nach euch selbst, erweitert eure Sichtweisen und lasst das Wunder Afrika auf euch einwirken. Denn ob kreatives Kind, ein Student ohne Verpflichtungen wie ich einer bin, Erwachsener oder Oma/Opa. Afrika hat für jede Altersgruppe etwas zu bieten. Deshalb vergesst eure Familie nicht zu Hause, denn die schönsten Abenteuer erlebt man bekanntlich zusammen.

Louis Venter

Die gesamte Venter Familie in Tansania

Venter Familie in Tansania von links nach rechts: Katja, Louis (16), Hannes (13), O'nel (11), Caspar

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