Giraffe

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'O sole mio‘ auf dem Okavango – 12/2015


Manchmal sind die Wunder der afrikanischen Natur einfach zu groß, um sie zu begreifen. Zu diesen Wundern zähle ich seit meiner letzten Botswana-Reise das Delta des Okavango - 2014 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt.

Schon die schiere Größe macht sprachlos: Wenn man mit dem Kleinflugzeug darüber hinweg fliegt, scheint das üppige Feuchtgebiet kein Ende zu nehmen. Und dabei liegt es inmitten der staubtrockenen Kalahari-Wüste. Über 15 000 Quadratkilometer erstreckt sich dieses einmalige Paradies der Artenvielfalt. Wer auf der Suche nach wirklich exklusiven Erlebnissen in der Natur ist, für den ist ein Besuch im Okavango Delta Pflicht. Im Innern Botswanas kann man tatsächlich noch unberührte Natur erleben. Ohne Zäune, völlig frei und ungezähmt, manchmal ganz allein mit der Natur vereint. Wenn man sich dann noch so fortbewegen konnte wie ich, ist es ein wahres Abenteuer. Doch dazu später mehr…

Während meiner Reise besuchte ich verschiedene Lodges von Desert & Delta, ein renommiertes Safariunternehmen aus Botswana, das mehrere Lodges in verschiedenen Regionen in Botswana im Portfolio besitzt.

Als erste Station führte meine Reise zum Xakanaxa Camp (gesprochen Ka-kan-a-ka) inmitten des 4 900 Quadratkilometer großen Moremi Tierschutzgebietes. Es ist eine der Lodges, von der aus man das ganze Jahr über Fahrten im Boot als auch Tierbeobachtungsfahrten in offenen 4x4 Safarifahrzeugen unternehmen kann. Der Khwai River fließt direkt vor dem Camp. Eine schier unglaubliche Kulisse, wenn abends bei einem kühlen Gin Tonic auf der Terrasse die Sonne direkt vor der Nase in den Fluss zu fallen scheint. Während meiner ersten Safari konnte ich Löwen beim Fressen eines Kudus beobachten, was doch schon ein eigenartiges Gefühl in mir auslöste. Was besonders beeindruckend ist, man fühlt sich ziemlich allein inmitten des afrikanischen Busches und mit der Tierwelt in Augenhöhe.

Mit dem Buschtaxi (Kleinflugzeug) flog ich von hier aus in Richtung Magkadigkadi Nationalpark. Die Attraktionen hier sind die berühmten Salzpfannen. Mit 12 000 Quadratkilometern sind sie die größten der Erde und bestehen aus zwei Hauptpfannen und Tausenden kleinerer Pfannen. Es ist einer der trockensten Nationalparks der Erde. Als traumhafter Ort zum Verweilen empfiehlt sich die nahe gelegene Leroo La Tau Lodge. Sie liegt am Ufer des Boteti Flusses an der Grenze zum Makgadikgadi Nationalpark, und ihr Name heißt in der Sprache der Einheimischen „Löwenpfote“. Hier kann man mit in der Trockenzeit riesige Tierwanderungen von Gnus und Zebras beobachten, wenn sie auf der Suche nach Wasser durch den Busch zum Boteti River streifen. Nach der Serengeti ist dies die zweitgrößte  Zebra-Wanderbewegung überhaupt. Sehr beeindruckt hat mich hier der Sonnenuntergang über dem Fluss während unseres „Sundowner Drives“ – ausgeschmückt mit einer Fülle an verschiedenen Tieren auf dem bisschen grünen Fleck inmitten der trockenen und üppigen Savannenlandschaft. Da der Boteti Fluss unvorhersehbar ist und zu bestimmten Zeiten sehr trocken sein kann, ist auch die dortige Tierwelt schwer einschätzbar. Ich hatte Glück und konnte viele Löwen, einige Elefanten, Giraffen, viele Gnus und Zebras grasend am Fluss beobachten.

Doch nun zum meinem speziellen Abenteuer: So eine Wassersafari auf dem riesigen Okavango ist ja an sich schon eine spannende Angelegenheit. Krokodile, Flusspferde, Elefanten, unzählige Vogelarten und unbekannte Geräusche fordern die Aufmerksamkeit. Mit dem Mokoro (einheimisches Einbaumboot) ist es gleich noch viel spannender. Man ist wirklich auf Augenhöhe mit der Tier- und Pflanzenwelt, ist abgesehen vom Poler (quasi der Gondoliere) allein auf weiter Flur und denkt unwillkürlich an das Bild von der Nussschale auf dem Meer. Die Atmosphäre ist einmalig: Alles strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, man ist völlig eins mit der Natur, die man aber immer auch kritisch im Blick haben sollte – Hippos und Krokodile schätzen es nicht so sehr, wenn man in ihr Revier eindringt. Nun wollte ich es wissen, wie es so ist als Poler eines Mokoros. Fazit: unglaublich anstrengend! Wenn man es nicht beherrscht, mit dem langen Holzstock das Boot nach vorn auf Kurs zu bringen und zu halten, dreht man sich erst einmal lustig im Kreis. Und dazu wackelt es wie ein Lämmerschwanz. Aber irgendwann ging es tatsächlich mal geradeaus – hätte nicht viel gefehlt, und ich hätte vor lauter Stolz „'O sole mio“ wie ein venezianischer Gondoliere gesungen. Doch das blieb den Tieren zum Glück erspart. Und während ich noch stolz um die ersten Meter geradeaus kämpfte, kamen die Poler-Profis schon zurück von ihrer Tour …

Das Ganze erlebte ich in der Nähe der Xugana Island Lodge, einem kleinen Paradies inmitten des großen Okavango-Paradieses. Daran werde ich mich immer erinnern, ebenso wie an den Bauchmuskelkater meines Lebens, der am Tag nach meiner Mokoro-Tour auf mich wartete. Einbaum fahren ist eben Leistungssport!

Weiter führte die Reise zur Savute Safari Lodge. Hier lernte ich endlich den Unterschied zwischen Savute und Savuti kennen. Oft hatte ich mich gefragt, welche Schreibweise die richtige ist, dabei gibt es beide in unterschiedlicher Bedeutung. Savute steht für die Region, Savuti für den Fluss, der auch der gestohlene Fluss genannt wird. Warum? Nun, er ist unvorhersehbar. Von 1982 bis 2010 war er eingetrocknet, zwischen 2010 und 2014 war er mit Wasser gefüllt. Niemand weiß, wann er trocken sein wird und wie lange. Damit auch die Außenwelt von dem Savute(i) Phänomen weiss, habe ich doch gleich mal meinen Guide Baba interviewt. Schaut euch das Video mit der Erklärung an und achtet vor allem auch auf meine „netten“ Mitreisenden im Hintergrund!

Unbedingt muss ich Euch noch von der traumhaften Chobe Game Lodge erzählen, eine der ältesten Lodges Afrikas überhaupt. Kein Wunder, liegt sie doch als einzige Lodge inmitten des ältesten Nationalparks Botswanas, der kurz nach der Unabhängigkeit 1967 gegründet wurde. Ich durfte in der großzügigen Liz-Taylor-Suite mit eigenem Pool schlafen –  das war schon etwas Besonderes, denn die berühmte Diva war tatsächlich einst hier zu Gast. 

In der Chobe Game Lodge wird Nachhaltigkeit besonders groß geschrieben, davon konnte ich mich vor Ort überzeugen und finde es Wert hier in meinem Bericht erwähnt zu werden. Neben aufwendigen Photovoltaik-Anlagen zur Stromversorgung sieht man hier auch Elektroautos, die als Safarifahrzeuge genutzt werden. Die besondere Ruhe, die man dadurch während einer Safarifahrt erlebt, ist wirklich einmalig. Nicht nur die Gäste, sondern insbesondere auch die Tiere fühlen sich weniger durch den sonstigen Motorenlärm der Autos gestört. Selbst ein Boot mit Solardach wird für den Bootsausflug auf dem Chobe Fluss eingesetzt. Übrigens sind in dieser Lodge die Chobe Angels zuhause, ich spreche nicht von einer Musikband, sondern von wirklich interessierten und motivierten Frauen, die die Safariaktivitäten mit den Gästen unternehmen. Ich fand es sehr angenehm und war überrascht, mit welcher Hingabe das viele Wissen die weiblichen Safariguides übermitteln konnten.

Sehr interessant fand ich auch das Recycling von den leeren und gebrauchten Glasflaschen der Chobe Game Lodge. Das anfallende Glas von den Getränkeflaschen der Gäste wird speziell recycelt: man stampft es klein und nutzt es als Beimischung für Ziegel, aus denen Häuser gebaut werden. Eine wirklich tolle Idee und mit Recht kann man sagen, dass diese Lodge das Eco Tourism Zertifikat verdient hat. Eine kleine Besichtigungstour zu den Öko-Maßnahmen kann jederzeit von der Lodge aus unternommen werden und ist von meiner Seite her sehr zu empfehlen.

Die Chobe Game Lodge liegt direkt am Chobe-Fluss, man kann so fantastische Tierbeobachtungen quasi vom Frühstückstisch aus machen. Eine der Besonderheiten des Chobe Nationalparks sind seine Wilden Hunde, deren Bestände bedroht sind.

Übrigens solltet ihr für einen Botswana Besuch unbedingt warme Kleidung immer dabei haben, denn die Safarifahrten werden früh morgens in offenen Fahrzeugen unternommen, so dass es bei kälteren Temperaturen insbesondere in den Wintermonaten (Juni-August) doch schon ganz schön eisig werden kann. 

Wenn ihr mehr über die unberührte Natur Botswanas und die besten Methoden gegen Bauchmuskelkater erfahren möchtet, sprecht mich direkt an. Ich konnte hier nur einen Bruchteil dessen erzählen, was ich erlebt habe.

Hier noch ein paar "bewegte" Eindrücke

Kommentare (2)

  1. Mady Staake am 28.02.2016
    Hallo, ich habe den Bericht über Botswana gelesen und bin an einer Gruppenreise Botswana interessiert.
    Wann ist die beste Reisezeit und was würde eine Reise mit EZ kosten incl. Flüge.

    Freundliche Grüße
    Mady Staake
    1. Katja am 28.02.2016
      Hallo Mady,
      die Hauptreisezeit in Botswana ist, während der Trockenzeit, also zwischen Juni/Juli bis Oktober. Das heißt aber nicht unbedingt, dass es die schönste Zeit ist. Wenn es trocken ist, dann finden sich viele Tiere an den dortigen Wasserlöchern, die man auf Safari besuchen kann. Allerdings sind sehr viele Tiere in Botswana beheimatet, so dass man auch noch reichlich Tiere in der Nebensaison sehen kann. Da Botswana sowieso schon sehr hochpreisig ist, bietet sich die Nebensaison an, um die Reisekosten geringer zu halten. Wir haben auf unserer Homepage eine kleine Übersicht zur Reisezeit Botswana erstellt. Schau mal unter: www.ventertours.de/botswana-reisewetter/ Ich bin sehr oft in November und Dezember sowie auch in der Regenzeit in Botswana unterwegs, da die Orte, dann nicht so ganz überfüllt sind, es fühlt sich ein bisschen relaxter an. Allerdings muss man auch wissen, dass im November, Anfang Dezember das Wasserlevel im Okavango Delta sehr niedrig sein kann und somit Mokoroausflüge teilweise nicht durchgeführt werden. Auf meiner jetzigen Reise war es auch schon etwas erschwerlich, aber letzten Endes hat es doch noch geklappt. Kristin Glinka, unsere Botswana-Beraterin, wird sich bei dir wegen eines konkreten Angebotes mit Einzelzimmerzuschlag melden. Ich hoffe, ich konnte dir erst einmal weiterhelfen.
      Viele Grüße, Katja
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