Giraffe

Rundreise um das Okavango Delta - Reinhard Schüler 2019

Reisegruppe Schüler

Nach der Bahnfahrt und zwei anstrengenden Flügen mit Zwischenlandung in Addis Ababa kamen wir ziemlich erschöpft in Victoria Falls an. Dort wurden wir abgeholt und zum „Amadeus Garden Guesthouse“ gebracht.

Wir alle freuten uns auf ein ordentliches Abendessen und noch mehr auf das Bett.

Zum Abendessen liefen wir in die „City“. Im Shopping Center „Elephant Walk“ gibt es einen Künstler, der eine mechanische Miniaturanlage von Vic Falls gebastelt hat und über den bereits im Fernsehen berichtet wurde. Nach dem sehr guten Abendessen im Restaurant „The Three Monkeys“ liefen wir wieder zurück zur Lodge. Auf dem Weg (mitten im Ort) begleitete uns ein Stück lang ein großes Warzenschwein.
Am Pool ließen wir diesen anstrengenden Tag ausklingen.

Reiseroute Schüler

Tag 3

Das erste Highlight der Reise war der Rundflug mit dem Helikopter über die Victoria Fälle.
Nach dem Frühstück ging es zum Heliport. Auf dem Weg dorthin stand ein Elefant auf der Straße und genoss das „Grüne“ vom Busch. Er hatte es nicht eilig, wir mussten warten: Elefanten haben Vorfahrt. Vor dem Einsteigen sollten wir auf eine Waage – eine gute Gelegenheit, unser Gewicht zu überprüfen um festzulegen, wie viel wir im Urlaub zunehmen können.

Der Helikopter stieg ganz langsam in die Höhe und flog auf die Victoria Fälle zu. Es war einfach atemberaubend und beeindruckend. Erst das große flache Delta, dann die 1700 Meter lange und ca.100 Meter tiefe Abfallkannte mit ihren herabstürzenden Wassermassen. Da der Pilot mehrere Runden über die Fälle drehte, konnten wir die unterschiedlichsten Eindrücke in uns aufnehmen und dabei filmen und fotografieren bis die Linse platzte. Zum Abschluss zeigt sich auch noch ein Regenbogen.
Nach einem 15 minütigen Flug, der uns länger vorkam, näherten wir uns dem Landeplatz.
Danach ließen wir uns zum Haupteingang des  Victoria Falls Nationalpark bringen. Egal, ob zum ersten oder zum xten Mal, es ist immer wieder ein grandioses Schauspiel, die Fälle zu sehen.

Der Wasserstand war doch recht hoch und der Name den die Einheimischen den Fällen  gegeben haben, „Mosi-Oa-Tunya“ (Donnernder Rauch) hätte nicht passender sein können.  Der Name weist auf den Wasser-Sprühnebel hin, welcher von den Fällen in bis zu 300 m Höhe aufsteigt und bis zu 30 km Entfernung sichtbar ist. Dieser Sprühnebel lässt in unmittelbarer Umgebung der Victoriafälle sogar einen Regenwald wachsen mit tollen Pflanzen und großen Bäumen, die in der Hitze Schatten spenden, was uns sehr angenehm war.

Ohne Regencapes starteten wir unsere Tour. Der Wind stand günstig und trieb die Gischt auf die andere Seite (bildeten wir uns ein). Begleitet vom tiefen, eindrucksvollen Rauschen der Vic Falls, erreichten wir die Statue David Livingstons. In der Nähe rauschten die Wassermassen den „Devils Cataract“ hinunter, der den westlichsten Punkt der Fälle markiert. Hier kann man eine steile Treppe hinunter gehen und in die Schlucht hineinsehen. Die verschiedenen Aussichtspunkte gaben uns immer wieder andere Blicke auf die Fälle frei. So schaut man an den nächsten Aussichtspunkten direkt auf die gegenüber liegenden Fälle. „Main Falls“, „Horseshoe“, „Rainbow Falls“, „Eastern Cataract“ und „Danger Point“. Dazwischen liegt Livingston Island.

Die anfängliche Freude über die „wenige“ Gischt hielt nicht lange an. Immer wieder traf sie uns so, dass es sich anfühlte, als ob man einen Eimer Wasser über den Kopf bekommt. Das Wasser lief uns aus den Schuhen bzw. Sandalen, in denen es richtig glitschig wurde.

An der letzten Fallkante, dem „Corner View Point“, hatte ich ein Malheur: Ich bin ausgerutscht und hingefallen. So was passiert, wenn man sich auf glatten Steinen zu weit herauswagt! Alles ging gut aus. Im Park Cafè  haben wir anschließend bei Kaffee und Kuchen unsere Klamotten getrocknet und ich habe nochmal tief Luft geholt.

Der Tag war noch lang, so dass wir kurzentschlossen eine Sundowner Bootstour auf dem Sambesi River buchten. An Bord gab es kleine Snacks  und kühle Drinks.

Eingangsschild VicFalls
Reisebericht Schüler - Vic Falls aus der Luft
Reisebericht Schüler - Victoria Falls
Reisebericht Schüler- Victoriafälle

Tag 4

Am nächsten Morgen ging es per Shuttle weiter nach Botswana in die „Chobe Safari Lodge“, wo wir auch unsere Mietautos empfangen sollten. Ausreise Simbabwe, Zettel ausfüllen, Stempel in den Pass, fertig, Einreise Botswana,  Zettel ausfüllen, Stempel in den Pass, fertig.
Gegen Mittag erreichten wir die „Chobe Safari Lodge“;  es ist eine recht große Anlage direkt am Chobe River gelegen. Im Gebiet der zahlreichen Schwemmgebiete, Inseln und Seen, unmittelbar an der Chobe Safari Lodge liegt der Chobe National Park, er ist für die riesigen Elefanten- und Kaffernbüffel-Herden bekannt. Wir bezogen unsere großzügigen Zimmer und erkundeten die Lodge und Umgebung.  Vom Pool und Restaurant aus genossen wir den Blick auf den River mit einem spektakulären Sonnenuntergang.

Chobe Safari Lodge
Sundowner Chobe Safari Lodge

Tag 5

Der „Chobe National Park“ ist ein unübertreffliches Naturerlebnis. Auf kaum einem Flecken Erde ist so eine üppige Tierwelt so eindrucksvoll und intensiv aus der Nähe zu beobachten wie hier.
Wir entschieden uns für eine Early-Morning-Safari im offenen Jeep mit einem Ranger. Bereits um sechs Uhr morgens starteten wir.  Bald meldeten andere Guides per Funk  den Standort von Löwen. Alles was Räder hatte, stürmte hin. Wir fanden eine Löwenfamilie umstellt von mindestens 11 Safarifahrzeugen.  Jeder wollte besser sehen als der Andere. Alle drängelten.  Die Löwen machten sozusagen auf dem Absatz kehrt und verschwanden im dichten Busch.

Dann ging es entlang am „Chobe River-Eastern Flood Plain“. In rund zweieinhalb Stunden sahen wir hunderte Impalas, Nilpferde, Elefanten, ein kleines Krokodil, einen Waran und jede Menge Marabus, die am flachen Ufer standen bzw. auf abgestorbenen Bäumen saßen. Und natürlich etliche weitere Vogelarten, z.B. Hornschnäbel, Adler, Reiher, Ibisse, Störche… 
Die Rückfahrt oberhalb des Ufers bot einen sehr schönen Blick über das Überschwemmungsgebiet.

Um 11.00h waren wir in der Lodge verabredet zur Autoübernahme. Für unsere Reisegruppe von acht Personen hatten wir zwei Toyota Hilux mit Allrad und Kühlschrank reserviert. Sie kamen pünktlich. Nach der Vorstellung und Erklärung machten wir eine kleine Probefahrt in die nähere Umgebung. Bei einem Fahrzeug wurde noch schnell ein Reifen gewechselt danach war alles OK.

Nach dem Lunch am Nachmittag fanden wir uns an der Bootsanlegestelle des Chobe River in der Safari Lodge ein. Mit Booten, die wenig Tiefgang hatten, durchquerten wir die teils sumpfige Flusslandschaft.
In etwas mehr als drei Stunden zog ein Naturschauspiel an uns vorüber, das seines Gleichen sucht. Elefanten grasten und schwammen durch den Fluss, um an das Ufer (Namibia) mit dem saftigen Grün zu gelangen. Büffelherden lagen neben den grasenden Antilopen und Wasserböcken. Ein Schreiseeadler saß auf einem Ast über dem Wasser, mehrere Hippos quetschten sich in ein Schlammloch oder grasten auf einer Wiese. Daneben lagen ein Waran und ein Krokodil in der Sonne.

Mit dem flachen Boot konnten wir den Tieren ganz nahe kommen, manchmal beängstigend nahe! Es ist schon sehr beeindruckend, die Riesen aus geringer Entfernung zu sehen. Sie wirkten dabei so ruhig und friedlich.
Da war doch was? Ja, Christian war unser Vogelexperte; ausgerüstet mit Buch & App über Vögel im südlichen Afrika und einem Heft für seine Notizen. Seine Blicke schweiften zu 80% nur in die „Oberen Etagen“.

Die drei Stunden Bootsfahrt vergingen wie im Flug. Das Ende der Tour wurde durch das Farbschauspiel der untergehenden Sonne perfektioniert. Die Tour hat uns alle echt begeistert.

Elefanten im Chobe
Elefantenherde am Chobe
Krokodil am Chobe
Adler im Cobe

Tag 6

Heute überqueren wir die Grenzenach nach Namibia. Von Kasane zum Grenzübergang an der Ngoma Bridge ging es ca. 55 km fast nur geradeaus  durch den Chobe Game Park. Unterwegs mussten wir einmal durch die Veterinär Kontrolle.  Die üblichen Grenzformalitäten waren schnell erledigt.
Über einen langen Damm, der in der Mitte durch eine Betonbrücke ergänzt wurde ging es hinüber nach Namibia. Der River führte nur sehr wenig Wasser. Die Abfertigung auf der namibischen Seite ging ebenfalls zügig voran. Unser Ziel war Katima Mulilo. Wir wollten unsere Vorräte auffüllen, vor allem Wasser, Geld wechseln und tanken.

Nun durchquerten wir den Caprivi-Strip auf recht eintöniger Fahrt. Viele Kilometer zog sich die Durchgangsstraße  B 3 kerzengerade dahin. Man hätte eine Lenkradsperre einbauen und den Tempomat anschalten können. Links und rechts der Straße stehen vereinzelt kleine Hütten aus Stroh, Holz und Lehm. Die Region ist sehr arm, doch einige Hütten sind mit einem Holzzaun eingezäunt, die Dorfplätze relativ sauber und gepflegt und teilweise mit Bäumen bepflanzt, die gerade blühten. Die Kinder scheinen alle zur Schule zu gehen, wir sehen viele von ihnen in ihren Schuluniformen.

Nach etwa 100 km bei Kongola war der Abzweig nach Süden zur C48 erreicht, nach weiteren 40 km erreichten wir das „Camp Kwando“.
Das Camp liegt etwas außerhalb des berühmten „Mudumu-Nationalparks“  in der Sambesi-Region (früher Caprivi-Streifen genannt). Dieses Camp bietet einen idyllischen Blick auf den Fluss Kwando. Es war eine super Location,  die mit Herz und Geschmack  eingerichtet war. Das Camp wird von einer jungen deutschen Frau geführt, von der wir herzlichst in Empfang genommen wurden.

Das Ufer des Kwando ist umgeben von meterhohem Schilf, Papyrus und Seerosen, wo am Abend eine irre Geräuschkulisse ertönte. Verursacher waren kleine Frösche (Reet-Frösche), die im Schilf saßen. Es hörte sich an wie ein Windspiel auf dem Balkon.
Im Camp stehen strohgedeckte Zelte auf Stelzen, jedes Zelt hatte eine eigene Dusche und Toilette, einen Ventilator und ein riesiges Netz über den Betten. Apropo Moskitos; überall wurden wir unterrichtet, dass es kaum Moskitos gab, es war viel zu trocken.

Nach einem tollen Abendessen setzten wir uns alle an die Feuerschale und ließen den Tag ausklingen, dabei lauschten wir den Geräuschen der Wildnis.

Durchstraße B3
Am Ufer des Kwando

Tag 7

Am folgenden Morgen wollten wir in den Mudumu Nationalpark. Leider geht das nicht mit einem „Platten“. Ein Mitarbeiter der Lodge pumpte mit einem Kompressor den Reifen auf und es konnte losgehen.
Zuerst fanden wir den Eingang nicht, bis wir auf eine unscheinbare Hütte stießen, es war die Ranger Station. Wir zahlten den üblichen Obolus und erhielten einen vergilbten Plan sowie Erläuterungen zu den sinnvollsten Strecken. Wir wurden darauf hingewiesen, dass wir nach kurzer Strecke in Tiefsand  geraten könnten.
Der Rat lautete: „Bloß nicht im Sand anhalten“! Wie wahr! Gleich bei der ersten Sandpiste mussten wir das Allradgetriebe einschalten. Die Passagen wurden immer schwieriger. Mit Anlauf durch den Sand zu fahren, machte zwar Spaß, war aber immer auch etwas aufregend.
Da sich kaum Touristen in dem Park bewegen, waren die Wege als solche kaum zu erkennen, weil das Gras teilweise höher als das Auto war. Das Buschwerk wucherte von beiden Seiten in die Fahrspur.

Die Landschaft öffnete sich, als wir zu einem großen Wasserloch kamen, in dem sich ein paar Hippos ausruhten. Die Stille war fast unheimlich und wurde von einem Schrei und Brüllen unterbrochen. Wir konnten zwar nichts sehen, doch wir vermuteten, dass ein Löwe ein Beutetier erlegt hatte.

Bei der Abfahrt schaffte unser zweites Auto es nicht richtig, ein sehr schlimmes Loch heil zu durchfahren, der Wagen rutschte ab und ein Busch fegte den Außenspiegel weg und es gab eine Delle vorn in der Schürze. Na bei diesen Wegeverhältnissen kann das schon mal vorkommen. Der Mudumu NP ist ideal, um Wildtiere ungestört zu beobachten. Unsere Tierausbeute war nicht so übel: Begrüßt wurden wir von Hornraben auf der Straße, dann  Elefanten, Antilopen, Giraffen, Kudus, die Hippos und eine Horde Paviane die wohlgerade  ihren Schlafbaum besetzten. Auch einige neue Vogelarten kamen uns vor die Linsen.

Wir fuhren weiter durch hohes vertrocknetes Gras, mitten durch den Busch und hatten immer wieder traumhafte Blicke auf die typisch afrikanische Landschaft. Dieser Park wird als einer der schönsten bezeichnet. Hierhin verschlägt es kaum einen Touristen, der nicht bereit ist, von der Hauptroute abzuweichen. Wir waren froh, es getan zu haben.

Sabdpist im Mudumu Nationalpark
defektes Auto
Wasserloch Mumundu
Giraffen im Mudumu Nationalpark

Tag 8

Unsere Reise ging weiter und führte uns durch den westlichen Caprivi Strip. Schon bald sahen wir 7 Strauße direkt neben der Fahrbahn stehen, ganz  unaufgeregt,  wir fuhren langsam vorbei, so dass auch gut gefilmt und fotografiert werden konnte.
Es war schon wieder ganz schön warm geworden, deshalb suchten wir uns einen schattigen Parkplatz unter einer kleinen Ansammlung  hoher Bäume, direkt gegenüber einem Dorf. E s dauerte nicht lange, bis eine Gruppe kleiner Kinder über die Straße auf uns zukamen. Eigentlich kennen wir es so, dass die Kinder angerannt kommen und etwas von uns haben wollen. Hier geschah es in Ruhe und ohne Geschrei. Wir beschenkten sie mit Süßigkeiten, sie bedankten sich artig und gingen zurück in ihr Dorf.

Gegen Mittag erreichten wir die „River Dance Lodge“. Unsere Gastgeber waren ein Schweizer Ehepaar. Schon der erste Eindruck ließ unser Herz höher schlagen. Es war eine traumhaft schöne Lodge. Wir waren alle begeistert. Die Lodge lag ca. 10-12 Meter direkt am Steilufer über dem Fluss. Wir bezogen unsere Chalets mit Terrasse, die großzügige und mit viel Liebe zum Detail eingerichtet waren. Die Mittagssonne spiegelte sich im Wasser und einige Felsen waren im River zu sehen.

Um 15.00 h waren wir zu einer Bootsfahrt mit Vogelbeobachtung auf dem Okavango verabredet. Die Fahrt führte vorbei an Felsinseln, durch leichte und schwerere Stromschnellen hindurch, an großen Schilfinseln und Sandbänken vorbei. Das gegenüberliegende Ufer ist bereits Angola.
Unterwegs konnten wir viele Vögel beobachten, einige Hippos, die wir erst für Steine hielten, schauten neugierig aus dem Wasser und ein Krokodil verschwand sehr schnell wieder. Nach einiger Zeit steuerte unser Guide auf einen Teil einer Schilfinsel zu, die einen  Sandstrand hatte. Ein anderes Boot steuerte ebenfalls dort hin. Bis wir alle von Bord waren, hatten die Guides einen Tisch mit weißer Tischdecke aufgestellt und boten uns kalte Drinks und kleine Snacks an. Eine ausgesprochen schöne Idee, die von der Lodge ermöglicht wurde.

Nachdem wir zurück waren, trafen wir uns im Haupthaus auf der Terrasse, wo uns das Abendessen serviert wurde. Danach ließen wir uns auf den großen Sesseln, die über die Terrasse verteilt waren, an der Feuerschale nieder und ließen den Tag ausklingen.

Strauße
Kinder

Tag 9

Neuer Tag neues Ziel. Es war der „Bwabwata – Nationalpark“ (ehemals Caprivi-Nationalpark), der sich auf fast das ganze Gebiet des westlichen Caprivizipfels in Namibia erstreckt. Wir machen unsere Safari im „Buffalo Park“, der auf der Ostseite des Okavangoflusses liegt. An der Rezeption bekamen wir einen Plan, auf dem die Routen eingezeichnet waren, die wir befahren konnten oder besser nicht. Der erste Blick auf den Okavango zeigte uns eine riesige Fläche, die bei höherem Wasserstand überflutet ist. So aber konnten wir stets am Ufer weiterfahren.

Eine große Herde Rappenantilopen kreuzte unseren Weg, die Tiere gingen zur Wasserstelle. Urplötzlich rannten alle zurück in den Busch, zwischen ihnen tummelten sich Warzenschweine und Meerkatzen.
Heute war wohl unser Glückstag, noch nie hatten wir so viele große Herden gesehen. Erst waren es die Rappenantilopen, nun kam eine große Herde Elefanten mit Jungtieren und Babys, auch sie rannten wie auf Kommando zurück in den Busch. Danach kam eine mächtige Büffelherde. Es war nicht einfach an ihnen vorbeizukommen.

Es gelang uns dann doch, eine Lücke zwischen ihnen zu finden, um hindurchfahren zu können. Die Tiere standen teilweise direkt neben dem Auto, ihre Blicke wirkten recht bedrohlich, aber sie blieben friedlich und ließen uns passieren. Auf unserem Rückweg trafen wir noch viele Impalas auf dem Weg zum Wasser und auf einzelne Elefanten, Kudus, Impalas und Paviane. Das ornithologische Highlight waren ein Paar Kraniche. Ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende und wir waren alle recht glücklich.

Rappenantilope
Elefanten im Bwabwata Nationalpark
Büffel im Bwabwata Nationalpark
Büffelherde im Bwabwata Nationalpark

Tag 10

An diesem Tag hatten wir nur eine kurze Fahrt vor uns. Unterwegs zu unserem nächsten Camp besuchten wir das „Popa Falls Resort“. Die Popa Fälle sind eine Stromschnelle und haben eine Fallhöhe von maximal vier Metern. Es wurde in den letzten Jahren umgebaut und erweitert, meiner Meinung nach zu seinem Nachteil. Ich war hier bei den Reisen 1995 und 2007. Da war alles noch „Natur“ und gemütlich. Auf der Weiterfahrt nach Botswana machten wir einen Abstecher durch den „Mahango Game Park“.

Es war nur ein geringer Umweg, der aber ausgesprochen lohnend war. Der Park liegt direkt am Okavango River und ist nur mit einem allradgetriebenen Fahrzeug zu befahren. Man kann hier unter anderem Flusspferde, Krokodile und Lechwe Antilopen und einen gigantischen Baobab sehen. Auch für Ornithologen ist das Gebiet interessant. In einer ausgetrockneten Fläche, mit einer kleinen Wasserstelle sahen wir einige Zebras. und eine Herde Impalas. Kurz vor der Ausfahrt aus dem Park erschienen noch Giraffen und eine größere Anzahl Elefanten.

Nun mussten wir wieder alle Papiere hervorkramen, um den Grenzübertritt nach Botswana zu vollziehen. Es ging aber recht zügig. Um in unsere nächste Lodge zu gelangen, mussten wir erst einmal die „Drotsky Cabin  Lodge“ anfahren. Bis dahin waren es nur noch 35 Kilometer. Es war eine riesengroße Anlage, alles war geräumig und sehr gepflegt. Die Autos mussten wir hier stehen lassen und es ging weiter mit dem Boot über den Okavango River. Unser Gepäck wurde auf das Boot geladen und wir fuhren dann ca. 20 Minuten bis zur „Xaro Lodge“. Sie liegt mitten im Binnenflussdelta und ist nur mit dem Boot zu erreichen. Das Delta ist zeitweise Überschwemmungsgebiet und bietet üppigen Lebensraum für Tiere, und ist gut besonders für Vogelbeobachtung.

Begrüßt wurden wir von Romy, einer Deutschen, die mit ihrem Mann diese Lodge betreibt. Zuerst wurden wir von Romy aufgeklärt, wie wir uns auf diesem Gelände verhalten sollten. Es könnte sein, dass eventuell Elefanten und Krokodile in der Anlage herumstreifen.

Alle Hauszelte sind auf Holzplattformen erbaut. Durch große Glasschiebetüren hatte man freien Blick auf den Fluss. In der schönen Natur hatten wir eine Geräuschkulisse vom Feinsten-zum Träumen schön. Christian nutzte noch den Nachmittag, um mit dem Natur Guide der Lodge, Tom, eine Privatführung zu machen. Sein Ziel wie immer Vögel, Vögel, Vögel.
Ein wahrer Traum war das Abendessen, am liebevoll gedeckten Tisch nur wenige Meter neben dem Okavango River: bei Froschquaken, Kerzenschein, gutem Wein (oder Bier und Cider), freundlicher Bedienung und leckerem Essen. Wie auch in den anderen Lodges machten wir gegen 21 Uhr Feierabend.

Popa Falls
Baobab
Xaro Lodge
Sundowner Xaro Lodge

Tag 11

Für heute Vormittag stand eine Bootsfahrt auf  dem Okavango auf dem Programm. Eine Zeitlang fuhren wir auf dem Hauptarm des Flusses, umsäumt von teils meterhohen Schilf, Gräsern und Papyrus. Es dauerte eine lange Zeit bis wir auf einen Seitenkanal trafen, den wir weiter befuhren. An einem Abzweig ging es mitten hinein in einen riesen Teppich aus weißen, rosa und roten Seerosen. Es sah toll aus. Eine Blüte schöner als die Andere.  Eine unwirklich schöne, ja fast magisch anmutende Szenerie. An einem Stück flachen Ufer und übersichtlicher Stelle, konnten wir anlegen und uns die Beine vertreten. Auf der Rückfahrt konnten wir gerade noch sehen, wie ein Krokodil ins Wasser rutschte. Zurück auf den Hauptstrom tauchte wie aus dem Nichts noch ein großes Flusspferd aus dem Schilf auf. Auch dieser Tag war ein Ruhetag, der uns gut tat. Wir genossen die Ruhe und lauschten nur den Geräuschen der wilden Natur.

Seerosen im Okavango
Hippo am Okavango
Bienenfresser
Eule

Tag 12

Vor dem Frühstück war eine Inselwanderung angesetzt, die von dem Guide Tom geführt wurde. Mit ihm an unserer Seite gab es viel zu entdecken. Er zeigte uns die Spuren der Tiere die in diesem Gebiet unterwegs waren.
Dabei fanden wir auch Stachel von den Stachelschweinen. Höhepunkt der Wanderung war die Entdeckung der Bindenfischeule (oder auch Pel-Fischeule genannt), die die zweitgrößte Eule in Afrika ist. Sie ernährt sich fast ausschließlich von Fisch und lebt in dichten Wäldern in der Nähe von Flüssen. Außerdem sahen wir die recht seltene Sitatunga-Antilope.
Danach hatten wir Freizeit, es war nichts Weiteres geplant. So konnte jeder den Tag so gestalten wie er mochte. Es war ein ruhiger Tag.

Tag 13

Wie üblich begann der Tag mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Für uns der letzte Blick über den Okavango beim Frühstück. Koffer packen war angesagt. Der Abschied fiel uns nicht leicht, es war eine herrliche Lodge und wir haben uns sehr wohl gefühlt. Tom brachte uns wieder zur Drotzky Lodge zu unseren Autos.  Eine lange Fahrt hatten wir vor uns (390 km), Tagesziel war die „Thamalakane River Lodge“.

Wir hatten in der Vorbereitung befürchtet, dass die Straßen der Tour oft nicht befestigt oder asphaltiert sein würden. Das traf aber so nicht zu, die meisten Hauptstraßen waren im sehr guten Zustand. Mit einem Schlagloch muss man zwar immer rechnen, aber Tempo 120 war keine Seltenheit. Auf der heutigen Strecke war aber die Ausnahme von der

Regel: ein Stück von ca. 30 km Länge war nur schwer zu befahren, Spurrillen, viele Schlaglöcher mit 40 cm Tiefe, Querrinnen usw. Mit Tempo 20 ging es meist parallel neben der Strecke über die Sandpiste, die von den anderen Autos gebildet worden war. Oder eben Slalom um die Schlaglöcher herum.

Am Nachmittag erreichten wir unser Ziel. Die Thamalakane River Lodge ist eine recht große Anlage, sauber und gepflegt. Die Temperaturen waren recht hoch. Schnell die Unterkunft belegen, Gepäck abgeben, unter die Dusche und bei einem Savanna Dry (Cider) erholen.
Die Lodge liegt direkt am Thamalakane River, der aber wegen Wassermangels zu der Zeit kein Fluss mehr, sondern nur noch eine stehende Pfütze war. Der Abend endete recht früh, nach fast 400 km irgendwie logisch.

Tag 14

Am Morgen war unten am Thamalakane „River“ echt was los. Sehr viele Marabus teilten sich den Platz mit verschieden Storch- und Reiherarten, Eisvögeln, Hammerkops und Ibissen sowie Schreiadlern und Schlangenadlern. Alle paar Sekunden konnten wir sehen, wie einer der unzähligen Vögel einen Fisch im Schnabel hatte.

Für den Nachmittag war dann ein Rundflug über das riesige, atemberaubende Okavango Delta geplant. Gegenüber dem Flughafen ist das Büro der „MACK AIR“, bei denen wir uns anmeldeten. Von einem Angestellten wurden wir zum Flughafen gebracht und eine Sicherheitsüberprüfung gemacht. Es gibt sogar eine Bordkarte wie bei einem internationalen Flug.Mit einem Kleinbus ging es dann zum Flieger.

An einer Cessna EX-Caravan erwartete uns die Pilotin Jessie. Wir stiegen ein, bekamen eine kurze Unterweisung, die Maschine rollte auf die Startbahn  und schon ging es los. Die geringen Niederschlagsmengen der letzten Regenzeit sorgten dafür, dass das Okavango Delta, eines der wildreichsten Binnendeltas der Welt, viel weniger Wasser führt als in den regenreicheren Jahren. Anfangs sahen wir nur graue, braune und abgebrannte Flächen. Nach einiger Zeit, näherten wir uns einem der Hauptarme des Okavango River, der in seiner Umgebung für mehr Wasser sorgte.

Kleine Kanäle schlängelten sich durch die Feuchtgebiete. Einzelne „Straßen“, die wir sahen waren Trampelpfade  von Elefanten, Flusspferden und anderen Tieren. Es ist teilweise ein unüberschaubares Netz an Pfaden, mal mit mal ohne Wasser. Dazwischen immer wieder kleinere Inseln, auf denen die Vegetation gut gedeiht. Ebenso konnten wir kleine Salzpfannen erkennen. Dann sehen wir Elefanten auf dem Weg zu einem Wasserloch, in einem Pool einige Flusspferde, hin und wieder eine Gruppe Antilopen, Büffel und Giraffen.

Der Flug dauerte etwa eine Stunde. Wir waren alle sehr beeindruckt und mit einem guten Gefühl fuhren wir zurück in unsere Lodge. Dort angekommen mussten wir feststellen, dass wir schon wieder einen Platten hatten. Da ich auf keinen Fall mit einem defekten Reifen in das Moremi Gebiet fahren wollte,  mussten wir gleich noch den Reifen wechseln. Während des Abendessens begeisterten uns einige Mitarbeiter der Lodge mit afrikanischem Tanz und Gesang.

Reisegruppe mit Pilotin
Okavango Delta aus der Luft

Tag 15

Da, wo wir gestern mit dem Flieger drüber geflogen waren, wollten wir heute mit unseren Autos hinfahren. In das Moremi Gebiet zur „Third Bridge“. Später als geplant sind wir abgefahren. Bis ins Moremi Gebiet, zum South Gate waren es 72 km. Die ersten 41 km ging es relativ zügig auf einer sandigen Wellblechpiste, dann noch 31 km über eine sehr schlechte Strecke mit vielen riesigen Schlag- und Schlammlöchern. Wir schalteten gleich den 4x4 Modus ein.

Bis zum South Gate, den südlichen Eingang zum Moremi Game Reserve,  trafen wir  auf einzelne Elefanten, Giraffen und Antilopen. Bis zu unserem Ziel, die „Third Bridge“, waren es noch ca. 50 km. Dort gibt es einen Camping-und Rastplatz. Auf einer großen Busch- und baumlosen Fläche, näherte sich eine riesengroße Gruppe Elefanten der Wasserstelle, die sich etwa in der Mitte befand.  Dort tollten auch die ganz kleinen Elefanten Babys im Schlamm herum und bewarfen sich danach mit Staub und Dreck.
Es war erfreulich, die mächtigen Tiere und die Schönheit  der Umgebung  in der sie leben zu beobachten.
Um zur „Third Bridge“ zu gelangen, muss man zunächst die „First Bridge“ und die „Second Bridge“ überqueren. Diese Brücken sind zur Wasserüberquerung des Okavango Deltas, die mit Hilfe von Baumstämmen verstärkt wurden.
Wir erreichten die „First Bridge“,  die wir nicht überqueren mussten. Alles war so trocken, dass wir sie umfuhren. Eine Spur war schon ausgefahren. Die Trockenheit im gesamten Okavango Gebiet hatte den Vorteil, dass wir nicht durch etwaige Furten fahren mussten-schade, wäre durchaus spannend geworden.

Wir erreichten die „Second Bridge“. Wir brauchten sie nicht überqueren, da die Gruppe entschieden hatte umzukehren. Die „Third Bridge“ war aber nur noch ca.8 km entfernt. Allerdings stand die Sonne schon relativ tief und man hatte Sorge, es vor dem Sonnenuntergang  nicht mehr aus den Park heraus zu schaffen.
Auf der Rückfahrt trafen wir auf Gnus, Kudus, Giraffen, einen großen Elefanten der mit einem beindicken Baumstamm spielte, Zebras und vereinzelt Büffel.
Zurück in der Lodge freuten wir uns auf das Abendessen.

Schild Moremi
Elefanten im Moremi Game Reserve
Impalas im Moremi Game Reserve
Giraffe im Moremi Game Reserve

Tag 16

Nach dem Frühstück verließen wir die Thamalakane Lodge. In Maun machten wir noch einen Abstecher durch die „City“,  um noch Wasser und Souvenirs zu besorgen. Bis zur nächsten Lodge war es nicht sehr weit. Auf der A3 ging es Richtung Osten. Nebenbei bemerkt ist Botswana so flach wie ein Brett, immer nur Grass-und Buschsavanne, nur die Tsodilo Hills im Westen ragen heraus.

Außer ein paar Strauße gab es auf der Fahrt nichts zu sehen. Hinter der kleinen Ortschaft Matopi bogen wir ab zur „Leopard Plains Lodge“. Die Lodge liegt an der A3 zwischen Maun und Nata. Die Mittagshitze machte uns allen zu schaffen (das Thermometer zeigte 38°C). Wir wurden von Petra freundlichst empfangen, dazu gab es ein kühles Getränk. Ihre Kinder und Ehemann Tim kamen später noch dazu.

Dann schnell die Zeltzimmer belegen und ab an den Pool. Das war der Platz, wo man es am besten aushalten konnte. Das Abendessen war zusammen mit unseren Gastgebern sehr familiär, der Ort - eine große, freizügige, Lounge ähnliche Fläche (Lapa) mit Sandboden- war sehr gemütlich. Das Einschlafen war bei der Hitze recht schwierig, ging dann aber doch.

Tag 17

Der nächste Plan war der Besuch der Nxai-Pan, die etwa 80 km entfernt lag. Auf der Teerstraße, wieder mit vielen Löchern, geht es Richtung Osten. Die Highway Police stand an der Straße. Wir dachten an nix böses, doch sie stoppten uns.

Da wir durch einen Park, Makgadikgadi Pan, gefahren sind, durften wir nur 80 km/h fahren, ist uns so gar nicht aufgefallen. Gemessen wurden wir mit 118 km/h. Na toll, da bekamen wir, nein ich, ein Knöllchen über 600 Pula, umgerechnet ca. 50 €.

Dann ging es mit 80 km/h weiter bis zum Rangerposten. Von hier aus ging es auf einer ca. 35 km langen tiefsandigen Pisten in Richtung Norden zur Salzpfanne. Die Piste ist nur mit einem 4x4 befahrbar. Die Sandpiste zu den Baobabs ist berüchtigt und gilt als eine der schlechtesten und tiefsandigsten in Botswana. Unsere Toyotas meisterten die Tiefsandpiste jedoch mit Bravour, wir wurden allerdings kräftig durchgeschüttelt.
Während der Fahrt sahen wir aus einer größeren Entfernung nur einen Schabrackenschakal.
Aus der Ferne konnten wir schon die „Baines Baobab“  Baumgruppe sehen. Sie standen direkt an der trockenen Salzpfanne. Der Anblick der Baines Baobabs mitten in der weißen Salzpfanne raubte uns schier den Atem!
Im Schatten (?) der Bäume machten wir eine kurze Rast. Schnell ein paar Fotos und einen kleinen Snack (Kekse) und viel trinken.
Da die Hitze auf der Salzpfanne brannte, verspürten wir auch keine Lust mehr, noch weitere 80 km Richtung Norden zu fahren, obwohl uns dort viele Tiere angekündigt wurden. Viele Tiere bei der Trockenheit und Mittagshitze? Wir glaubten aber nicht recht daran.

Also setzten wir unsere Fahrt zurück zur Lodge fort. Vorher machten wir noch eine Ehrenrunde über die Salzpfanne und ließen es mal richtig krachen. Machte viel Staub und Spaß.
Den Abend beschließen wir wieder mit einem köstlichen Abendessen und einem kühlen Drink.

Leopard Plains Lodge - Lapa
Leopard Plains Lodge
Baines Baobab
Baines Baobab - Picknick

Tag 18

Unsere Reise nähert sich dem Ende, heute steuern wir die vorletzte Lodge an.Vor uns liegen 225 Kilometer, gefühlt immer geradeaus, hin und wieder auch wenige Schlaglöcher in der Fahrbahndecke. Da konnte man wieder mit 120 km/h über die Piste rollen. Als erstes passieren wir den Ort Gweta, dann die Pappmachè  Figuren an der Straße, die auf das „Planet Baobab“ Hotel hinweisen. Über die weite, fast baumlose Landschaft mit kleineren Salzpfannen rechts und links der Straße sehen wir Elefanten und Strauße am Straßenrand. Wir blicken auf die scheinbar endlose Straße, die im Hitzeflimmern verschwindet.

Gegen Mittag erreichen wir die „Nata Lodge“. Im strohgedeckten Haupthaus fanden wir die Reception, das Restaurant, die Bar, einen Souvenirladen und einen schönen Pool. Die Lodge liegt am Rande den Makgadikgadi Salzpfannen und bietet neben komfortablen, festen Chalets und Zeltchalets auch einen Campingplatz. Wir bezogen unsere recht großen Chalets, die mit einer freistehenden Badewanne sowie einer Außendusche ausgestattet waren.   Nach der doch recht anstrengenden Fahrt freuten wir uns auf das Abendesse mit einem kühlen Getränk und auf unser Bett 

Tag 19

Nicht weit von der Lodge entfernt, in der Sua Pan, liegt das Bird Sanctuary, ein Vogelschutzgebiet, in dem man, je nach Saison, über 165 verschiedene Arten beobachten kann. Es ist die größte der berühmten Makgadikgadi – Salzpfannen. Christian hat schon am Vortag, gleich nach unserer Ankunft und nochmal am heutigen frühen Morgen eine private extra Safari mit dem Guide des Hotels dorthin gemacht – so konnte er uns bei unserer Selbstfahrer Safari vieles zeigen. Nach dem Frühstück, unter freiem Himmel, bei strahlendem Sonnenschein, zeigte er uns den Weg.
Als Erstes trafen wir auf eine Herde Streifengnus die, wie es aussah, auch keine große Lust hatte sich bei dieser  Hitze zu bewegen. Durch den starken Wind und den trockenen, sandigen Boden kommt es vermehrt zu Windhosen, die aussehen wie kleine Tornados.
Dann erreichten wir die Sua Salzpfanne, die zu dem Zeitpunkt auf einer Länge von ca. 20 km noch kniehoch mit Wasser gefüllt war. Die  Sua Pan am Nata River verwandelt sich in ein Paradies für Wasservögel, wenn sie denn Wasser enthält.

In einiger Entfernung wateten tausende und abertausende Flamingos mit Jungtieren durch das seichte Wasser. Der Horizont schien rosa zu leuchten. Was man eigentlich nur aus dem Fernsehen kannte, sahen wir nun Life vor uns. Es war ein phantastischer Anblick. Schade dass wir nicht näher herankamen. Soweit das Auge reicht Flamingos, Flamingos, Flamingos, zwischendurch waren auch einige Pelikane zu sehen, dazu verschiedene Seeschwalben, Enten und Watvögel. Auf der Weiterfahrt sahen wir einige Zebras und eine Großtrappe, der schwerste flugfähige Vogel.
Den Nachmittag verbrachten wir am Pool, mit Eis und kühlen Getränken.

Flamigos in der Sua Salzpfanne
Flamingos Makgadikgadi

Tag 20

Es ist soweit, die Rückreise geht in die letzte Phase. Auf geht’s nach Norden, zurück in den Chobe National Park, zur Chobe Safari Lodge.
Unser Tag beginnt wieder mal recht früh, vor uns liegen bei 350 Kilometer, dies kann in Botswana eine Tagesreise sein, wenn die Straßen schlecht sind. Die ersten 100 Kilometer waren gesäumt von trockenem, hohem Gras -und Buschsavanne. In Gedanken versunken, fuhren wir Kilometer für Kilometer nach Norden als plötzlich eine Gruppe Elefanten neben der Straße stand. Wir hielten an und beobachteten sie. Einer der Riesen stand dann direkt vor unserem Auto.
Hier im Norden von Botswana leben die Elefanten frei. Sie ziehen auf uralten Wanderrouten von Südafrika, Simbabwe durch Botswana bis nach Namibia.
Je weiter wir nach Norden kamen, desto grüner wurde es. Es wirkte richtig anheimelnd. Hier gab es auch riesige, bestellte Felder für Mais und Hirse.

Ankunft in der Chobe Safari Lodge war gegen 12.00h, nach nur 4 Stunden Fahrzeit, die Strecke war hervorragend. Um 13.00h hatten wir den Termin zur Autorückgabe. Diesmal waren die Mitarbeiter der Autovermietung nicht so pünktlich. Uns drängte aber die Zeit, denn um 15.00h waren wir zur nächsten Safari angemeldet. Trotzdem verlief die Autorückgabe problemlos.
Nun begann unsere letzte Aktivität, die geführte Safari mit dem Auto in den Chobe National Park. Schon kurz vor dem Eingangstor, stand der erste Riesen Elefant neben uns am Auto.
Wir hatten wieder eine Zeit erwischt, wo wir sehr viele Tiere beobachten konnten. Giraffen, Kudus, Impalas, Hippos auf der Wiese und in einem Schlammloch Gänse, viele Marabus standen nur so herum, einen Gänsegeier, einen Waran und Paviane und viele weitere Vögel sahen wir auch. Vor allem aber Elefanten, Elefanten, Elefanten in allen Situationen die man sich als Beobachter nur wünschen konnte. Teilweise befanden wir uns mitten in der Herde, die aus ca. 40 bis 50 Tieren bestand. Alles lief in Ruhe und ohne Stress ab, keiner der Tiere fühlte sich bedrängt und machte auch keinerlei Anstalten, ärgerlich zu reagieren.

Dann bekam unser Guide über Funk einen Hinweis auf Löwen am Steilufer. Dort sahen wir dann 2 mächtige Löwen, die sich mit einem Elefantenkadaver beschäftigten, teilweise verschwand der Kopf der Löwen in der Bauchhöhle des etwa mittelgroßen Elefanten. Apropos Kadaver, es stank fürchterlich. Die Fotoapparate klickten bis die Speicherkarten glühten. Mit Blick zurück in einen schönen Sonnenuntergang, ging es zurück zur Lodge.

Löwen am Ufer des Chobe

Tag 21

Der Tag der Wahrheit war gekommen. Die Rückreise stand nun bevor. Ein Gedanke, den wir nicht haben wollten, doch es ging nicht anders. Der Transfer zum Flughafen Vic Falls und der dazu notwendige Grenzübertritt funktionierte problemlos. Beim Rückflug, der über Gabarone ging, konnten wir einen allerletzten Blick auf die Sua Salzpfanne werfen. Da waren wir erst vorgestern.

Letztendlich möchte ich, auch im Namen meiner Mitreisenden, Dagmar, Rita, Christian, Dieter, Jens, Jorek und Willi, sagen, dass es eine sehr abwechslungsreiche und erlebnisreiche Reise um das Okavango Delta gewesen ist. Wir hatten die schönsten Lodges,  in den tollsten Landschaften, konnten viele sympathische Menschen kennenlernen, viele, viele Tiere und Landschaften sehen.

Für die Organisation gilt unser Dank dem Venter Team, besonders bedanken möchte ich mich bei Frau Kristin Glinka für ihre tolle Mithilfe.

 Reinhard Schüler

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