Giraffe

Afrika Reise Blog - Urlaub mit Venter Tours

Unser Leben im Busch


Abenteuer pur - das können wir ruhig sagen. Jeden Tag aufwachen umgeben von purer Wildnis. Ob im Hintergrund die Löwen brüllen, ein lauter Ruf eines Seeadlers ertönt, die Nilpferde ihre territorialen Streitereien ausfechten oder ein Impala einen "alarm-call" ausruft.

Oder ob ein einfacher "Grey Lourie" über unsere Köpfe von Ast zu Ast springt, um ab und zu mal einen Vogelschiss wie eine Bombe auf uns ablassen zu können. 

Dieses Leben ist unsere Arbeit und die Wildnis ist unser Büro. So kommt es, dass auch wir hier unseren Alltag haben -  mit gewöhnlichen Abläufen, aber doch meist eher ungewöhnlichen.

Zur Zeit sind wir für unser nächstes Buch und Film-Projekt zwei Jahre im Okavango Delta, Moremi National Park. Unsere Tage sind lang. So beginnt ein Tag für uns weit vor Sonnenaufgang und endet spät nach Sonnenuntergang. Immer auf der Suche nach Tieren, dem romantisch-afrikanischen Licht und dem perfekten Bild.

Foto: © Tom Moerel

Unser Zuhause ist ein Canvas-Zelt unter einem einzigen Wurstbaum, wo wir aufpassen müssen, weil ab und zu wortwörtlich die Wurst vom Baum fällt, die Frucht des Baumes. So groß wie das Ding wächst, kann es ziemlichen Schaden anrichten. So haben wir schon einige Löcher in unserem Zelt flicken müssen, und auch unseren Seitenspiegel vom Fahrzeug hat es komplett zerschmettert. Zum Glück haben wir so ein riesiges Ding noch nicht auf den Kopf gekriegt.

Wir leben sehr einfach, aber trotzdem haben wir ein paar Dinge, die wir als Luxus bezeichnen können. So haben wir Sonnen-Paneele für etwas Strom für unseren Camping-Kühlschrank, 3 Glühbirnen um abends unser Camp zu beleuchten, und was noch übrig bleibt, wird für das Aufladen unserer Batterien für die Foto-und Filmausrüstung genutzt. Wasser haben wir zwar nicht fließend, aber immerhin gibt es davon im Okavango Delta genug. Allerdings müssen wir es uns am Fluss holen. Die Dusche ist eine gewöhnliche “Bucket-Shower”, die einfach gefüllt werden muss. Möchte man allerdings mal warm duschen, muss man sich zuvor erst noch das Wasser kochen. Alles braucht halt seine Zeit im Busch - so muss man nicht nur viel Geduld bei den Tieren haben, sondern auch mit vielem anderen alltäglichen Dingen. 

So zum Beispiel auch mit unserem lieben Land Rover. Getauft mit dem Namen "Noa’s ark" haben wir die Arche jetzt schon seit fast 6 Jahren. Und mittlerweile ist es ein Liebe-Hass-Beziehung zwischen uns und der Arche geworden. Viel Zeit haben wir unter dem Fahrzeug verbracht. Um im Busch zu leben, brauchen wir mehr als nur das Talent und die Geschicklichkeit schöne Bilder zu machen. Mit unserer manchmal so unzuverlässigen Arche sind wir daher auch ziemlich gute Busch-Mechaniker geworden.

Ein Ereignis, wo auch andere Geschicklichkeiten erforderlich waren, war zum Beispiel, als die Holzbrücke zum 3rd Bridge Camp langsam zerbrach. Immer wieder waren wir für mehrere Tage beim Brückenbauen. Mal ging es gut und man kam wieder auf die andere Seite und so manche Male hielt es nicht - auch wenn wir mehr als eine Stunde gebraucht haben, um es hinzukriegen. Wenn Holz langsam zerfällt, kann der beste Brückeningenieur nichts mehr machen.

In unserem Leben im afrikanischen Busch geht es nicht nur darum, intensive Zeit mit den Tieren zu verbringen.  Jeden Tag gibt es neue Überraschungen. So müssen wir Touristen aus dem dicken Sand oder Schlamm helfen oder einen durchstochenen Reifen wechseln. Und das, während man gerade Löwen gesichtet hat, eine Chance für ein perfektes Foto. Auch die tagtägliche Rückkehr in unser Camp ist immer wieder eine Überraschung, wenn vielleicht mal wieder die Paviane uns einen Besuch abgestattet haben. Während die Jungen unsere Zeltpfosten zum Spielplatz machen, schmeißt der Rest der Truppe in unserem Küchenzelt alles Kopf über Fuß herum. Überall beißen sie mit ihren großen, scharfen Schneidezähnen rein. Und mit ihren flinken Händen können sie so manches öffnen, um an unsere Essensvorräte zu kommen. Und mittlerweile sind sie sogar Meister im Öffnen von Reißverschlüssen geworden. 

Wenn die Tage so lang sind und im Sommer die Hitze richtig herunterprallt, dann möchte man am Nachmittag auch mal gerne ein kurzes Nickerchen machen. Wenn die Sonne dann richtig steht und unser Zelt genug Schatten wirft, dann können wir es uns draußen hinterm Zelt in dem kleinen Stück Schatten gemütlich machen. Allerdings ist es nicht mehr so gemütlich, wenn plötzlich eine ganze Herde von Elefanten daherkommt, um die wenigen Grashalme um unser Camp herum zu rupfen. Aber lieber von diesen majestätischen Tieren geweckt werden als vom typischen Stadtlärm.

Unsere Rückkehr abends zum Camp hängt davon ab, was wir am Nachmittag auf unserem Game Drive zu sehen kriegen. Wenn wir dann nicht zu spät zurückkehren und noch die Kraft haben, ein Lagerfeuer zu machen, erleben wir gewöhnlich den Besuch der Tüpfelhyäne-Familie. Frau Mama lässt sich nicht allzu oft blicken, aber die Kids sind zu neugierig. Als wir letztes Jahr hier angekommen sind, waren sie noch ganz klein und mittlerweile sind es richtige Teenager. So süß die kleinen Kerle auch sein mögen, auch sie sind frech und versuchen immer wieder in unser Küchenzelt hineinzukommen. Einige Schäden haben sie auch angerichtet. Um nur ein paar zu erwähnen:  Campingstühle und Reservereifen zerbissen und an unserer Arche haben sie auch schon herumgeknabbert.

Aber alles in allem: Während wir total ermüdet, aber sehr zufrieden am Lagerfeuer in unseren Stühlen sitzen, unter dem Vorhang eines prachtvollen Sternenhimmels und im Hintergrund die Geräuschen der afrikanischen Wildnis ertönen, freuen wir uns schon auf den nächsten Tag unseres unvorhersehbaren Abenteuers.

Hier noch eine Geschichte aus unserem Bush Diary von letzter Woche 17.03.

 17.03. – der Tod einer Giraffe

Offenbar starb sie vor einem Tag eines natürlichen Todes. An jenem Morgen, als wir uns der Holzbrücke „2nd Bridge“ näherten, rochen wir den Kadaver und beobachteten Hunderte von Aas-Geiern um uns herum – das war kurz vor der Brücke, auf der linken Seite, 100 m weg von der Straße, zwischen Gestrüpp. Direkt auf der anderen Seite der Brücke auf der offenen Ebene sahen wir eine Herde von 16 Giraffen, die sich in Richtung Giraffen-Kadaver bewegten. Dieses Bild erinnerte mich an einen Beerdigungsmarsch. Die Szene war sehr berührend und schön anzusehen, mit den majestätischen Wolken, die über der Giraffenherde hingen. Langsam bewegten sie sich in Richtung der toten Giraffe. Eine ganze Gruppe von Geiern hatte sich indes um die Regenpfützen auf dem Weg versammelt. Die Flügel weit ausgebreitet, um sie von den schweren Niederschlägen aus der Nacht zu trocknen. Einige neckten sich gegenseitig, andere behackten sich. Die Giraffen näherten sich langsam, die Geier immer im Blick. Der faule Geruch des Todes hing in der Luft.

Wir stellten uns vor, dass die Giraffen Abschied von ihrem alten Freund nehmen wollten. Aber die turbulente Szene der Geier auf dem Weg verschreckte sie, so dass sie ihre Reise langsam in die andere Richtung fortsetzten.

Später am Nachmittag fuhr Hannes noch einmal in die selbe Richtung und entdeckte wieder 10 Giraffen dicht beim Kadaver. Nun scheint es doch so zu sein, dass die Herde von Giraffen zurückgekehrt ist, um sich bei einem Trauermarsch von ihrem Freund zu verabschieden.

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