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Afrika Reisen mit Venter Tours

Kenia – Kultur & Natur in Harmonie – ein Reisebericht von Susanne Freundt 10/2015

Susanne Freundt

Das ist wieder einer der Tage, an dem ich weiß: Ich habe den besten Job der Welt!
Denn ich werde in den nächsten Tagen nicht nur eines der schönsten Länder Ostafrikas bereisen, ich darf diese Erfahrung auch mit anderen teilen. Nairobi präsentiert sich mir bei meiner Ankunft sonnig, quirlig und bunt. Es ist Freitag und so sind viele Autos unterwegs in dieser Metropole.
Das EKA Hotel in der Nähe des Flughafens ist der ideale Ort, um mich nach dem Flug zu entspannen und auf meine bevorstehende Safari zu freuen. Nairobi bietet durchaus interessante Möglichkeiten für einen kurzen Aufenthalt. Neben dem Karen Blixen Museum gibt es sehr sehenswerte Tierschutzprojekte, wie das Giraffe Center und das David Sheldrick Elephant & Rhino Orphanage, ein Waisenhaus für Elefanten.

Hier verliere ich mein Herz an ein kleines Elefantenmädchen namens Mbegu. Bei den Anekdoten, die ihr Pfleger über die selbstbewusste junge Dame erzählt, muss ich sofort an meine Tochter zuhause denken und so beschließe ich spontan, eine Patenschaft für sie abzuschließen. So leicht zaubert Kenia mir also ein Lächeln ins Gesicht.

Elefantenmädchen Mbegu
andere Elefantenwaise

Mit dem 4x4 Landrover verlasse ich mit 5 Gleichgesinnten am nächsten Morgen die Stadt Richtung Nordwesten. Unser erfahrener Driver Guide entscheidet sich für die landschaftlich schönere Route entlang des Rift Valleys. Wir passieren den Lake Naivasha und den Lake Elmentaita und erreichen die wunderschöne Sleeping Warrior Lodge im privaten Soysambu Schutzgebiet. Nach der Fahrt möchten einige von uns sich die Beine vertreten und so unternehmen wir zu viert eine kleine Fußpirsch durch das weitläufige Gebiet vorbei an Zebras, Impalas und Warzenschweinen. Auf einem Hügel folgt der krönende Abschluss: Ein typisch afrikanischer Sundowner, bei dem uns nur die Klänge Kenias umgeben.

Ausgeruht geht es am nächsten Morgen weiter: Das private Schutzgebiet Ol Pejeta begeistert mich vor allem wegen eines Projektes, dem Schutz der vom Aussterben bedrohten Nashörner. Ich fühle mich geehrt und betroffen zugleich, als ich hier im Morani Centre zwei der letzten vier weltweit lebenden Nördlichen Breitmaulnashörner besuchen darf. Zwar wird noch immer versucht, Nachkommen dieser aussterbenden Rasse zu züchten, da das einzig lebende Männchen jedoch schon ein ehrwürdiger Senior ist, stehen die Chancen hierfür leider sehr schlecht. Noch beim Abendessen im Sweetwaters Serena Camp hängen wir mit Blick auf das angrenzende Wasserloch diesen eindrücklichen Erlebnissen des Tages nach.

Im Rhino-Schutzgebiet Ol Pejeta
Nashorn in Ol Pejeta

Der Samburu Nationalpark zeigt mir dann wieder einmal, wie sehr sich hier die traditionelle Kultur mit der Natur verbindet. So erscheint es zunächst skurril, wenn man mitten im Samburu auf der Suche nach Elefanten, Löwen & Co auf einmal auf eine Kuh- oder Ziegenherde samt Hirten stößt. Aber natürlich sehen wir auch die anderen ganz besonderen Bewohner, wie das Grevy Zebra, die Giraffenhals-Antilope, Netzgiraffen und Elefanten. Obwohl man dem Land die lange Trockenheit anmerkt, können wir uns nicht trennen und beschließen spontan, für einen improvisierten Sundowner in der Nähe des Uaso Nyiro River zu halten. Und dort, in der Dämmerung mit einem Glas Gin Tonic in der Hand, hören wir ihn, den König der Tiere. Einmal zu Wort gemeldet, beschließt er wohl, uns die halbe Nacht zu unterhalten. Und so lausche ich im gemütlichen Zeltchalet des Larsens Camp seinem Gebrüll, mal fern, mal nah, und freue mich darauf, ihn morgen vielleicht auch sehen zu können.

Elefanten im Samburu Nationalpark
Löwe im Samburu Nationalpark

 

Unser Flug geht um 9:30 Uhr und da wir frühzeitig am Samburu Airstrip ankommen, nutzen einige von uns die Gelegenheit, dem dortigen Duty Free Shop einen Besuch abzustatten: Ein paar Einheimische bieten hier auf selbst-gezimmerten Ständen ihre Waren an. Ich selbst bin etwas aufgeregt, da ich zum ersten Mal mit den kleinen Maschinen der Safarilink fliegen darf. Jeder von den insgesamt 8 Passagieren hat einen Fensterplatz in der Cessna Caravan und ich bin völlig begeistert von dem Ausblick, der sich mir hier oben aus der Luft bietet. Die sich wechselnde Landschaft, Berge und endlose Ebenen und dann: Der Mara River, der sich umsäumt von üppigem Grün durch die Savanne schlängelt.  Jetzt verstehe ich jeden, der die Gelegenheit nutzt, sich die Masai Mara aus der Vogelperspektive anzuschauen.

Obwohl wir eigentlich kaum Zeit für ausführliche Pirschfahrten haben, es warten zu viele traumhafte Lodges und Camps auf uns, die wir uns anschauen möchten, erleben wir die Tierwelt des wohl bekanntesten Schutzgebietes Kenias in all seiner Pracht: Neben den Zebra- und Gnuherden, die sich nicht der Migration angeschlossen haben, sehen wir Elefanten, Giraffen, Hippos, Geparden und auch Löwen. Die Rangerin Charity vom Kichwa Tembo Tented Camp nimmt uns mit auf eine kurze Fußpirsch und wir haben Gelegenheit, uns den kleinen Bewohnern und den Pflanzen der Mara zu widmen, wie dem Pillendreher-Käfer und dem in dunklem rot blühenden Leberwurstbaum. Vor einem kleinen Loch im Boden machen wir Halt und ich gestehe, nachdem ich höre, dies sei das Zuhause einer Baboon Spider (Webspinne), einer ostafrikanischen Vogelspinnenart, bin ich extrem erleichtert, dass sie sich uns nicht zeigen will.

Willkommensschild Samburu Airstrip
Ausblick aus der Luft

Unser letzter Abend im kenianischen Bush wird nicht zuletzt dank des herzlichen Personals vom Sanctuary Olonana Tented Camp zu einem einmaligen Erlebnis. Singend und tanzend wird eine Torte hereingetragen, die extra für den Geburtstag einer Mitreisenden gebacken wurde. Von der fröhlichen Stimmung lassen wir uns alle anstecken und so tanzen und singen wir und lassen uns natürlich auch die Torte gemeinsam schmecken. Und wenn ich denke, schöner kann es nicht mehr werden, belehrt mich Kenia eines besseren: Auf dem Weg zu unserem Weiterflug an die Küste verlässt unser Driver Guide den Weg und dort, mitten in der Masai Mara, wartet ein reich gedecktes Frühstücksbuffet auf uns. Da sitzen wir, an einer langen Tafel unter einem Baum, und genießen schweigend und andächtig die Leckereien, die uns der Koch hier frisch zubereitet.

Mit Safarilink geht es von der Masai Mara über Nairobi dann direkt zum Diani Beach. Was für ein Kontrast und gleichzeitig traumhafter Abschluss dieser Reise! Im Leopard Beach Resort & Spa verbringen wir die letzten beiden Nächte. Das Meer lockt mich und ich springe in das warme Wasser des Indischen Ozeans. Wann hat man Ende Oktober schon einmal Gelegenheit dazu? Die letzten beiden Tage gehen viel zu schnell vorbei und so mache ich mich mit Ethiopian Airlines wieder auf den Weg zurück nach Deutschland. Afrika hatte mich wieder und ich bin dankbar für diese zahlreichen friedlichen und teils auch ehrfurchtsvollen Momente.

Ich möchte Ihnen Kenia ans Herz legen und Sie einladen, dieses wundervolle Land ebenfalls zu bereisen. Die Menschen, die Landschaft, die Tiere, sie werden Sie ebenso begeistern wie mich.

Frühstück in der Masai Mara
Am Diani Beach