Mein. Dein. Afrika.
Afrika Reisen mit Venter Tours

Reisebericht von Reinhard Schüler - 04/14

Tag 1
Nicht ganz ausgeschlafen erreichten wir Windhoek um 7.30h bei passabelen Wetter. Schon beim Anflug staunten wir, wie grün die Landschaft nach der letzten, ergiebigen Regenzeit war, was uns unterwegs immer wieder bestätigt wurde. Wir, meine 5 Mitreisenden und ich, wurden von einem Mitarbeiter der Autovermietung „CAPRIVI CAR HIRE“ abgeholt. Die Übernahme der zwei Toyota HILUX 4X4 ging zügig über die Bühne. Nun begann das Abenteuer „links fahren“ für die Driver, die das noch nie gemacht hatten. Bald erreichten wir die Pension „Steiner“. Danach machten wir eine kurze Info- Tour durch Windhoek. Wir besuchten die Feste, das alte Reiterdenkmal fanden wir auf dem Innenhof der Feste, das neue Nationalmuseum, den Tintenpalast und die Christuskirche. Zum Abendessen kehrten wir in Joe`s Bierhaus ein, das ich schon von früheren Reisen kannte.

Tag 2
Gut gestärkt vom reichhaltigen Frühstück fuhren wir über das auf einer Höhe von ca. 1800 bis 2000 Meter liegende „Khomas Hochland“ nach Swakopmund. Die Hochebene bot immer wieder neue landschaftliche Eindrücke. Kilometerweit vor uns konnten wir unsere Route schon erkennen. Auf der Pad liefen hunderte von Panzerbodenschrecken herum.

Fahrt durch das Khomas Hochland
Panzerbodenschrecke

Es ließ sich nicht vermeiden, viele von ihnen zu überfahren. Der „Spreetshoogte Pass“ einer der steilsten Pässe Namibias mit einem Gefälle von 22%, bescherte uns einen tollen Blick über den „Namib-Naukluft-Park“. Unendlich schien diese Weite zu sein, einfach phantastisch. Des Weiteren passierten wir den „Gaub Pass“ und den „Kuiseb Pass“. Beide „Riviere“ führten Wasser, der Kuiseb Pass hatte eine neue, höhere Brücke. Hier fing es an heftig zu regnen, was den Insassen unseres zweiten Wagen entgegen kam: Sie mussten nicht so viel „Staub schlucken“. Die Landschaft war mitunter so grün, dass wir an Irland erinnert wurden. Vorbei am „Vogelfederberg“, der „Düne 7“ und Walvis Bay, erreichten wir Swakopmund am späten Nachmittag. Es lagen 467 Kilometer hinter uns, wie man es auch den Autos an. Zum Abendessen hatte ich vorsorglich, schon von Berlin aus, einen Tisch im „THE TUG“ bestellt. Ohne vorherige Bestellung geht dort fast gar nichts. Das Restaurant liegt an der bekannten Seebrücke „Jetty“. Das Essen dort ist große Klasse.

Grüne Landschaft auf dem Weg nach Swakopmund
Brücke über den Kuiseb Pass

Tag 3
Am Morgen lagen Nebelbänke über der Stadt, was sich bekanntlich schnell ändern kann. Heute leider nicht so ganz, einige Wolken blieben. Doch das sollte die Freude auf unsere Katamaran-Fahrt in der Bucht vor Walvis Bay nicht trüben. Schon bei der Ankunft am Yachtclub erwarteten uns 3 Pelikane. Unser Katamaran „Silverwind“ unter der Führung vom Mark (dem Eigner von „Catamaran Charters), lag schon am Pier. Wir suchten uns exponierte Plätze auf dem Boot und ließen alles auf uns zu kommen. Zuerst kam der große Seelöwe an Bord, den Mark mit Fischen fütterte und ihn so bei Laune hielt. Gäste durften ihn ebenfalls füttern und streicheln – vor allem aber fotografieren und filmen. Auf der weiteren Tour zu einer Robbenkolonie, vorbei an einer Austernzuchtanlage, einem Ölversuchsbohrschiff und alten, verlassenen Trawlern, kamen auf Marks Pfiff Pelikane, Möwen und Kormorane an Bord und bekamen ihren Fisch. Auf der Rückfahrt wurde ein vorzüglicher Imbiss mit Sekt und vielen schmackhaften Köstlichkeiten gereicht. Nachmittags saßen wir bei Schwarzwälder Kirschtorte im „Cafe` Anton“ unmittelbar neben unserer Pension und ließen die Katamaran-Tour Revue passieren. Zum Abendessen gingen wir wieder in „THE TUG“.

Seelöwe an Bord
Pelikan hautnah

Tag 4
Bei strahlendem Sonnenschein machen wir einen Stadtbummel durch Swakopmund. Bevor wir uns auf der B2 Richtung Norden zur Spitzkoppe, dem „Matterhorn“ Namibias, auf den Weg machten. Bereits am frühen Nachmittag erreichten wir das Camp. Die mit Reet gedeckten Holzhütten waren ohne elektrisches Licht. Gut, das wir unsere Taschenlampen hatten. Mit einem Guide, erlebten wir die phantastische Felsenlandschaft der Spitzkoppe. Es ging durch die verrücktesten Steinformationen zu einer kleinen Höhle, dann hinauf auf den Felsenbogen und zu den Felszeichnungen bei „Bushman`s Paradise“. Die Landschaft allein war schon der Wahnsinn, doch die späte Nachmittagssonne und der blaue Himmel taten ihr Übriges. Bei einem kühlen „Windhoek Lager“ schauten wir uns am Abend den überwältigenden Sternenhimmel an.

Reetgedeckte Holzhütte des Camps
Felsenlandschaft der Spitzkoppe

Tag 5
Das Wetter versprach, heute sehr warm zu werden, nicht eine Wolke war am Himmel. Über Staub-Pad vom feinsten, führte uns unser Weg durch den ehemaligen Minenort UIS weiter Richtung Khorixas zum gleichnamigen Restcamp. Unterwegs auf der C 35 überquerten wir den „Ugab River“, der ebenfalls noch Wasser führte. Im Camp gönnten wir uns ein erfrischendes Bad im Pool.

Tag 6
Vor uns lag ein volles Programm: Wir bewunderten den „Versteinerten Wald“. Dann waren die Felsmalereien von „Twyfelfontein“ an der Reihe. In meiner Erinnerung waren die Zeichnungen bei meinem Besuch 1996 viel deutlicher zu erkennen. Waren sie verblasst – oder war meine Wahrnehmung gestört bei ca. 35° C im Schatten? Schatten? Es gab keinen! Durch eine phantastische, abwechslungsreiche Landschaft, erreichten wir am späten Nachmittag unser Ziel, die „Khowarib Lodge“. Wir wurden sehr herzlich mit Erfrischungsgetränken und feuchten Tüchern begrüßt. Die Lodge liegt im Tal des „Hoanib Rivers“. Unsere Zelt Chalets standen zur Hälfte auf Stelzen direkt am Ufer des Rivers, der ebenfalls Wasser führte. Das Flusstal des Hoanib gilt als eines der letzten Siedlungsgebiete der Wüstenelefanten. Am Abend saßen wir in der Lapa und genossen das Abendessen. Es ist eine sehr empfehlenswerte Lodge.

Im versteinerten Wald
Die Felsmalereien von Twyfelfontein

Tag 7
Heute sollte es in das „Kaokoveld“ gehen. Wir waren alle gespannt auf das erste Zusammentreffen mit den Himbas. Es dauerte nicht lange, bis wir an den ersten Hütten vorbeifuhren. Überall standen schon Frauen und Kinder an der Pad. Sie rannten auf uns zu und machten eindeutige Handbewegungen. Wir schenkten ihnen Süßigkeiten, Wasser und Obst. Geld wäre ihnen bestimmt lieber gewesen. Fast unmerklich stieg das Gelände zu den „Joubert-Bergen“ an. Vor uns lag nun eine spektakuläre Überquerung des „Joubert Pass“. Lt. letzter Info sollte die Pad geteert worden sein. Doch der Zahn der Zeit hat heftig daran genagt. Die Teerdecke war bis auf wenige Meter weggespült, so dass es nur eine stark ausgewaschene Pad gab. Nur Felsen und Steine. Gott sei Dank hatten wir einen „viere by viere“. Es war eine spannende Angelegenheit, den Pass zu befahren.

Himba-Kinder
Abenteuerliche Fahrt über den Pass

In Opuwo, dem Verwaltungszentrum der Himba, treffen verschiedene Traditionen aufeinander: Wir sahen Herero Frauen in den traditionellen Kleidern, Himba Frauen im Ziegenleder-Lendenschurz mit Einkaufswagen voller Maismehl, Butter und Coca-Cola, Damara Frauen europäisch gekleidet. Ebenso junge Männer, die betrunken in den „Shebeens“, den Bierbars von Opuwo, herumlungerten. Wir waren uns alle einig, dass es kein schöner Ort ist. Alles war sehr dreckig und verwahrlost. Die „Opuwo Country Lodge“ war hingegen ein Highligth. Unsere Zimmer lagen verteilt in einzelnen Bungalows mit jeweils 4 Zimmern und Balkonen. Die gesamte Anlage lag an einem Hang, mit weitem Blick über die Landschaft. Mit einem kühlen Windhoek Lager ließen wir uns am sehr schön gelegen Pool nieder und genossen die tolle Aussicht.

Am Pool der Opuwo Country Lodge

Tag 8
Auf der Etappe nach Epupa fuhren wir durch, steppenartige Hochflächen, Gebirgspässe und Felsformationen mit tiefen Schluchten. Unterwegs trafen wir auf Giraffen, Kudus, Oryx Antilopen, Springböcke, Strauße und Zebras. Plötzlich überfuhr ich bei relativ hoher Geschwindigkeit etwas Kleines, Grünes. Ich erkannte es an seiner typischen Art, sich fortzubewegen. Ich ging voll in die „Eisen“, lief zurück und konnte es aufnehmen, bevor es im Gebüsch verschwand. Es war ein Chamäleon. Auf meiner Hand fing es an zu fauchen und biss mich in die Finger. Immer öfter trafen wir auf Kuh-und Ziegenherden, die uns gern den Weg versperrten. Sie sind der „Reichtum“ der Himbas. Ihre Hirten waren stattliche Männer mit einem Kopftuch und einem langen, geschnitzten Stab.

Am Nachmittag erreichten wir den Kunene River, den Grenzfluss zu Angola. Die Wasserfontäne des Wasserfalls konnten wir schon von weiten sehen. Das „Camp Epupa“ liegt unmittelbar am Kunene. Unsere Unterkünfte waren wieder Permanent-Zelte mit Außen-Toilette und Dusche. Nach dem Ausladen der Autos begaben wir uns an den direkt am Fluss liegenden Pool . Sobald wir uns etwas erholt hatten, erkundeten wir die nähere Umgebung den Kunene River entlang. Es war eine malerische Landschaft mit vielen Affenbrotbäumen und Makalani Palmen.

das Chamäleon
Im Camp Epupa

Tag 9
Nach einem ausgiebigen Frühstück gingen wir flussabwärts zu den Wasserfällen. Am Ufer des Kunene badeten Himbamänner, während die Frauen, die sich niemals waschen, Kinder und Wäsche reinigten. Direkt am Hauptwasserfall, der hier ca. 60 Meter tief in eine Schlucht stürzt, spritzte die Gischt einige Meter in die Höhe und es war ein mächtiges Getöse. Um zu den einzelnen Aussichtspunkten zu gelangen, mussten wir teilweise beschwerliche Gelände überwinden. Belohnt wurden wir mit phantastischen Ausblicken. Die Hitze trieb uns ins Camp zurück, wo wir es uns am Pool gut gehen ließen, begleitet vom Rauschen des Kunene. Nachmittags verstauchte ich mir den rechten Fuß. Röntgenaufnahmen zeigten später in Berlin, dass es ein Knöchelbruch war! Am Abend fuhren wir mit einem Mitarbeiter unseres Camps zu einem „Lookout“. Dieser Hügel bot uns einen wunderbaren Ausblick über die gesamte Größe der Fälle.Ein kleiner Imbiss und kühle Getränke rundeten den Ausflug ab.

Die Epupa Falls
Die Landschaft um die Epupa Falls

Tag 10
Unter Führung eines Guides, diesmal ein anderer Mitarbeiter des Camps, besuchten wir ein ca.10 km entferntes Himbadorf. Wir wurden fröhlich von den Frauen und Kindern mit „moro, moro“, hallo, begrüßt. Unser Guide, ein halber Himba - seine Mutter war eine Himba, sein Vater ein Ovambo, erklärte uns viel über die Lebensweise und Kultur der Himba. Wir konnten eine Hütte betreten, in der uns Kopfschmuck und ein Tragegestell für Kinder vorgeführt wurde. Geschlafen wird auf einer Kuhhaut – ohne Kopfkissen und Decke! Als wir das Dorf verließen, hatten wir handgefertigte Schmuckstücke im Gepäck und wussten, wie die Himba- Frauen die Ockerpaste herstellen. Danach wurden wir zu einem Himba Friedhof geführt. Zum Abschluss dieser interessanten Tour besuchten wir dann noch die „Epupa Primary School“ in der Nähe.

Zu Besuch im Himba-Dorf

Tag 11
Heute erwartete uns eine abenteuerliche Fahrt nach Ruacana. Den ursprünglichen Plan, von Anfang an die Pad 3700, entlang am Kunene zu fahren, haben wir auf Empfehlung verworfen. Der Zustand der Pad war sehr, sehr schlecht. Erst ab „Swartboois Drift“ ging es auf der D 3700 weiter. Kurz nach der Abzweigung kamen wir zur „Kunene River Lodge“. In der mittlerweile heftigen Mittagssonne, gönnten wir uns eine Pause auf der Terasse der Lodge, die direkt am Wasser lag. Ein kühles Windhoek Lager erfrischte uns dabei. Dann begann eine abenteuerliche Strecke, die von uns und den Autos alles abverlangte: Ausgespülte Pads, wasserreiche Furten, über Berge, sehr dicht am River entlang, durch die Reviere, starke Steigungs-und Gefällstrecken, und durch das Buschwerk eingeengte Fahrbahnen (hier war Vorsicht geboten, um nicht die Autos zu zerkratzen). Es machte aber richtig Spaß. Auf einer Anhöhe angekommen, sahen wir schon in weiter Ferne die Staumauer des „Cunene Staudamm“. Als wir den View Point erreichten, waren wir sehr enttäuscht. Es lief nur ein kleines Rinnsal die Felsen hinunter. Der Damm war geschlossen. Nachmittags erreichten wir die „Eha Lodge“ in Ruacana.

Tag 12
Unser heutiges Ziel war das „Camp Namutoni“ im Etosha-National-Park. Auf der geteerten C46, durchquerten wir die Nördlichsten Regionen Namibias mit den 3 Os; Omusati, Oshana und Oshikoto. In diesen sehr stark besiedelten Regionen ging es auf den Straßen äußerst lebhaft zu. Auffallend waren sehr große Überflutungsgebiete, die mit einer Reihe Kanälen durchzogen war. Hier waren die Einheimischen mit Netzen auf Fischfang. Neben den Mopanebäumen gibt es hier vorwiegend noch Makalani, Wilde Feigen und Marula. Sie standen teilweise im Wasser. Dichte Seerosenfelder leuchteten dazwischen in weiß und rosa. . Nach gut 300 Kilometer erreichen wir den Nördlichen Eingang in den Park, das „King Nehale Gate“. Auf dem weiteren Weg nach Namutoni überquerte eine große Gruppe Giraffen die Pad. Sozusagen als Empfangskomitee. Endlich im Camp angekommen, bezogen wir unsere Chalets für die nächsten 5 Tage. Sie sahen zwar schön aus, erwiesen sich aber als unpraktisch. Man fühlte sich durch die meterhohen Palisadenzäune hermetisch abgeriegelt. Darüber hinaus wirkte das Camp schon wieder recht gammelig.

Blüte

Tage 13, 14, 15 und 16
Die nächsten 4 Tage hatten wir Gelegenheit, auf Safari zu gehen. Dabei wurden wir mit vielen wunderbaren Tierbeobachtungen belohnt. Die wichtigsten waren die Nashörner, Elefanten, Hyänen, Schakale, Antilopen, viele Giraffen, Gnus, Warzenschweine und viele mehr. Ein Highligth war ein mächtiger Löwe in der Nähe von Namutoni. Er lag nicht weit von der Pad entfernt im hohen Gras. Als er seine Stellung wechselte, erkannten wir, dass er Beute im Maul hatte. Es war ein Zebra, dass er gerissen hatte. Es war noch sehr blutig. Eine große Elefantenherde sahen wir so rechtzeitig durch den Busch kommen, dass wir unsere Autos so positionieren konnten, dass sie Kühler an Kühler standen und die Herde mit vielen Jungtieren zwischen uns hindurch lief. Eindrucksvoll war auch das Hyänenpaar, das im Regen über die Grassteppe rannte, ebenso die jungen Schabrakenschakale, die unmittelbar am Weg spielten und sich balgten. Die Wasserlöcher „Klein Namutoni“, und „Chudop“ waren am meisten frequentiert und es ergaben sich tolle Foto-und Filmaufnahmen. Während einer Tour zum Camp “Halali“, war es ein besonderes Erlebnis am „Etosha Lookout“ einmal Wasser in der Salzpfanne zu sehen. An den Abenden gingen wir zum beleuchteten Wasserloch. Außer einem Gnu und ein paar Antilopen gab es nichts Besonderes zu sehen, doch das Brüllen eines Löwen und das hässliche Kichern der Hyänen schuf eine ganz spezielle Stimmung.

Elefanten im Etosha Nationalpark
Wasser in der Salzpfanne

Tag 17
Durch das „Von Lindequist Gate“ verließen wir den „Etosha-National-Park“ Richtung „Otjikoto See“. In diesem 76 Meter tiefen See versenkte die deutsche Schutztruppe während des Ersten Weltkrieges Waffen und Munition, um sie nicht dem Gegner zu überlassen. Weiter ging es zum „Hoba Meteorit“. Es war ganz schön spannend, diesen alten Brocken, der aus dem Nichts kam zu sehen. Danach mussten wir uns sputen. Bei schönem Wetter fuhren wir durch saftiges Farmland. Unsere Äpfel und letzten Süßigkeiten gingen drauf, wenn Kinder uns die Gattertore öffneten. Der Weg zum Waterberg nahm scheinbar kein Ende. Erst viele Kilometer weiter konnten wir das markante Felsplateau sehen, welches sich auf ca. 200 Meter steil aus der Ebene erhob. Dann spürten wir die Auswirkungen des starken Gewitterregens, der kurz zuvor heruntergekommen war: Auf der ganzen Strecke bis zum Waterberg war die Pad eine rote Matschpiste – glatt wie Schmierseife. Mit einiger Mühe erreichten wir das „Camp Waterberg – Bernabe de la Bat“, eine ehemalige Polizeistation der Schutztruppe. Unsere Chalets standen direkt am Fuße der Steilwand des Waterberges.

Otjikoto See
Waterberg

Tag 18
Am Morgen liefen Warzenschweine und Dik-Diks, die Miniausgaben der Antilopen, über unsere Terasse. Nach einem ausgezeichneten Frühstück fuhren wir zur „Okonjima Farm“, auch bekannt durch die „AfriCat Foundation“. Wir wurden von einem Guide im offenen Jeep durch das Farmgelände gefahren. Durch 2 elektrisch gesicherte Zäune gelangten wir in ein Geparden Gehege, in dem sich 3 Geparden-Geschwister, deren Mutter von einem Farmer erschossen wurde, ihre Mahlzeit schmecken ließen. Danach wurde uns die Tierklinik gezeigt, die auf dem modernsten Stand war - mit OP-Tischen und allem, was dazu gehört. Zurück im Camp Waterberg erkundeten wir das Camp etwas ausführlicher und besuchten dabei den deutschen Friedhof. In der Abendsonne wirkte die Landschaft noch schöner.

Tag 19
Das Ende unserer Rundreise stand bevor. Es ging nach Windhoek. Zwischendurch machten wir einen Zwischenstopp in Okahandja. Okahandja ist bis heute das wichtigste traditionelle Zentrum der Herero und hat den bekannten Schnitzer-Markt. Dort wurden die letzten Souvenirs gekauft. Mittags erreichten wir dann unsere Unterkunft, das „Olive Grove Guesthouse“. Am Nachmittag machten wir noch einen Bummel in die City von Windhoek. Der Besuch meines Lieblings-Cafes „Gathemann“ durfte dabei nicht fehlen.

Tag 20
Heute hatten wir eine Verabredung mit Claudia, einer Damara-Frau, die uns durch „Katutura“ führen sollte. In gut 3 Stunden besuchten wir den „Mandume Kindergarten“ (Okahandjapark) in dem für uns enthusiastisch gesungen und getanzt wurde. Im Anschluss führte sie uns in die „Faith Primary School“ und in ein Waisenhaus für zum Teil behinderte oder HIV-positiv getestete Kinder, ('Orlindi House of Safety'), das hauptsächlich mit deutschen Geldern gebaut wurde. Wir waren auch in einem Ortsteil von Katutura, der illegal errichtet wurde, wo die dort lebenden Menschen auch noch um ihre elenden Hütten bangen müssen. Es gab viel Elend und Armut zu sehen. Am Nachmittag stand die Autorückgabe auf dem Programm. Alles verlief reibungslos und wir konnten noch einen Rundgang durch die City machen. Am Abend waren wir bei meinen Freunden verabredet zum Braai. Es wurde ein sehr schöner, lustiger Abend. Es war der gelungen Abschied von Namibia.

Gepard in Okonjima
Elend in Katutura

Tag 21
Die letzten Stunden in Windhoek waren angebrochen. Noch einmal ein Bummel durch die „Gemeinde“, die letzten „Kröten“ verprassen und dann zurück zur Unterkunft. Von dort wurden wir abgeholt und zum Flugplatz gefahren. Namibia ist uns allen ans Herz gewachsen, ein Land das man nicht vergessen kann. Wir halten es mit dem bekannten Spruch; „Wer einmal in Namibia war, kommt immer wieder zurück“. Für mich war es das 4. und bestimmt nicht das letzte Mal. Das gilt bestimmt auch für meine Mitreisenden.

So sagen wir auf Wiedersehen, goodbye und totsiens.

Windhoek