Mein. Dein. Afrika.
Afrika Reisen mit Venter Tours

Südafrika & Namibia Reisetagebuch von Regina & Peter Katzenberger

Regina und Peter Katzberger

1. Tag

Etwas müde kommen wir in Kapstadt an. Das Wetter ist frühlingshaft frisch. Schon in Johannesburg ziehen wir uns Pullover und Daunenjacke über. Nach hochsommerlichen Temperaturen in Deutschland müssen wir uns an die Kälte gewöhnen. Wir checken im Viktoria & Albrecht Hotel ein und los geht es zu einem Waterfront Spaziergang. Vielleicht ist ein Tänzchen die richtige Wahl, warm zu werden oder später die leckere, scharfe Asienvorspeisensuppe im „Sevruga“?

Musiker an der Waterfront in Kapstadt
Tanzendes Paar an der Waterfront in Kapstadt

2. Tag

Beim Frühstück überrascht uns wolkenloser Himmel! Wir sitzen direkt am Fenster, mit Blick auf das Hafenbecken und den Tafelberg.
In aller Frühe unternehmen wir einen Spaziergang in die Innenstadt von Capetown: Greenmarket Square, Church Street, Long Street, Bo-Kaap. Uns faszinieren die bonbonbunt gestrichenen Häuser in Bo-Kaap, die sich in der Morgensonne besonders gut gegen den Signal Hill abheben.

Dicht daneben gibt es Ecken mit verfallenen Häusern, wo Obdachlose auf der Straße im Schlafsack vermummt schlafen. Auch im touristischen Company’s Garden wachen gerade Obdachlose auf Parkbänken auf. Daneben finden wir dieses Luxusbett, eine Zeitschrift wird später Mode fotografieren. Verrückte Welt!
Da das Wetter so schön ist, entschließen wir uns zu einer Tour um die Kap-Halbinsel. Auf der östlichen Seite (False Bay) fahren wir zum Kap, bestaunen in Boulders Beach Pinguine und trinken Capuccino. Weiter geht es zum Cape of Good Hope und zurück an der Westküste im Licht des Spätnachmittags über Scarborough, Kommetje, auf dem Chapman's Peak Drive nach Cape Town.

Da die Sonne noch über dem Horizont steht, nehmen wir den Umweg über Signal Hill, wo wir rechtzeitig zum Sonnenuntergang ankommen, um den Blick auf die Stadt zu genießen. Kaum zu glauben, welche Vielfalt wir in einen Tag packen konnten. Uns schwirrt der Kopf von all den Eindrücken. So wundert es nicht, dass wir die Abfahrt zur Waterfront verpassen und erst mit einem kleinen Umweg zum Ziel gelangen.

Tafelberg in Kapstadt
Bo Kaap in Kapstadt
Liege im Garten

3. Tag

Heute steht die Weiterfahrt an. Doch zunächst schlemmen wir zum Frühstück Rockefeller Oysters, absolut köstlich überbacken mit hauchdünn geschnittenem Speck, wenig Spinat und Sauce Hollandaise. Dazu schlürfen wir ein Gläschen Sekt - echt dekadent. Gestärkt geht es über Summerset West, Gordon’s Bay, den Clarence Drive nach Betty’s Bay. Es weht ein scharfer Wind und wir haben Mühe, uns auf den Beinen zu halten.

Am Stoney Point schauen wir uns eine weitere Pinguin-Kolonie an und sehen viel mehr Vögel als gestern trotz oder wegen des Sturmes. Die Wellen krachen an die Felsen, haushohe Brandung und Gischt tost ans Ufer. Es folgt eine Wanderung im Kogelberg Nature Reserve. Auch hier bläst ein stürmischer Wind. Zum Schluss kommt Regen auf und wir schaffen es gerade noch rechtzeitig zum Auto. In Hermanus geht es zunächst zu unserer Unterkunft, Lavender Manor Guest Lodge. Hier ist der Regen noch nicht angekommen. So spazieren wir den 5 km langen Cliffweg in die Innenstadt und essen köstlichen Fisch. Zurück lassen wir uns mit dem Tuk-Tuk bringen.

Am Stoney Point
Regenbogen über dem Atlantik

4. Tag

Kobus, unser Landlord, vermittelt eine Township-Führung mit Wilson, fast 73 Jahre alt, ehemaliger Whale Crier. Wir sind sehr berührt und es ist spannend für uns, diese Parallelwelt zu betreten, die wir sonst nicht zu Gesicht bekommen.
Bis jetzt nahmen wir Townships nur aus der Ferne im Vorbeifahren wahr. Anschließend wandern wir auf dem Cliffweg zum Hafen. Es fängt an zu regnen und wir werden durch und durch nass. Der Tee in unserem Quartier wärmt uns auf, und wir planen die Weiterfahrt mit Tipps von Isabel, der Landlady. Morgen soll das Wetter besser werden!

5. Tag

In der Nacht regnet es wie aus Kübeln, aber zum Frühstück klart es auf und bis auf ein paar Tropfen in Franschhoek bleiben wir trotz Wolken den ganzen Tag trocken. Über mehrere Pässe und die landschaftlich sehr reizvolle R321 geht es nach Franschhoek.
Kurzer Spaziergang, dann Lunch in "La Petite  Ferme": oberleckere entgrätete frische Forelle mit einem Gläschen Rosé-Sekt! Beschwingt und glücklich fahren wir nach Paarl. Da wir im Palmiet Valley die einzigen Gäste sind, bekommen wir ein Upgrade auf die Honeymoon-Suite -ein Traum in einem renovierten kapholländischen Haus von 1790 mit Himmelbett unterm Reet-Dach.
Nach einem Spaziergang auf dem Anwesen durch die Weinreben, Guaven-, Mandarinen-, Orangenplantagen, begleitet von Konrad, dem Haus- und Hofhund, lassen wir die Sonne auf dem Aussichtsdeck untergehen. Danach genießen wir die Wärme vom Kamin, essen Käse und schauen uns „Das Licht Afrikas“ auf DVD an, ein schnulzig-schöner Fernsehfilm, der hier auf dem Anwesen gedreht wurde.

6. Tag

Am nächsten Morgen haben sich alle Regenwolken verzogen. Ein strahlend blauer Himmel empfängt uns, sowie ein reichliches Frühstück mit frisch gepresstem Guavensaft.
Weiter geht‘s auf der R301 über Paarl, Wellington, Bain's Kloof Pass, Michell's Pass nach Ceres: romantisch-wilde Berglandschaft mit schneebedeckten Bergspitzen! Auf der R303 überqueren wir den Gydo Pass, Middelberg Pass und erreichen Citrusdal. Ab Citrusdal entlang der N7 beginnen die Bergblumen zu blühen. In Clanwilliam melden wir uns im „Saint du Barry“ an und fahren zur Rooibus Limited sowie zum Wildblumengarten. Dieser liegt wunderschön und steht in voller Blütenpracht!
Zurück in unsere Unterkunft schreiben wir Tagebuch und ziehen uns um für das Dinner bei Reinhold’s: leckeres Buffet mit südafrikanischer Hausküche, z.B. Bobotje.

Township
Himmelbett unterm Reetdach
Landschaft

7. Tag

Bei zauberhaftem Morgenlicht fahren wir über den Pakhuis-Pass zu Khoisan Kitchen. Von dort wandern wir den Sevilla-Trail und schauen uns die Felszeichnungen an. Die Datierung der Zeichnungen reicht von 200 – 6000 Jahren. Es macht Spaß, in der wärmenden Vorfrühlingssonne nach Felszeichnungen zu fanden. Auch hier blühen wunderschön die Wildblumen! Zwei ältere Paare empfehlen uns, das Biedouw Valley zu besuchen. Das tun wir und fahren durch die einsame Berglandschaft. Der wolkenlose Himmel lässt die Farbenvielfalt und Farbenpracht der Wildblumen noch strahlender erscheinen. Die Schotterpiste im Biedouw Valley ist mit großen Schlammpfützen durchsetzt und führt durch den Biedouw -Fluss. Kein Problem für unser Fahrzeug, aber danach ist es über und über mit Schlamm bespritzt.

8.Tag

Das winterliche Wetter ist wechselhaft, so ist es heute neblig trüb. Wir entschließen uns, einen Umweg über den Pakhuis Pass über die R364 nach Calvinia zu machen. Die Landschaft ist sehr einsam, Schotterpiste, ab und zu eine Farm und viele weidende Schafe. Calvinia lohnt sich nicht. Die Wildblumen sind noch nicht erblüht, offensichtlich war es hier zu kalt. Wir fahren über Nieuwoudtville, den Vanrhyns Pass - atemberaubender Blick in die Ebene auf die N7. Nun kommen wir gut voran und sind am Spätnachmittag in Springbok. Nach dem Einchecken spazieren wir durch das sonntägliche Städtchen, das ebenso ausgestorben wirkt wie Calvinia und Nieuwoudtville zuvor. Dafür gefällt uns die Unterkunft „Annies Cottage“ sehr gut, besonders das von der Besitzerin Petronella liebe- und phantasievoll gekochte Dinner.

Felszeichnung
Restaurant der Unterkunft
Wildblumen im Namaqualand

9. Tag

Das Namaqualand ist berühmt für seine wundervolle Wildblumenpracht. Der National Park schützt die Pflanzenwelt mit ihren mehr als 3000 Arten. Wir erreichen das Skilpad Wildflower Reserve südlich über Kamieskroon. Nach einem einstündigen Spaziergang durch die blühenden Wiesen, den Skilpad Walking Trail, fahren wir zum höchsten Punkt, einem herausragenden Felsen "Roof of Namaqua", von dem wir einen herrlichen Rundblick auf das uns umgebende Blütenmeer haben. Weiter geht es auf einer Allradpiste über Stock und Stein nach Soebatsfontein. Das ist der schönste Teil der Route: völlig einsam fahren wir durch großartige Berglandschaft mit prächtigen Blumenwiesen. Wir können uns an dieser Farbenvielfalt nicht satt sehen! Anschließend geht es ans Meer nach Koingnaas, Kleinzee und Port Nolloth. Diese Strecke wird durch die De Beer Diamanten-Gesellschaft verwaltet und wir müssen uns an mehreren Kontrollstellen wie in einem Hochsicherheitstrakt ausweisen. In Port Nolloth essen wir Fish & Chips in der Abendsonne und mit der Sonne im Rücken und den Bildern der Blumenwiesen fahren wir nach Springbok zurück.

10. Tag

Nach der langen Autofahrt von gestern genießen wir die Wanderung auf dem „Blue Mine Trail“, der leider seit Jahren nicht gepflegt wurde. So geht es querfeldein durch Gestrüpp und Felsen. Es ist frisch, mit blauem Himmel und später wärmt die Sonne. Der Ausblick ist gigantisch! Zum Schluss besuchen wir den jüdischen Friedhof, das letzte (christliche) Grab ist von 1937. Nach 3,5 Stunden sind wir wieder in Annie's Cottage und schlürfen Tee. Den Rest des Tages lassen wir gemütlich ausklingen.

11. Tag

Die Weiterfahrt nach Norden steht an. Die Landschaft wirkt immer trockener und karger. In Vioolsdrif bringen wir die Grenzformalitäten hinter uns, drücken 220 NAD Straßenbenutzungsgebühr ab und schon sind wir in Namibia. In Noordoewer fahren wir auf der C13 nach Aussenkehr, vorbei an kilometerlangen Traubenplantagen, die mit dem Wasser des Orange Rivers bewässert werden. Hier finden 20.000 Menschen Arbeit, die in einfachsten Schilfhütten leben.

In der Norotshama-Lodge erkundigen wir uns nach dem Zustand der Piste, fahren dafür sogar 10 km zurück und erfahren, dass wir den ausgeschilderten Abzweig nach Ai-Ais nehmen können.
Am frühen Nachmittag sind wir in Ai-Ais und verwöhnen uns im Außenpool. Danach wandern wir auf einen Aussichtsberg. Der Ausblick von oben ist atemberaubend. Zurück genießen wir die Indoor-Spa, später das Abendessen in der Lodge und ein erfrischendes Bier.

Köcherbäume
Dorf in Namibia

12. Tag

Die klassische Wanderung durch den Fishriver Canyon ist eine 5-Tages-Wanderung und bei allen, die diesen Trail begehen und in Ai-Ais ankommen, erleben wir einen wunderbar verklärten Blick. Wir wandern 11 km hinein und wieder zurück. Auch wir genießen wunderbare Ausblicke und die phantastische Ruhe. Verstaubt und verschwitzt locken ein „Beer Shandy“ am Ende der Tour und die warmen Quellen von Ai-Ais.

Bergige Landschaft
Fish River Canyon

13. Tag

Wir starten am frühen Morgen nach Hobas. Schon die Fahrt dorthin ist berückend. Nachdem wir die Parkgebühr entrichtet haben, fahren wir zuerst zum Main View Point. Er liegt genau über Hell’s Bend, einer großen Schleife. Im Hintergrund können wir die Häuschen der Fish River Lodge ausmachen, unserem Tagesziel. Von mehreren Aussichtsunkten, z.B. Hikers Point, genießen wir den Canyon auf verschiedenen Blickwinkeln. Weiter geht's nordwärts. Nach einem kurzen Tankstopp im skurrilen Canyon Roadhouse erreichen wir die B4, auf der wir nach wenigen Kilomentern zur Fish River Lodge abbiegen. Nach 104 km zunächst Schotter-, dann Rüttelpiste, die wir in 2 Stunden bewältigen, kommen wir völlig verstaubt dort an. Die Fish River Lodge ist ein Traum. Die Chalets und das Haupthaus sind schlicht und edel eingerichtet: Modernes Design gepaart mit afrikanischer Kunst machen die Anlage zu einem einzigartigen Erlebnis. Wir checken ein und unternehmen einen Sunset-Spaziergang. Danach schlürfen wir einen Sundowner am Canyonrand. Der Blick in den dämmrigen Canyon ist unbeschreiblich schön!

14. Tag

Wir sind gespannt auf die Fahrt zur Talsohle des Canyons. William, unser Guide, holt uns nach dem Frühstück ab und wir erleben eine abenteuerliche Fahrt hinab bis zum Fluss. Die fast 1000 Meter Höhenunterschied führen über Geröll und Felsstufen. Wir sehen Bergzebras, Sand Grouses, Springböcke, Klippspringer, Kudus, Leoparden- und Pavianspuren im Sand und vieles mehr. William erklärt uns die Geologie, Fauna und Flora, weist uns auf giftige Euphorbien hin und wir erfahren, dass Köcherbäume 300 Jahre alt werden können. An einem Rockpool gibt es Lunch. Leider ist es zu kalt zum Schwimmen.
 
Dann beginnt der Aufstieg. Manche Stellen sind steil oder die Straße ist gerade so an den Abhang geklebt, so dass wir befürchten, mit dem Fahrzeug in den Abgrund zu purzeln. Aber alles geht gut und wir erreichen glücklich und zufrieden die Lodge. Zum Abend kommt ein starker Wind auf, um unser Chalet braust und uns in der Nacht immer wieder weckt.

Lunch in einem Rockpool
Straße am Abgrund

15. Tag

Es heißt Abschied nehmen von der „Edge of Eternity“, dieser zeitlosen Schönheit dieses grandiosen Canyons.
Wir sind ein wenig traurig.
Unser erster Stopp ist Keetmanshoop. Es ist Sonntag und wir benötigen Bargeld. Das Geld erhält Regina wunschgemäß am Bankautomat, doch die Karte wird einbehalten. Ein anderer Kunde informiert den Bank-Manager und innerhalb von 20 Minuten kommen
zwei Mitarbeiterinnen der Bank. Kurze Zeit später ist die Karte wieder da. Ob so eine Aktion in Deutschland am Sonntag möglich gewesen wäre? Wir bezweifeln dies! Der C17 folgend fahren wir Richtung Koës. Unterwegs besichtigen wir den Köcherbaumwald und Giant's Playground. Interessanter ist das Fußballspiel, die Kinder rasen mit großer Freude über einen sandigen Bolzplatz. Farbige Wäsche flattert im Hintergrund. Die nächsten 250 km geht es durch einsames Gebiet, ab und zu sind Zufahrten zu Farmen angezeigt. Am südafrikanischen Grenzposten Mata Mata gibt es wieder jede Menge Formulare zum Ausfüllen. Wir bezahlen die Parkgebühr, tanken und reduzieren den Reifendruck für die Kalahari. Unser Tented Chalet ist nett und liegt direkt über dem Wasserloch. Es gibt ein Feuerchen, Sundowner und Essen, während wir den vielfältigen Tierstimmen lauschen.

16. Tag

In aller Ruhe fahren wir von Mata Mata bis zum Picknick-Platz Kamqua, halten an mehreren Wasserlöchern, sehen Gemsbok,  Springbok, Kudu, Black Backed Jackal, Blue Wildebeest, Strauße, Crimson-breasted Shrike, Southern Yellow-billed Hornbill Cape Crow und vieles mehr. In Kamqua werden wir und ein italienisches Paar von John, unserm Guide für die kommenden drei Tage, abgeholt. Mit unserem 4x4 dürfen wir selbst dem Wagen der Lodge folgen, auf einer schmalen Sandpiste 30 km über 91 Dünen hinweg. Ein großer Spaß! Von der Terrasse der !Xaus Lodge blicken wir auf eine herzförmige Salzpfanne - !Xaus heißt Herz. Wir werden mit Tee und Kuchen willkommen geheißen und schon bald geht es zur Sundowner-Tour weiter, zu einem Aussichtspunkt mit 360° Rundumblick.
Leider ist Peter im offenen Safariwagen ein Sandkorn ins Auge geflogen und er kann kaum sein Auge öffnen.

spielende Kinder im Dorf
Löwe im Gras
Reisegruppe

17. Tag

Schon vor dem Frühstück geht es los zu einem Morgenspaziergang. Da Löwen in der Nähe sind – ihr Gebrüll haben wir in der Nacht gehört – wird es eine Löwenjagd im Safariwagen. Wir sichten außer einem Löwen mehrere Gruppen von Gemsböcken, die vor uns in großen Sprüngen den Track überqueren, Steenbok, Strauß, Schakal, die schnellste Antilope Red Hartebeest, den größten flugfähigen Vogel (Kori Bustard) und bekommen typische Bäume (Kameldorn) Büsche (Sheperds Tree, Three-Thorn) und Pflanzen gezeigt. Auch ein großes Webervogelnest nehmen wir in Augenschein.
Dagegen schmerzt Peters Auge immer noch. Erst kurz vor dem Village Walk zu den Khomans San wird das Sandkorn mit einem erneuten Tränenanfall heraus gespült. Selbstheilungskräfte sind wunderbar.
Wir genießen die Pause nach einem wohlschmeckenden Lunch, bevor weitere Gäste eintrudeln. Mit der neuen Gruppe wird das Abendessen sehr vergnüglich. Fast ist die abschließende Nachtfahrt zu viel des Guten, aber auch hier sind alle dabei, um den Geruch der Kalahari zu einzuatmen, den Nachtwind zu spüren und die Tiere im Dunkeln zu beobachten - ein weiterer Höhepunkt.

18. Tag

Zum Early Morning Walk fahren wir mit zwei Wägen los und machen einen Spaziergang durch die Dünen. Zwei Red Hartebeest jagen einander hinterher, eine Gruppe von Elands quert unseren Weg. Wir sehen jede Menge Tierspuren und Losungen: Löwen, Scrub Hare, Eland, Gemsbok. Zu Fuß wird uns die Vegetation und allerlei Getier erklärt, z.B. den blühenden Black Thorn, mit dessen Zweigen man sich die Zähne putzen kann oder der Blister Bug, der wie der Name erklärt, Blasen hervorruft. Auch kosten wir den bitteren Geschmack der Gemsbok Cucumber, die jedoch vielen Tieren und früher Menschen das Überleben in der Kalahari ermöglichte.
Bis zur Abendfahrt ruhen wir uns aus, lesen, trinken Tee. Im Abendlicht ist die Kalahari besonders schön und dieser Anblick berührt uns tief. Am Aussichtspunkt angekommen ist das Geschnatter von uns groß. Kurz vor dem Sonnenuntergang bittet unser Guide um Stille, die alle andächtig genießen. In der Dunkelheit geht es zurück und ein kurzweiliger und heiterer Abend schließt sich an. Reiseerinnerungen werden ausgetauscht und vieles mehr.

19. Tag

Heute wird tatsächlich Ausschlafen verordnet und wir erhalten Tee ans Bett. Natürlich schließt sich ein ausgiebiges Frühstück an und munteres Plaudern mit dem deutschen und schweizer Pärchen. Dann folgt der Abschied von diesem besonderen Ort. Heute meistert Peter die 91 Dünen mit dem Wagen ganz entspannt!
Nach dem Einchecken in Twee Rivieren fahren wir eine kurze Strecke ins Nossob-Tal und siehe da, im Schatten eines Wasserreservoirs liegt ein Leopard. Nach geraumer Zeit klettert er wie der Blitz in einen hohen Kameldornbaum und verzehrt auf einem Ast seine Beute. Das Knacken und Schmatzen hören wir deutlich. Offensichtlich gefällt es ihm, in der Abendsonne seinen Leckerbissen zu verzehren. Die kraftvolle Eleganz der Großkatze beeindruckt uns sehr.

20. Tag

Leider ist das Frühstück des Camp-Restaurants mäßig. Auch die Nacht war nicht berauschend. Unser Chalet riecht nach Holzschutzmittel und liegt staubig und trostlos zwischen anderen Chalets.
So entfliehen wir gerne Richtung Upington. Die Fahrt führt uns durch die „Cattle –Kalahari“, Schafe und Kühe grasen entlang der Straße. Unsere letzte Unterkunft in Upington liegt wunderbar am Orange River, das Personal erscheint jedoch seltsam gleichgültig und lustlos. Abschiedsstimmung macht sich breit und wir unternehmen einen ausgiebigen Spaziergang durch Upington, trinken Kaffee und planen unseren Abend. Eine im Führer gerühmte Bootsfahrt gibt es nicht im Winter, so entscheiden wir uns für das irische Pub O’Hagans. Wir blicken trotz des leckeren Biers wehmütig auf den Orange River. Ist es der Abschied, der uns zu schaffen macht?

Afrika macht süchtig und wir hoffen auf eine weitere Reise!

staubiges Auto nach der Reise
unherstreifender Leopard