Mein. Dein. Afrika.
Afrika Reisen mit Venter Tours

Unterwegs in Kongos Regenwald - 11/2013

Caspar Venter im Odzala Kokua-Nationalpark

Gorillas, ein „Batman“ und der Sprung in die Fluten


Stellen Sie sich vor: Sie befinden sich mitten im Urwald. Präziser gesagt, im zweitgrößten Regenwaldgebiet der Erde – mitten in Kongo. Die beiden Guides an Ihrer Seite vermitteln Ihnen nicht nur das Gefühl von Sicherheit, sondern sind echte Experten dieses Landstrichs. Plötzlich fällt die Taschenlampe aus und nur Sie sind es, der schnell einen Ersatz zur Hand hat. Sie schalten die Lampe ein und „irgendetwas“, das Batman sehr ähnlich sieht, kommt auf Sie zugeflogen und verfehlt Ihre Begleitung nur knapp. Dies ist selbst für weitgereiste Menschen ganz sicher ein gruseliges, aber vor allem einmaliges Erlebnis.

Willkommensschild Odzala
Odzala aus der Luft

Mit dieser Anekdote sind wir schon mittendrin in meinem siebentägigen Abenteuer, das ich vor wenigen Monaten im Odzala-Kokoua Nationalpark erleben durfte. Mit einer wirklich bunten, internationalen Reisegruppe machte ich mich auf eine außergewöhnliche Entdeckungstour. Ein Schweizer, ein Brite, eine Deutsche, ein Australier, ein Ehepaar aus Belgien und ein Südafrikaner schickten sich an, die Spur der Western Lowland Gorillas zu verfolgen. Obwohl dieses Wort nicht den Kern trifft, denn tatsächlich habe ich mich noch nie so behutsam einem Tier genähert.

Los ging es mit der fantastischen Air France nach Brazzaville. Nach der Begrüßung durch den Veranstalter – Odzala Wilderness Camps – schliefen wir dann die erste Nacht in der Hauptstadt, um am nächsten Tag Richtung Nationalpark aufzubrechen. Zwei Stunden dauerte der Inlandsflug, der erste Möglichkeiten der Begegnungen bot. Maximal zwölf Personen „passen“ in eine Reisegruppe, da dies die maximale Kapazität der beiden Camps dieser Tour ist. Schon allein daran wird deutlich, dass diese Reise fernab von Massentourismus stattfindet und Menschen eine neue Perspektive eröffnen möchte.

Caspar Venter im Flugzeug
Kongos Hauptstadt Brazzaville
Reisende vor dem Kleinflugzeug
Safari-Fahrzeug in Odzala

Zwei Tage blieben wir im Ngaga Camp. Hier haben sich Magdalena Bermejo und ihr Partner German Illera Basas ganz der Erforschung der Gorillas verschrieben. Das Camp ist daher auch eine eher zurückhaltende Einrichtung, mitten im Regenwald. Man kann so jederzeit, diese unglaubliche Vielfalt der Tierwelt, insbesondere der Falter, spüren. Und dies tatsächlich „hautnah“, denn ihr Hunger nach Salz lässt ein verschwitztes Hemd schnell zur „Tränke“ werden. Aber auch die Pflanzenwelt ist so unglaublich faszinierend. Meine GoPro sowie meine Pentax kamen nie zur Ruhe. Einige Pflanzen sind noch gar nicht erforscht, wurde uns berichtet. Höhepunkt unseres Aufenthalts war das vorsichtige Abtasten des Urwalds auf der Suche nach den Gorillafamilien. Sie können sich diese Anspannung kaum vorstellen. Zum Schutz der Tiere trugen wir Atemschutzmasken vor dem Mund. Unsere Guides Justine und Maxwell haben nicht nur bei dieser Tour einen sehr, sehr guten Job gemacht und uns Teil des Urwaldes sein lassen, jedoch ohne dabei zu vergessen, dass wir eigentlich Besucher sind, die den wahren Bewohnern Respekt entgegenbringen müssen.

Pirschfahrt im Regenwald
Caspar Venter mit Mundschutz im Regenwald
Gorilla im Baum sitzend
kletternde Gorilla

Die kommenden beiden Tage verbrachten wir im Lango Camp, das rund dreieinhalb Stunden vom Ngaga Camp entfernt liegt. Hier hatten wir dann deutlich weniger Boden unter den Füßen, denn wir bewegten uns vorwiegend auf dem Wasser. Erneut kann ich die Stille und Artenvielfalt nicht beschreiben. Ich hoffe, meine Fotos können dies zumindest ein wenig. Bei einer Flusswanderung, die unsere Reisegruppe ebenso zusammenschweißte wie die abendlichen Gespräche, lernte ich auch die Verschiedenartigkeit von uns Menschen kennen. Sollten uns die Tiere beobachtet haben, würden sie sich zumindest über die unterschiedliche Definition des Wortes „Gummistiefel“ gewundert haben…

Caspar Venter watet durch den Fluss
Elefant

Der Abreisetag war viel zu schnell da. Wissen Sie eigentlich, dass man in den reißenden Fluten des Kongo-Flusses baden kann? Die Einheimischen können das! Wenn es danach geht, bin ich jetzt auch ein Einheimischer. Ich konnte einfach nicht widerstehen. Schon gar nicht, weil es ein fast schon surreales Bild war, auf der anderen Uferseite die Millionenstadt Kinshasa zu sehen und dabei zu versuchen, an der Wasseroberfläche zu bleiben.

Wie gesagt, Sie sollten es selbst erlebt haben. Wenn Sie mögen, erzähle ich Ihnen gern mehr oder schicke Ihnen eines meiner über 1000 Bilder. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten dieser Traumreise – insbesondere an den Lord Derby’s Anomalure. So hieß der „Batman“, der uns im Urwald überrascht hatte. Vielleicht besuchen Sie ja auch bald.

Caspar Venter