Rovos - eine Reise durch die Zeit (…und Afrika)

Und es gibt sie doch, die Legenden aus einer längst vergangenen Zeit. Genau so muss es wohl gewesen sein, vor über 100 Jahren durch Afrika mit dem Zug durch die unendliche Weite des Kontinents zu gleiten...

Eine Reise in die Vergangenheit, die beeindruckt und Spuren hinterlässt, weil sie Geschichten erzählt, die bewegen. Vom Rohan Voss, dem Visionär, von der in Berlin geborenen Rosa, wohnhaft in Alabama mit ihrem Allwissen über Marylin Monroe, über die Kinder entlang der Bahngleise in Simbabwe, bis hin zu den königlichen Reliquien im Victoria Falls Hotel. Drei Nächte zum Entschleunigen, Reflektieren, Hinterfragen, Staunen und vor allem zum Genießen – von gutem Essen, von Stille, Geselligkeit und dem Duft Afrikas.

Ankunft am Bahnhof in Pretoria

Die Zugreise sollte in Pretoria in Südafrika beginnen und nach vier Tagen direkt an den Victoria Fällen in Simbabwe enden. Am Bahnhof Capital Park in Pretoria wurden wir herzlichen von der Rovos-Crew, pünktlich und vor allem stilvoll mit einem Glas Sekt empfangen.

Zu unserer Überraschung begrüßte uns nach dem Einchecken der Eigentümer und Namensgeber Rohan Voss persönlich und lud uns zu einer Tour auf seinem Bahnhofsgelände ein. Mit britischem Humor erzählte er uns von den Höhen und Tiefen, die Rohan Voss in den vergangenen 30 Jahren mit seiner Passion durchlebt hat, von gestohlenen Gleisen, politischen Schwierigkeiten und sage und schreibe drei „beinahe“ Insolvenzen. Die von Rohan Voss präsentierten neu-restaurierten und voll funktionsfähigen Dampflokomotiven ließen uns hautnah erleben, mit welcher Leidenschaft er seine Idee über die Jahre unermüdlich weiterentwickelt hat. Am Ende der Besichtigungstour wurde im Briefing des Inhabers klar, worum es neben der beeindruckenden Technik und der Liebe zum Detail vor allem auch auf der Zugfahrt geht.

Zeitreise in eine fast vergessene Epoche

Die Reisenden wurden höflich aber bestimmt darauf aufmerksam gemacht, keine Mobiltelefone oder sonstige elektronischen Geräte außerhalb der eigenen Suite zu nutzen. Nur zum Fotografieren sei die Nutzung der heute im Alltag allgegenwärtigen Handys erlaubt. Für das Abendessen sei der Dress-Code zumindest „smart casual“, er selbst würde gerne beim Dinner natürlich nur Schlips und Krawatte sehen wollen, die Damen gerne im Kostüm.

Bei Rohan Voss gibt es keine Kompromisse, und ich finde, das ist für dieses Abenteuer genau das Salz in der Suppe. Ich konnte es kaum erwarten, mich für das erste Abendessen in Schale zu werfen. Ich mag es, mich für besondere Momente elegant zu kleiden, und der Anlass war, wie auch die darauffolgenden Abende, in der Tat außergewöhnlich. Zuhause, im Alltag, kommt dies oft zu kurz und ich wollte die Chance nutzen, dass hier im historischen Zug durch Afrika gründlich auszukosten. Die Zeitreise konnte beginnen, wir waren zurückversetzt in eine fast vergessene Epoche.

Die Reise beginnt

Leider wurde durch die starken Regenfälle der Nächte vor unsere Abfahrt ein Teil des Gleisbettes unterspült, sodass unsere Reisegruppe zunächst mit einem Bus zu einer ca. 100 km entfernten Bahnhofsstation gefahren werden musste. Auch das gehört zum Erlebnis Rovos Rail, es gibt einen Plan, und wenn notwendig, wird er geändert. Am Bahnhof angekommen, konnten wir endlich den Zug besteigen und unsere gebuchten Abteile beziehen.

Ich hatte mich für die mittlere Kategorie, die Deluxe Suite, entschieden. Der Vorteil besteht darin, dass die Suite so viel Raum bietet, dass das Doppelbett während der Reise nicht für die Tagesnutzung wie in der Pullman Suite zusammengeklappt wird. In allen Kabinen gibt es ein en-suite-Badezimmer mit Dusche sowie einen Schrank und zwei Stühle. Alle Einrichtungsgestände, jeder Vorhang, alle Möbel und auch die hölzernen Verkleidungen werden übrigens per Hand gefertigt, das hatten wir von Rohan Voss noch vor der Abreise beim Besichtigen der Werkstätten in Pretoria gelernt.

Kulinarische Vielfalt an Bord

Viel Zeit blieb zunächst nicht, diese so sorgfältig und mit viel Liebe zum Detail hergerichteten Kabinen zu bestaunen. Mehrere Gongschlänge verkündeten, wie auch in den kommenden Tagen, die frohe Botschaft, sich in den Speisesalon begeben zu können.

Nicht nur hier war die Crew stets darauf bedacht den Reisenden jeden nur erdenklichen Wunsch von den Lippen abzulesen. Ich staunte sehr, wie in einem Zug mit sicherlich beschränkten Kochmöglichkeiten an jedem Tage drei wirklich exquisite Mahlzeiten gezaubert wurden. Weder beim Essen, noch bei den Getränken blieben Wünsche unerfüllt. Glücklicherweise waren die Portionen der doch relativ eingeschränkten Bewegungsfreiheit gut angepasst, so dass auch das schlechte Gewissen sich nicht allzu laut bemerkbar machte.

Geschichten und Menschen aus aller Welt

Zwischen den Mahlzeiten erwies sich, neben dem Salon in der Zugmitte, der offene Beobachtungswagen am Ende des Zuges als beliebtester Treffpunkt der Mitreisenden. Hier konnte man nicht nur die afrikanische Steppe an sich vorüberziehen lassen, hier konnte man vor allem Geschichten hören, von Menschen aus der ganzen Welt, die Ihre Leidenschaft für Afrika teilen wollten, die über Politik oder Klatsch berichteten, die offen waren, neue Erfahrungen zu sammeln oder sich wünschten, neue und interessante Menschen aus der ganzen Welt kennenzulernen.

Bei der Zusammenstellung neuer Cocktail-Varianten war die internationale Gästezusammenstellung eine zusätzliche Inspiration für den Barkeeper. Mein Favorit war nach Empfehlung eines holländischen Mitreisenden der Gurke-Beeren Splash. Ich hatte in Vorbereitung auf die Reise nicht erwartet, so viele spannende Gespräche zu führen, aber die Begegnungen während dieser Zugreise werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben, genauso wie die Löwenfamilie auf der integrierten Safari irgendwo im Nirgendwo.

Eine andere Art von Reise 

Die Rovos Erfahrung war vor allem eine Reise der Kontraste, der Kontraste zum sonst wohl üblichen Afrika-Safari Programm, der Kontraste zwischen Arm und Reich, zwischen der digitalen Hochgeschwindkeitswelt des Internets und zeitlosen Romanlektüre, zwischen dem üblichen Urlaubsanimationsprogramm und totaler Entschleunigung beim monotonen Klappern der Radlager. Rovos bedeutet für mich, sich auf diese einmalige Art des Urlaubes einzulassen und einzutauchen in die Zeit des 19. Jahrhunderts.

Zum Abschied bin ich unendlich dankbar für jede Sekunde zum

...Entschleunigen,

...Reflektieren,

...Hinterfragen,

...Staunen und vor allem

...zum Genießen.

Ankunft am Victoria Falls Hotel

In Erinnerung sind mir bis heute auch die Momente, in der unser Luxus-Zug von Armut geprägten Gebieten zum Stehen kam und neugierige, sich an den Gleisen versammelnde Kinderaugen versuchten, einen Blick in den exotischen Zug und die Ihnen verschlossene Welt zu erhaschen. Welch ein Wechselbad der Eindrücke und Impressionen, vollendet mit der wahrhaft königlichen Ankunft im altehrwürdigen Victoria Falls Hotel.

Vom Victoria Falls Hotel sind es nur wenige Minuten Fußweg zu den gleichnamigen, weltbekannten Wasserfällen. An diesem Weltwunder gibt es atemberaubende Aussichten, Helikopterflüge, Bungeejumping, Wildwasserkanufahrten und waghalsige Schwimmbilder vom Rande des Wasserfalls. Aber das ist eine andere Geschichte….

Die hier beschriebene Reise können Sie auch selbst erleben:

 

ROVOS RAIL - Queen Victoria

4 oder 5 Tage exkl. Flug

  • Luxuszug durch Südafrika und Simbabwe
  • ab Pretoria/an Victoria Falls
  • Hwange Nationalpark und Victoriafälle

ab 2.395 €

 

Hier geht's zu den Rovos Rail Reisen:

ROVOS Rail - Queen Victoria - 4 Tage
ROVOS Rail - Queen Victoria - 5 Tage

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