Zwischen Tuli und Mashatu – Safari im Land der Riesen
... rau, weit und voller außergewöhnlich guter Safari-Möglichkeiten. Nun stand ich selbst kurz davor, in eines der wenig bekannten Wildnisgebiete des südlichen Afrikas aufzubrechen.
Anreise mit Condor – ein entspannter Start
Dieses Mal flog ich mit Condor im A330neo, den ich unbedingt einmal testen wollte. Die neue Business Class ist wirklich ein Erlebnis: breite Sitze, viel Stauraum, gutes Essen – und dank der besonders leisen Kabine fühlt sich der Flug fast entschleunigt an. Die Matratzenauflage verwandelte meinen Platz in ein richtiges Bett, perfekt für ein paar Stunden Schlaf vor der Ankunft in Johannesburg.
Die neue Business Class von Condor gehört derzeit zweifellos zu den besten ihrer Art – das zeigt sich vor allem im Zusammenspiel aus Komfort, Ruhe an Bord und dem sehr charmanten Service.
Fahrt in den Tuli Block
Nach dem Weiterflug mit Airlink nach Polokwane ging es im 4x4 weiter Richtung Norden. Mein Mietwagen war ein Haval P-Series Double Cab 4x4 – modern, sehr komfortabel und vom Fahrgefühl her vergleichbar mit dem bekannten Toyota Hilux.
Die Fahrt führte mich zunächst durch die Limpopo-Region in Südafrika. Hinter Alldays verschwand die geteerte Straße, die Landschaft wurde sandiger und trockener, bis schließlich der Limpopo wie ein grünes Band auftauchte. Der Grenzübertritt bei Platjan war schnell erledigt – und kurz darauf rumpelte ich über die ersten Wellblechpisten Botswanas.
Bevor ich das erste Camp erreichte, lag bereits ein Eindruck hinter mir, der typisch für den Central Tuli ist: eine Mischung aus offenen Savannen, Flussnähe und weiten Ebenen, in denen man sofort spürt, dass hier noch viel Raum für Natur bleibt. Die Gegend wirkt ursprünglich und ruhig – ideal für ein Safari-Erlebnis fernab der großen, bekannten Nationalparks.
Koro River Camp – Wildnis und Ruhe am Limpopo
Das Koro River Camp war meine erste Station – und vom ersten Moment an ein Highlight. Mein Zelt lag direkt am Fluss, mit großer Terrasse, Plunge Pool und Hängematte. Das Bad befand sich im eigenen, seitlich stehenden Zelt – ungewöhnlich, aber harmonisch in das Gesamtkonzept eingebettet. Besonders gefiel mir die liebevolle Gestaltung: kleine Details wie die Bettdekoration, natürliche Materialien und ein persönlicher, herzlicher Service.
Die Landschaft ist abwechslungsreich: Mopane-Wälder, offene Ebenen, Felsformationen und immer wieder riesige Baobabs.
Auf den Pirschfahrten mit Guide Mosa und Tracker Salomon sahen wir Elefantenherden, Giraffen, Zebras, Gnus und zahlreiche Vogelarten. Besonders eindrucksvoll war ein Wasserloch an einer Salzpfanne, an dem sich zwei große Elefantenherden trafen – ein Moment zum Staunen.
Zum Sonnenuntergang fuhren wir auf einen Felsenhügel mit einem mächtigen Baobab. Dort zu stehen, den Wind zu spüren und in die Landschaft zu blicken, war der Moment, in dem ich wusste: Jetzt war ich wieder in Afrika angekommen.
Serolo Safari Camp – im Herzen einer tierreichen Konzession
Nur eine Stunde entfernt liegt die Tuli-Wilderness-Konzession – landschaftlich jedoch eine völlig neue Welt. Viel grüner, weniger hügelig, dafür mit einzelnen markanten Bergen und geprägt vom breiten Limpopo-Korridor.
Das dortige Serolo Safari Camp ist einfacher als Koro, aber charmant: fünf Chalets, ein kleiner Pool, einer Selbstbedienungsbar und ein schönes Wasserloch.
Schon der Start der Pirschfahrten ist ein Erlebnis: Vom Camp aus geht es zunächst eine kurze, steile Abfahrt hinunter – fast wie eine kleine Achterbahnfahrt. Die Artenvielfalt hat mich hier besonders überrascht: Auf den Drives sahen wir unter anderem einen Leoparden, eine braune Hyäne, eine Afrikanische Wildkatze, Ginsterkatzen, Löffelhunde, große Antilopen wie Kudu und Eland sowie viele Vogelarten, darunter Carmine Bee-eater und Black Eagle.
Am Abend erlebte ich einen weiteren unvergesslichen Augenblick:
Eine Pel’s Fishing Owl landete direkt auf meiner Terrasse und ich konnte sie ganz aus der Nähe beobachten. Später hörte ich ein sanftes Knacken – ein Elefant stand neben meinem Chalet und pflückte ruhig Mopane-Blätter. Ganz leise, ganz nah und unglaublich eindrucksvoll.
Mashatu Private Game Reserve – ein Reich der Riesen
Weiter ging es ins Mashatu Private Game Reserve, auch als „Land of the Giants“ bekannt – ein großes Schutzgebiet, geprägt von Baobabs, Elefanten und weitläufigen Landschaften. Mashatu umfasst rund 29.000 Hektar und ist Teil des grenzüberschreitenden Limpopo-Transfrontier-Parks, in dem Wildtiere frei zwischen Botswana, Südafrika und Simbabwe wandern. Die abwechslungsreichen Lebensräume – von Flussläufen über offene Ebenen bis hin zu felsigen Koppies – machen die Region zu einer der spannendsten Safari-Gegenden des südlichen Afrikas.
Der direkte Weg führt normalerweise über den Motloutse River und vorbei an der imposanten Salomons Wall – eine sandige, aber gut machbare Passage für geübte 4x4-Fahrer. Da der Limpopo allerdings Wasser führte, musste ich über Südafrika aus- und über Pont Drift wieder einreisen. Der Lohn waren einige zusätzliche Stempel im Reisepass und eine Fahrt in der bekannten Cable Car über den Limpopo – ein echtes Erlebnis.

Innerhalb von Mashatu gibt es verschiedene Camps und Lodges, die unterschiedliche Reisestile abdecken – von eher ursprünglichen Zeltcamps bis hin zu sehr exklusiven Villen. Während meines Aufenthalts hatte ich die Möglichkeit, jeweils eine Nacht im Mashatu Tent Camp, in der Tuli Safari Lodge, in der Mashatu Lodge und im Mashatu Euphorbia zu verbringen und alle vier Unterkünfte persönlich kennenzulernen.
Mashatu Tent Camp
Ursprünglich, naturnah, angenehm reduziert. Die Zelte sind komfortabel, aber bewusst ohne überflüssigen Luxus – ideal für alle, die mitten in der Wildnis sein möchten. Besonders schön ist die ruhige, intime Atmosphäre des Camps: Mit nur wenigen Zelten, viel Abstand und einem schattigen Dining-Bereich fühlt man sich schnell wie in einem kleinen, abgeschiedenen Safari-Refugium.
Tuli Safari Lodge
Die Lodge liegt in einer Kombination aus Flusslandschaft und felsiger Hügelszenerie. Besonders schön ist der kleine Rundweg durch das Gelände und das Star Deck mit Blick über eine offene Ebene. Als dort Kudus vorbeizogen, zeigte sich sehr gut, was diesen Ort ausmacht: viel Platz, Ruhe und eine Landschaft, die genau das widerspiegelt, was Tuli so besonders macht.
Mashatu Lodge
Ideal für Familien: zwei Pools, großzügige Räume und der Discovery Room – ein kleines Naturmuseum voller Knochen, Fossilien und Anschauungsmaterial. Die Lodge wirkt lebendig, ohne laut zu sein, mit viel Platz für Kinder zum Entdecken und ruhigen Ecken für Erwachsene zum Entspannen. Besonders spannend sind die Elefantenschädel in unterschiedlichen Altersstufen, an denen man sehr anschaulich mehr über die Tiere lernt.
Mashatu Euphorbia
Zum Abschluss wartete die exklusivste Unterkunft der Region. Acht großzügige Villen mit Blick in die Schlucht oder auf das Flussbett bieten viel Privatsphäre und trotzdem das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein – an meiner Terrasse zogen Klipspringer, Elefanten und Kudus vorbei.
Das Design ist modern und doch unaufdringlich, mit mehreren gemütlichen Sitzbereichen und dem Eagles Nest als perfektem Ort für einen ruhigen Sundowner mit weitem Blick über das Flussbett.
Game Drives in Mashatu
Auch die Pirschfahrten hatten es in sich: Neben einer Löwin mit drei verspielten Jungtieren begleiteten mich Leoparden praktisch auf jedem Game Drive – einmal sogar eine Leopardin mit ihrem Jungen. Dazu kamen immer wieder große Elefantenherden, die in Mashatu allgegenwärtig sind, sowie eine Sichtung von Tüpfelhyänen. Besonders angenehm war dabei, dass bei einer Tierbeobachtung maximal drei Fahrzeuge zugelassen sind, sodass man die Begegnungen ruhig, respektvoll und ohne Gedränge erleben kann.
Fotoverstecke, lange Nächte und eine legendäre Hügelgeschichte
Mashatu ist bekannt für seine Fotohides – spezielle Beobachtungsverstecke, die so angelegt sind, dass man nahezu auf Augenhöhe mit den Tieren sitzt. Man befindet sich im Schutz eines getarnten Raumes, schaut durch schmale Öffnungen hinaus und erlebt die Tiere aus einer ganz anderen Perspektive als auf dem Fahrzeug. Gerade für Fotografen ist das ideal, weil man viel Zeit an einem Ort verbringt und in Ruhe auf den perfekten Moment warten kann.
Im Matebole Hide sitzt man direkt am Rand eines Wasserlochs, tief unten auf Höhe der Wasseroberfläche. Elefanten, die zum Trinken kommen, sind hier eigentlich keine Seltenheit und wirken aus dieser Perspektive noch beeindruckender. In diesem Jahr war es wegen der vielen natürlichen Wasserstellen etwas ruhiger, doch die besondere Stimmung – das leise Plätschern, die Konzentration im Hide, das Warten auf Bewegung – bleibt.
Der neue Lala Limpopo Sleepout Hide ist ein weiteres echtes Highlight für Fotofans: zwei Schlafzimmer, eine große Lounge mit Ausguck, Strom, WLAN und ein kleiner Küchenbereich. Man verbringt die ganze Nacht dort – und vermutlich schläft man wenig, weil immer irgendwo ein Geräusch, ein Schatten oder eine Bewegung zu sehen ist. Für alle, die Tierfotografie lieben, ist das eine außergewöhnliche Möglichkeit, die Nacht im Busch ganz intensiv zu erleben.
Auf der Karte fiel mir der „Disappointment Hill“ auf.
Unser Guide Cedrick erzählte mir die Geschichte: Ein früherer Direktor filmte dort eine spektakuläre Paarung von Leoparden – und stellte am nächsten Morgen fest, dass kein Film eingelegt war. Eine tragikomische Anekdote, die dem Hügel seinen Namen gab.
Abschied von Tuli
Zum Schluss besuchte ich Wendy und Francois, die beiden Manager von Mashate. Sie zeigten mir die neu eröffnete Krankenstation, die 24/7 besetzt ist – ein großer Pluspunkt für die Sicherheit von Gästen, Mitarbeitern und der umliegenden Gemeinden.
Dabei übergab ich auch unsere Flyer zum Mashatu - Land of the Giants Cycling Event – eine Veranstaltung mit Fahrrad-Safaris, die Mashatu jedes Jahr mit viel Engagement durchführt.
Der Tuli-Block hat mich nachhaltig beeindruckt. Jede Station – vom intimen Koro River Camp über das artenreiche Serolo bis hin zum vielfältigen Mashatu – bietet eigene, besondere Eindrücke. Und doch verbindet sie alle eines: herausragende Safari-Möglichkeiten. Elefanten, Löwen und Leoparden gehören hier zu den Tieren, denen man mit hoher Wahrscheinlichkeit begegnet.
Für mich steht fest:
Der Tuli-Block ist eine Region für alle, die Afrika unverfälscht, naturnah und fernab der großen Routen erleben möchten.
































