Von wilden Wasserfällen zu sanften Giganten – meine Reise durch Uganda
Schon am ersten Ankunftstag überraschte mich ein plötzlicher Tropenregen, der die Landschaft mit frischem Leben überzog. Dieser unverwechselbare Duft von feuchter Erde, blühender Natur und pulsierendem Leben lag in der Luft. Alles um mich herum war sattgrün, wild und lebendig.
Auf den roten Sandstraßen fuhren Menschen auf klapprigen Fahrrädern, lachende Kinder winkten mir zu – und dann, ganz plötzlich, öffnete sich der Blick auf den riesigen Viktoriasee. Ruhig, majestätisch, überwältigend breitete er sich vor mir aus. Ein Moment, der sich tief in mein Herz eingebrannt hat – denn es war ein großer Traum von mir, am größten See Afrikas zu stehen.
Doch wie bei jeder echten Abenteuerreise beginnt alles mit dem ersten Schritt – und genau davon möchte ich dir erzählen…
1. Tag – Green Bananas & Spaziergang mit Nashörnern
Mein Abenteuer begann in Entebbe mit der Fahrt Richtung Murchison Falls. Der Weg führte mich durch das bunte Gewimmel von Kampala – eine Stadt, die lebt und pulsiert, voller Straßenlärm, lebhafter Märkte und hupender Autos. Es ist ein Ort, der auf Schritt und Tritt überrascht.
Zur späten Mittagszeit landete ich in einem kleinen, lokalen Restaurant in Wobulenzi. Auf Empfehlung meines Guides bestellte ich ein Gericht, das auf den ersten Blick vielleicht etwas unscheinbar wirkte: Tilapia in einer würzigen Suppe, begleitet von „green bananas“ – so nennen die Einheimischen ihre Kochbananen – und cremigem Kürbis. Doch was soll ich sagen? Dieses Essen entpuppte sich als eines der besten, das ich je probiert habe. Ein voller Geschmack, der perfekt zu diesem Abenteuer passte und meinen Gaumen auf die kommenden Tage einstimmte.
Mit vollem Magen und voller Vorfreude setzte ich die Reise fort. Das nächste Highlight stand an: eine Walking Safari im Ziwa Rhino Sanctuary. Gemeinsam mit einem erfahrenen Guide bahnte ich mir vorsichtig den Weg durch das dichte Gras. Es war kein Spaziergang, sondern ein echtes Naturabenteuer – auf der Suche nach den majestätischen Nashörnern, die hier geschützt leben. Die Nähe zu diesen urzeitlichen Giganten erfüllte mich mit Respekt und Ehrfurcht. Man spürt förmlich die Kraft und Geschichte, die in der Luft liegt. Ein unvergessliches Erlebnis, das mich tief beeindruckte.
Am Abend erreichte ich die Twiga Safari Lodge. Die herzliche Begrüßung und ein weiterer köstlicher Gaumenschmaus empfingen mich in der gemütlichen Lodge. Im Dunkel der Nacht konnte ich noch nicht ahnen, welch wundervolle Überraschungen der kommende Morgen für mich bereithielt.
Tag 2 - Nilpferde & Naturgewalt pur
Die Nacht war erfüllt von einem wilden Konzert der afrikanischen Wildnis: Grillen zirpten unermüdlich, in der Ferne grollte das Brüllen eines Löwen – und ganz nah, direkt vor meiner Unterkunft, hörte ich das gemächliche Grasen eines Nilpferds. Am nächsten Morgen, noch halb verschlafen, trat ich auf meinen Balkon und traute kaum meinen Augen: Der mächtige Nil breitete sich ruhig und majestätisch vor mir aus, glänzend im goldenen Morgenlicht. Mittendrin entdeckte ich das Nilpferd, das sich gerade ins kühle Wasser zurückzog und mich neugierig musterte. Ein magischer Moment, den ich am liebsten ewig festgehalten hätte – doch das Abenteuer wartete bereits auf mich.
Nach einem Frühstück voller frischer Früchte machte ich mich auf zu einem der beeindruckendsten Naturschauspiele Ugandas: den Murchison Falls. Hier zwängt sich der mächtige Nil mit ungeheurer Kraft durch eine nur sieben Meter schmale Felsspalte, um dann 43 Meter in die Tiefe zu stürzen. Das Donnergrollen und Tosen des Wassers ist überwältigend – kein Wunder, dass Winston Churchill diesen Ort als „den größten Wasserfall des Nils“ bezeichnete. Übrigens ist der Murchison Falls Nationalpark nicht nur einer der ältesten, sondern auch der größte Nationalpark Ugandas – ein echtes Paradies für Tier- und Naturliebhaber.
Die anschließende Safari führte mich durch offene Savannen, vorbei an majestätischen Borassuspalmen und goldgelben Graslandschaften bis hin zum Lake Albert, wo der Albert-Nil seinen Weg gen Norden nimmt. Besonders faszinierend war für mich das Elefantengras (auch Napiergras genannt), mit seinen langen, schlanken Halmen und dem gelb-grün gestreiften Muster. Die Einheimischen nutzen es als robustes, wetterfestes Dachmaterial – sie schneiden das Gras in Büscheln, lassen es gut trocknen und flechten es zu Dächern zusammen, die Häuser vor Sonne und Regen schützen. Ein beeindruckendes Beispiel für nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen.
Unterwegs begegneten wir einer beeindruckenden Vielfalt an Tieren: Uganda-Kobs, elegante Antilopen, die nur hier vorkommen, Defassa-Wasserböcke, die kleine Oribi-Antilope, Jacksons Kuhantilope, majestätische Elefanten – und als persönliches Highlight eine elfköpfige Hyänengruppe, die versuchte, ein Giraffenbaby zu erlegen. So brutal die Natur manchmal sein kann, war ich insgeheim erleichtert, als das Kleine entkam – Nervenkitzel pur!
Am Nachmittag folgte ein weiteres Highlight: eine zweieinhalbstündige Bootsfahrt auf dem Nil. Gemächlich schipperten wir flussaufwärts, vorbei an sonnenbadenden Nilkrokodilen, spielenden Flusspferden und einer Vielzahl bunter Vögel. Aus dieser Perspektive präsentierten sich die Murchison Falls noch einmal gewaltiger – ein Ort, an dem man die pure Kraft und Lebendigkeit der Natur mit jeder Faser spüren kann.
Tag 3 – Berge & Teeplantagen
Heute lag ein langer Reisetag vor mir – aber alles andere als langweilig. Schon nach wenigen Kilometern veränderte sich die Landschaft spürbar: Die Ebene wich sanften Hügeln, und bald begleitete mich auf der rechten Seite der gewaltige Lake Albert, der sich über beeindruckende 170 Kilometer erstreckt. Links und rechts der Straße breiteten sich grüne Teeplantagen aus – in perfekten Reihen, als hätte jemand sie mit einem Lineal in die Hänge gezeichnet. Dazwischen glitzerten vereinzelte Flüsse und kleine Dörfer, deren Kinder uns fröhlich zuwinkten.
Im Hintergrund erhoben sich nach und nach die Silhouetten des Ruwenzori-Gebirges, auch als "Mondberge" bekannt – ein Teil des gewaltigen ostafrikanischen Grabenbruchs, der sich wie ein geologisches Rückgrat durch den Kontinent zieht. Die Szenerie war so vielfältig und eindrucksvoll, dass selbst die langen Stunden im Auto wie im Flug vergingen.
Kurz vor Sonnenuntergang erreichte ich schließlich die wunderschön gelegene Isunga Lodge – eingebettet in die grüne Hügellandschaft, fernab vom Trubel. Der Ausblick hier ist einfach atemberaubend: Von der Lodge aus blickt man gleich über drei Nationalparks – den dichten Kibale-Regenwald, den weitläufigen Queen-Elizabeth-Nationalpark und die majestätischen Ruwenzori-Berge im Hintergrund. Ein Panorama, das einem fast den Atem raubt.
Nach einem hervorragenden Abendessen zog ich mich in mein gemütliches, abgelegenes Zimmer zurück. Und während draußen die Frösche quakten, Grillen zirpten und irgendwo ein Buschbaby rief, schlief ich tief und zufrieden ein – begleitet vom beruhigenden Klang der Natur.
Tag 4 – Dschungelbuch Teil 1 & Flusspferde Paradies
Der Tag begann früh – und das Abenteuer rief. Noch vor Sonnenaufgang machten wir uns auf in den Kibale Nationalpark, um die berühmten Schimpansen in ihrem natürlichen Lebensraum zu erleben. Festes Schuhwerk, lange Trekkinghose und eine Regenjacke im Rucksack – bereit für das, was uns im dichten Regenwald erwartete.
Am Startpunkt wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt. Eine kurze Fahrt brachte uns tiefer in den Wald, wo die sogenannten Tracker – die Fährtenleser – bereits seit den frühen Morgenstunden unterwegs waren, um die Tiere für uns aufzuspüren. Und ihre Arbeit zahlte sich aus: Schon bald hörten wir in der Ferne das markante Kreischen der Schimpansen. Und ich bin mir sicher – sie hatten uns längst bemerkt, noch bevor wir sie sahen.
Über schmale, verschlungene Pfade und durch dichtes Grün kämpften wir uns vor – und dann: eine große Gruppe Schimpansen, mitten im Wald. Rund 1.400 Tiere leben hier im Kibale Forest, eine der höchsten Konzentrationen in ganz Ostafrika. Etwa eine Stunde lang durften wir ihnen ganz nah sein, ihr Verhalten beobachten, ihre Kommunikation erleben, ihr Fressen, Toben, Klettern – und auch ihre Streiche. Denn ja, einige von ihnen bewiesen echten Schalk: Von hoch oben warfen sie uns frech und spielerisch mit halbgegessenen Früchten ab. Offenbar war unser Besuch nicht ganz unbemerkt geblieben.
Insgesamt leben im Kibale Nationalpark 13 Primatenarten, doch die Schimpansen sind wohl die faszinierendsten. Ihre DNA stimmt zu etwa 96 % mit der des Menschen überein – kein Wunder, dass man sich beim Beobachten manchmal ertappt fühlt, als würde man in einen Spiegel blicken. Eine tiefe Verbindung, die sich schwer in Worte fassen lässt.
Am Nachmittag ging es weiter in den Queen-Elizabeth-Nationalpark – benannt zu Ehren der verstorbenen britischen Königin und heute das wohl beliebteste Wildschutzgebiet Ugandas. Das Gebiet erstreckt sich von den kraterdurchzogenen Ausläufern des Ruwenzori-Gebirges bis zu den Ufern des Eduardsees und hinunter zum abgelegenen Ishasha-Fluss. Die Landschaft ist abwechslungsreich und dramatisch – von Savannen über Vulkankegel bis hin zu dichten Wäldern und glitzernden Seen.
Am Abend wartete noch ein weiteres Highlight: eine Bootstour auf dem Kazinga-Kanal, einem rund 23 Kilometer langen, natürlichen Wasserweg, der den Eduardsee mit dem kleineren Georgsee verbindet. Kaum waren wir auf dem Wasser, tauchten sie auf – unzählige Flusspferde, die dicht an dicht im Wasser lagen, schnaubten und blubberten. Dazu kamen bunte Vögel, sonnenbadende Nilkrokodile und sogar einige Elefanten, die sich an den steilen Uferhängen zeigten. Die Geräusche, die Farben, die Bewegungen – alles wirkte wie eine perfekte Filmszene, nur dass ich mitten drin war.
Ein langer, ereignisreicher Tag ging zu Ende. Beim Abendessen saß ich noch voller Eindrücke da – doch kaum lag ich im Bett, übernahm die Müdigkeit. Ich war angekommen im Rhythmus Afrikas.
Tag 5 – Löwen & Regenwald
Ein neuer, verheißungsvoller Tag beginnt – und nach einem zeitigen Frühstück machen wir uns auf den Weg Richtung Bwindi Impenetrable Nationalpark. Doch bevor wir das dichte Grün des Regenwaldes erreichen, wartet noch ein besonderer Zwischenstopp: der berühmte Ishasha-Sektor, bekannt für seine baumkletternden Löwen – eine weltweit seltene Verhaltensweise. Mit gespannter Erwartung fahre ich durch die offenen Savannen, den Blick stets nach oben gerichtet. Doch die Löwen lassen sich heute nicht in den Ästen der Feigenbäume blicken. Ich bin fast schon ein wenig enttäuscht – bis kurz vor der Ausfahrt aus dem Park plötzlich Bewegung im hohen Gras zu sehen ist: Ein alter, majestätischer Löwe, mit kraftvoller Mähne und ruhigem Blick, steht vor uns. Die Silhouette des Ruwenzori-Gebirges hinter ihm, in der klaren Luft des
Morgens – ein Bild wie aus einem Traum. Kein Baum war nötig, um diesen Moment unvergesslich zu machen.
Am Nachmittag erreiche ich schließlich meine persönliche Lieblingsunterkunft: die Engagi Lodge. Hoch oben auf einem Hügel gelegen, mit freiem Blick auf den imposanten Bwindi-Regenwald. Ich gönne mir eine frisch gebrühte Tasse ugandischen Kaffees und lasse den Blick minuten-, nein stundenlang über das unendliche Grün schweifen.
Der Bwindi Impenetrable Nationalpark ist ein Ort, der einen sofort in seinen Bann zieht. Gemeinsam mit den Virunga-Vulkanen ist er Heimat von rund 459 Berggorillas (Stand 2025). Der Park umfasst eine Fläche von etwa 330 km² und wurde 1994 zum UNESCO-Weltnaturerbe erklärt – zurecht. Dichte Berg- und Regenwälder, geheimnisvoll und voller Leben, durchziehen das hügelige Terrain auf Höhenlagen zwischen 1.160 und 2.607 Metern. Sein Name – „Impenetrable“, also undurchdringlich – ist keine Übertreibung.
Nicht nur die spektakuläre Aussicht, sondern auch die Herzlichkeit des Personals, die gemütliche Atmosphäre und das hervorragende Essen machen die Engagi Lodge für mich zu einem ganz besonderen Ort.
Der Gedanke daran, morgen früh durch diesen Wald zu wandern, um Berggorillas in freier Wildbahn zu begegnen, lässt mein Herz jetzt schon höherschlagen. Die Vorfreude auf dieses einmalige Erlebnis ist kaum zu bändigen.
Tag 6 – Dschungelbuch Teil 2
Schon beim Aufwachen pochte mein Herz vor Aufregung. Heute war der Tag – der Tag, an dem ich den sanften Giganten des Regenwaldes gegenüberstehen würde. Nach einem stärkenden, frühen Frühstück machten wir uns auf den Weg in den legendären Bwindi Impenetrable Nationalpark, dessen dichter Urwald seinem Namen alle Ehre macht. Unser Ziel: die seltenen Berggorillas, die größten Menschenaffen der Welt – und unsere Begegnung mit ihnen würde nicht zufällig sein, sondern das Resultat einer intensiven, abenteuerlichen Wanderung durch einen der artenreichsten Dschungel Ostafrikas.
Bevor es losging, wurden wir – wie auch beim Schimpansen-Trekking – in kleine Gruppen eingeteilt. Dabei ist es wichtig, ehrlich mit sich selbst zu sein: Wie gut ist die eigene Kondition? Die Trekkingtouren werden nämlich in drei Schwierigkeitsgrade unterteilt und können zwischen drei und sechs Stunden dauern. Ich entschied mich für die mittlere Variante – anspruchsvoll, aber machbar – und wir fuhren zunächst ein kurzes Stück mit dem Jeep. Unsere zugewiesene Gorillafamilie hatte sich nämlich ein vorübergehendes Zuhause hoch oben am Berghang gesucht.
Was dann folgte, war ein echter Kraftakt. Die Hitze der frühen Sonne brannte uns auf den Nacken, denn ein Teil des Weges führte uns außerhalb des schützenden Blätterdachs durch offenes Gelände. Unsere Stiefel versanken im weichen, unberechenbaren Boden, während wir uns zwischen dichten Lianen und stacheligen Büschen hindurchkämpften – der Pfad war schmal, fast unsichtbar. Und ja, ich konnte nicht widerstehen: Bei einer der kräftigen Lianen musste ich einfach stehenbleiben und schwingen – ein Kindheitstraum, mitten im Dschungel verwirklicht!
Nach einer schweißtreibenden, spannungsgeladenen Wanderung erreichten wir schließlich eine kleine Lichtung. Und dann – wie aus dem Nichts – bewegte sich etwas im Dickicht. Da waren sie. Acht Gorillas, ganz nah, darunter ein imposanter Silverback, der mit seiner schieren Präsenz den gesamten Raum füllte. Es war einer dieser seltenen Momente, in denen die Zeit stillzustehen scheint.
Eine Stunde lang durften wir diese faszinierende Familie beobachten – und was für eine Show uns geboten wurde! Ein neugeborenes Gorillababy sorgte für ordentlich Trubel, tobte herum, rollte sich in Purzelbäumen durch das Gras, als wollte es uns beeindrucken: „Seht her, was ich kann!“ Die Erwachsenen hingegen versuchten vergeblich, sich auszuruhen – mit einem verspielten Jungtier in der Mitte war das natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Wir konnten uns das Lachen nicht verkneifen.
Diese intensive, intime Begegnung inmitten des undurchdringlichen Regenwaldes gehört zweifellos zu den bewegendsten Momenten meiner Uganda-Reise. Die Mühen des Aufstiegs, das Schwitzen, die Müdigkeit – all das war in dem Augenblick vergessen, als ich in die tiefbraunen Augen dieser friedlichen Riesen blickte. Ein Erlebnis, das tief unter die Haut geht und dort für immer bleibt.
Nach einem späten Mittagessen und Pause in unserer Unterkunft, besuchten wir das inspirierende Projekt Ride 4 a Woman in Buhoma. In einem offenen, einladenden Gemeinschaftshaus erhielten wir einen Einblick in die Arbeit von Frauen aus der Region, die durch Nähen, Weben und andere handwerkliche Tätigkeiten ein eigenes Einkommen erwirtschaften. Die Atmosphäre war herzlich und authentisch – und ich konnte nicht widerstehen: Einige der liebevoll hergestellten Produkte habe ich als Mitbringsel für Zuhause gekauft. Ein kurzer, aber sehr eindrücklicher Besuch, der mir lange in Erinnerung bleiben wird.
Tag 7 – weite Savanne & Walking Safari
Nach der intensiven Begegnung mit den Berggorillas führte mich meine Reise weiter in den Lake Mburo Nationalpark, den kleinsten Nationalpark Ugandas – mit nur 370 km² Fläche. Doch klein bedeutet hier keinesfalls unscheinbar: Der Park beeindruckt mit seiner abwechslungsreichen Landschaft, zu der gleich fünf Seen gehören, sowie einer erstaunlich vielfältigen Tierwelt.
Ich verbrachte eine wundervolle Nacht in der Mihingo Lodge, spektakulär gelegen auf einem Felsvorsprung mit Blick über die weite Savanne. Schon beim Eintreffen wurde ich von der Ruhe, der Weite und der natürlichen Eleganz des Ortes in den Bann gezogen. Vom Infinity Pool der Lodge aus konnte ich beobachten, wie Zebras, Impalas, Warzenschweine und Büffel zum Wasserloch unterhalb der Terrasse kamen – ein fast surreales Erlebnis.
Die Mihingo Lodge bietet ein vielseitiges Programm an Aktivitäten, die direkt in die umliegende Wildnis führen. Besonders beeindruckend war die Möglichkeit einer Walking Safari, bei der man zu Fuß – in Begleitung eines Guides – den Tieren ganz nah kommt. Auch Reitsafaris werden angeboten, eine absolute Besonderheit in Uganda. Auf dem Rücken der Pferde durch die Savanne zu reiten, während Zebras und Elands friedlich neben einem grasen, ist ein Gefühl von Freiheit pur. Wer es sportlicher mag, kann sich auch auf eine Mountainbike-Tour durch die Akaziensavanne begeben. Und für alle, die die nächtliche Seite der Wildnis erleben möchten, bietet sich eine Night Game Drive an – mit etwas Glück zeigt sich sogar ein Leopard im Scheinwerferlicht.
Der Park beherbergt eine Vielzahl an Tieren: Zebras, Impalas, Elands, Büffel, Warzenschweine, Buschböcke, Flusspferde und – mit etwas Glück – auch Hyänen oder Leoparden. Die kompakte Größe des Parks macht ihn ideal für intensive Wildtierbeobachtungen in kurzer Zeit. Die Kombination aus der Ruhe und Schönheit der Mihingo Lodge und den unmittelbaren Naturerlebnissen im Lake Mburo Nationalpark machte diesen Teil meiner Reise zu einem wunderbaren Abschluss voller Eindrücke, Wildnis und Erholung.
Tag 8 – Rückfahrt nach Entebbe
Ein langer Reisetag lag vor uns – die Rückfahrt nach Entebbe, vorbei an weiten Hügellandschaften, Dörfern und kleinen Märkten am Straßenrand. Während die Landschaft langsam an uns vorbeizog, wurde uns bewusst, wie viel wir in diesen Tagen erlebt hatten – und wie schnell die Zeit vergangen war.
Für eine kleine Stärkung hielten wir an einem Straßenstand, wie man sie überall in Uganda findet. Dort kauften wir gegrillten Reis im Palmblatt – herrlich duftend, leicht geräuchert – und Cassava, ein in Ostafrika weit verbreitetes Wurzelgemüse. Cassava, auch Maniok genannt, wird meist geschält, gekocht oder gebraten und erinnert geschmacklich ein wenig an Kartoffel, aber mit einer dichteren, stärkeren Konsistenz.
Frisch vom Grill schmeckt Cassava überraschend gut – leicht nussig, sättigend und rustikal. Doch ein kleiner Hinweis für Neulinge: Wer zu lange darauf herumkaut, wird schnell merken, dass Cassava jede Menge Feuchtigkeit aufsaugt. Ein Fläschchen Wasser sollte also griffbereit sein – denn trotz des guten Geschmacks kann der Genuss schnell zur trockenen Angelegenheit werden.
So fuhren wir weiter – mit vollem Bauch, klebrigen Fingern und einem leichten Lächeln – dem Ende einer unvergesslichen Reise entgegen.
Tag 9 – Ein entspannter Abschiedstag am Viktoriasee
Bevor am Abend mein Rückflug anstand, nutzte ich den letzten vollen Tag, um Entebbe noch ein wenig auf eigene Faust zu erkunden – gemütlich, ohne Zeitdruck, aber mit vielen kleinen Erlebnissen.
Ich machte mich zu Fuß auf den Weg zum Botanischen Garten, einer grünen Oase direkt am Viktoriasee gelegen. Hier weht stets eine angenehme Brise vom Wasser herüber, während Affen durch die Bäume turnen und exotische Vögel zwischen den Blüten fliegen. Es lohnt sich, ein wenig Bargeld dabeizuhaben – nicht nur für den Eintritt, sondern vor allem für den kulinarischen Höhepunkt: frisch gefangener Tilapia, knusprig gegrillt und mit Beilagen serviert. In den kleinen, einfachen Lokalen am Seeufer schmeckt dieser Fisch wie sonst nirgends – ehrlich, bodenständig, köstlich. Kartenzahlung ist hier allerdings nicht möglich, daher: Cash nicht vergessen!
Nach dem Essen schlenderte ich noch über einen kleinen Markt ganz in der Nähe. Zwischen bunten Stoffen, Holzschnitzereien und Schmuck entdeckte ich wunderschöne, handgemachte Keramikschalen, die ich mir als Andenken mitnahm – ein Stück Uganda für Zuhause. Zurück in meine Unterkunft, das charmante The Boma, ging es stilecht mit einem Motorradtaxi. Für umgerechnet gerade einmal 2 Dollar sauste ich durch die Straßen Entebbes – den Fahrtwind im Gesicht, die Geräusche der Stadt im Ohr, und ein gutes Gefühl im Bauch. Ein perfekter Abschluss für eine unvergessliche Reise.
Als am Abend das Flugzeug abhob und der Viktoriasee langsam unter mir verschwand, fiel es mir schwer, die vielen Eindrücke in Worte zu fassen. Uganda hatte mich überrascht, berührt und tief beeindruckt – mit seiner herzlichen Gastfreundschaft, seiner wilden, ungezähmten Natur und den Begegnungen, die sich nicht planen lassen, aber für immer bleiben.
Von dichten Dschungelpfaden im Bwindi Nationalpark über stille Savannen im Lake Mburo bis hin zu duftendem Straßenessen und warmen Gesprächen in Entebbe – jeder Moment dieser Reise hatte seine eigene Farbe, seinen eigenen Klang. Ich kam mit Neugier – und ging mit einem Herzen voller Geschichten.
Uganda ist kein Land, das man einfach nur besucht. Es ist ein Land, das man fühlt. Zwischen roten Erdpisten, dampfenden Märkten, tiefen Blicken eines Silberrückens und dem Lachen von Kindern am Straßenrand.
Ich nehme viel mit – Erinnerungen, Erfahrungen, handgemachte Keramikschalen, den Geschmack von Tilapia... aber vor allem: eine neue Perspektive.
Und vielleicht ist das das Schönste am Reisen: Man kommt als Gast – und geht als Teil von etwas Größerem.





























