Giraffe

Afrika Reise Blog - Urlaub mit Venter Tours

Botswanas Ur-Volk - Die San

Trinkender San

Einer der wenigen Stämme, die der Industrialisierung und Vertreibung im südlichen Afrika getrotzt haben, ist der Stamm der San, welcher häufig mit den Khoikhoi als Khoisan zusammengefasst wird.

Im Gegensatz zu allen anderen Menschen der Welt, deren Erbgut nahezu fließend ineinander übergeht und so alle Kulturen miteinander verbindet, lässt sich das Erbgut der San klar von ihren schwarzafrikanischen Nachbarn abgrenzen. Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass die San eines der ältesten Völker der Welt sind. Uneinig ist man sich lediglich darüber, ob sie das südliche Afrika erst seit 10.000 oder doch schon seit 25.000 Jahren besiedeln.

San-Frau mit Baby

Unbestritten ist jedoch, dass die DNA der San weltweit einzigartig ist, weshalb die Vorfahren der  heutigen San genetisch isoliert gelebt haben mussten. Die typischen äußerlichen Merkmale der San sind unter anderem eine relativ geringe Körpergröße mit maximal 1,40 bis 1,60 Metern Höhe, weswegen sie häufig auch als Pygmäen bezeichnet wurden, mit denen sie jedoch in keinem Zusammenhang stehen. Außerdem haben sie eine gelblich-braune Hautfarbe, die zumeist runzelig ist, hervorstehende Wangenknochen sowie das sogenannte Filfil, was auch als Pfefferkornhaar bezeichnet wird.

Einst besiedelten die San weite Teile der Erde und kamen aufgrund ihres mobilen Lebensstils als Jäger und Sammler sogar bis nach Äthiopien und Somalia. Doch vor etwa 1000 Jahren  begannen Bantu-Stämme die San in unwirtliche Gegenden zu verdrängen. Und auch durch die niederländischen Gouverneure fanden seit der Gründung Kapstadts im Jahr 1652 regelmäßige Vernichtungszüge gegen die in der Kapregion lebenden San statt. Zufluchtsort für die Überlebenden, die nicht durch Europäer versklavt wurden um auf deren Farmen zu arbeiten, war die Kalahari.

Die deutsche Schutztruppe ging im Anschluss an den Krieg gegen die Herero 1904 im Gebiet der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, ähnlich gegen den Stamm der San vor.

Lediglich in Botswana hatten die Buschmänner keine systematische Verfolgung durch Europäer zu fürchten, litten jedoch Ende der 1990er Jahre unter den auftretenden Menschenrechtsverletzungen und Vertreibungen.

San auf dem Weg zur Jagd

Von den einst 300.000 bis 400.000 San leben heute nur noch etwa 100.000 San im südlichen Afrika.

Dabei bildet das Central  Kalahari Game Reserve, das 1961 als Schutzgebiet für Buschmänner und Wildtiere gegründet wurde, ihr wichtigstes Rückzugsgebiet. Doch der Anteil derer, die hier und auch im restlichen Afrika noch auf traditionelle Art und Weise leben, ist heute nur noch gering. Die meisten San arbeiten heute als Arbeiter auf Farmen.

In der traditionellen Lebensweise der San gibt es kein übergeordnetes Führungssystem und keine formale Rechtsprechung. Alle Arbeiten werden nach Geschlechtern aufgeteilt wobei die Großwildjagd ausschließlich den Männern vorbehalten bleibt. Alle Belange, die die Gruppe betreffen, wie zum Beispiel ein angestrebter Ortswechsel oder die Planung der Jagd werden gemeinschaftlich entschieden und aufgrund der individuellen Erfahrungen und Kenntnisse getroffen.

Gejagt wird mit Pfeil und Bogen sowie mit Wurfspeeren, wobei die Pfeile mit der braunen Flüssigkeit aus dem Körper gesammelter Diamphidia-Larven vergiftet werden, um so zum Beispiel Antilopen zu erlegen.

Die San sind außerdem hervorragende Fallenbauer, so werden unter anderem auch Fallgruben, Schwerkraftfallen, Schlingen und Fangkrale zum Fangen kleinerer Wildtiere eingesetzt. Die älteste Jagdmethode der Welt ist die Ausdauerjagd, bei derer der Mensch in Punkto Ausdauer fast allen Säugetieren überlegen ist. Die San erlegen so auch heute noch Zebras oder Steinböcke, indem sie das Wild schlichtweg zu Tode hetzen, weil dieses irgendwann entkräftet zusammenbricht.

Nur beim Gedanken daran, einem Tier stundenlang hinterherzulaufen, kriege ich schon Atemnot… Aber die Frauen werden ja ohnehin eher mit dem Sammeln von Nüssen, Wurzeln und Beeren betraut und fangen höchstens gelegentlich ein Kleintier wie etwa einen Hasen.

Traditionelles Feuermachen der San

Nach einer erfolgreichen Jagd wird die Beute grundsätzlich gemeinschaftlich aufgeteilt. Ein Handel im üblichen Sinne findet nicht statt, alle Güter wie zum Beispiel Waffen, Wassergefäße aus Straußeneiern und Leder werden sowohl innerhalb der Gruppe als auch außerhalb der Gruppe bei gegenseitigen Besuchen als Geschenke überreicht.

Die Gruppen setzen sich nach persönlichen Vorlieben zusammen, wobei verwandtschaftliche Beziehungen dabei eine untergeordnete Rolle spielen. Wer gegen die moralischen Grundsätze verstößt, muss schlimmstenfalls damit rechnen, aus der Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden. Aber auch ohne traditionellen Handel haben die San ihre eigenen Zahlungsmittel. Sie schneiden aus den Schalen der Straußeneier kleine Scheibchen heraus, schleifen diese rund, machen mittig ein Loch und ziehen diese auf Schnüre. Dadurch  entstehen die kostbaren Buschmannperlen, die zu den ältesten traditionellen Zahlungsmitteln in Afrika gehören.

Ausgrabungen in Ostafrika ergaben, dass diese mindestens seit 7.000 vor Christus in Gebrauch waren. Damit  ist dieses Zahlungsmittel älter als das auf etwa 2.000 vor Christus datierte erste vormünzliche Kaurigeld.

Eine große Rolle spielen auch die Religion und der Glaube der San. So verdanken wir ihnen die unglaublich beeindruckenden Felsenmalereien unteranderem an den Tsodilo Hills, welche die bisher ältesten je entdeckten Felsenmalereien der Welt sind. Diese Malereien erzählen die Geschichte der San vor tausenden Jahren, an dem Ort, wo sich die Geister ihrer Ahnen befinden…

Für interessierte Botswana-Reisende werden von unterschiedlichen Lodges Ausflüge mit den San in den Busch angeboten. Diese sind ein unvergessliches Erlebnis und bieten den Ureinwohnern Botswanas die Möglichkeit, ihre Traditionen und Kultur zu erhalten.

Einige Lodges, in deren Focus diese Begegnungen mit den San stehen, findet Ihr auf unserer Seite
"Hotels - Camps - Lodges"

Auch Katja Venter hat die San schon besucht

Der ehemalige Sänger der britischen Band "Busted" Charlie Simpson hat vor einiger Zeit die Single "Walking with the San", die er zusammen mit Einwohnern der San aufgenommen hat, herausgebracht. Dafür besuchte er das Dorf Grashoek im Nordosten Namibias. Und dieses Lied geht wirklich unter die Haut!

Kommentare (0)

Schreibe den ersten Kommentar
Neuen Kommentar schreiben
Ja, ich möchte auch den monatlichen Afrika-Newsletter bestellen.

Wir beraten Sie zu Rundreisen und Safaris in Südafrika, Botswana, Namibia, Sambia, Simbabwe, Malawi, Tansania, Kenia, Uganda, Ruanda sowie Wellnessorte am Indischen Ozean, wie Afrika Urlaub auf Mauritius, Mosambik, Madagaskar, Seychellen und Sansibar. Buchen Sie eine Erlebnisreise mit uns...