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Die Tsodilo Hills oder Geister mit Gerechtigkeitssinn


Ihr denkt jetzt sicher: „Was haben alte Felsenmalereien und Geister gemeinsam und was haben diese angeblichen Geister mit Gerechtigkeit zu tun?“

Nun ja, die Tsodilo Hills in Botswana sind halt ein besonderer Ort, ein besonders magischer und faszinierender Ort mit einer langen Geschichte…

Weltweit gibt es unzählige Felsenmalereien, die von Menschen aus schon längst vergangenen Zeiten und in den unterschiedlichsten Gebieten geschaffen wurden, doch eines haben sie alle gemeinsam, sie erzählen eine Geschichte. Die höchste Konzentration an Felsmalereien und die wahrscheinlich ältesten und am besten erhaltenen Zeichnungen entdeckten Archäologen an den Tsodilo Hills in der Kalahari Wüste im nordwestlichen Botswana ca. 53 km von Shakawe entfernt.

Diese imposanten Hügel bestehen aus insgesamt vier Felsen unterschiedlichster Größe und erstrecken sich über eine Fläche von ca. 10 Quadratkilometern. Der größte unter ihnen ist der männliche Hügel „Male Hill“, gefolgt von dem weiblichen Hügel „Female Hill“ und dem Hügel des Kindes „Child Hill“. Ein wenig abseits gelegen befindet sich der „North Hill“, der einer Legende zu folge die streitlustige erste Ehefrau des „Male Hill“ sein soll, von der er sich wegen einer jüngeren Frau getrennt hat. Nun ja, solche Trennungen sind also wohl keine Erfindung der heutigen Zeit...

Ihren Namen „Tsodilo“ verdanken die Hügel vermutlich dem Geräusch des Wüstensandes, der vom Wind getragen ein leises Flüstern von sich gibt, denn „Tsodilo“ heißt so viel wie „der Fels, der flüstert“. Bereits vor rund 30.000 Jahren siedelten hier die ersten Menschen, das lässt sich aus den Felsmalereien und anderen archäologischen Funden schließen. Für die San, die in dem Gebiet lebenden Buschmänner, sind die Tsodilo Hills ein heiliger Ort, denn dort soll ihrem Glauben nach die Welt entstanden sein und die Geister ihrer Ahnen sollen sich noch immer an diesem Ort befinden. Geologische Forschungen haben ergeben, dass einige der Gesteinsformationen etwa eine Milliarde Jahre alt sind und die über 4.000 vorwiegend ockerfarbenen Malereien aus der Spätsteinzeit und Eisenzeit stammen und vermutliche von den San selbst gefertigt wurden. Die Zeichnungen geben Einblicke in das Leben der Menschen der letzten 10.000 Jahre und dessen Veränderungen durch die örtlichen Umwelteinflüsse. Zum Großteil handelt es sich bei den Felsenmalereien um Tierzeichnungen, die vor allem in der Nähe des „Female Hills“ zu finden sind.

Die gesamt Region wurde 2001 von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt und wird sogar als „Louvre der Wüste“ bezeichnet. Seit Jahrtausenden ist es in der Region der Tsodilo Hills verboten zu jagen und Legenden zu folge werden Verstöße mit großem Unglück bestraft. So geschah es auch, dass der Schriftsteller Sir Laurens van der Post, der die Hügel und ihre Malereien als erster als „Louvre der Wüste“ bezeichnete, einen Entschuldigungsbrief formulierte und diesen unter einer Zeichnung am Felsen vergrub. Doch wieso tat er das? An diesem Punkt sind wir bei den Geistern mit dem bereits erwähnten Gerechtigkeitssinn angekommen. In seinen Büchern berichtet er von unerklärlichen Ereignissen nahe der Tsodilo Hills, unteranderem davon, dass elektronische Geräte versagten und die Reisegruppe von Bienen attackiert worden sei. Er vermutete, dass der Grund dafür bei einigen Gruppenmitgliedern lag, die unerlaubt jagten und so den Ärger der Ahnen auf sich gezogen hatten. Die Stelle, an der er den Brief vergrub wurde anschließend nach ihm benannt.

Für alldiejenigen, die jetzt Lust bekommen haben sich dieses eindrucksvolle Erbe der San in natura anzusehen ein kleiner Tipp: Besucht diesen magischen Ort auf eurer Reise durch Botswana am besten in den Monaten zwischen April und Oktober, denn in der Zeit davor und danach kann es in der Region unerträglich heiß werden.

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