Giraffe

Ol Pejeta - Tierschutz in Kenia

Nashorn in Ol Pejeta

Von einer Rinderfarm im kolonialen Kenia zu einem einzigartigen Schutzprojekt.… die Geschichte von Ol Pejeta

Ol Pejeta ist das größte Schutzgebiet für Spitzmaulnashörner in Ostafrika und Heimat von den letzten drei verbleibenden nördlichen Breitmaulnashörnern auf der Welt.

Außerdem leben in diesem Schutzgebiet die einzigen Schimpansen Kenias – Schimpansen, die in erster Linie vom Schwarzmarkt gerettet wurden.

Doch nicht nur dem Artenschutz hat sich Ol Pejeta verschrieben, auch die Menschen im Umkreis finden Unterstützung, in dem sich das Projekt für bessere Bildung, Gesundheit und Infrastruktur einsetzt. Dabei deckt Ol Pejeta den Großteil seiner Betriebskosten aus eigenen kommerziellen Mitteln, von denen 80 % mit  70.000 Besuchern pro Jahr aus dem Tourismus stammen.
Einen wesentlichen Bestandteil der Einnahmen machen auch Fundraising und Spenden aus – Einnahmen, die direkt in den Erhalt und die Entwicklung der Gemeinschaft fließen.

Für diese Engagement wurde Ol Pejeta im Jahr 2014 von der Weltnaturschutzunion IUCN  (International Union for Conservation of Nature) auf die Grüne Liste aufgenommen. Die Grüne Liste wurde im Jahr 2012 eingeführt, um Naturschutzgebieten internationale Anerkennung zu verleihen, die sich besonders erfolgreich dem Erhalt der Natur widmen.

Safari in Ol Pejeta
Nashörner

Doch wie wurde Ol Pejeta zu diesem einzigartigen Schutzprojekt?
Die Geschichte von Ol Pejeta beginnt in den frühen 1940er Jahren als Rinderfarm, deren Besitzer Lord Delamere,  einer der ersten und einflussreichsten britischen Siedler in Kenia war. Überhaupt war die Farm nicht nur als Rinderfarm erfolgreich, sondern auch durch seine Besitzer während der Kolonialzeit bekannt. Berühmt berüchtigt war zum Beispiel Adnan Khashoggi, ein Milliardär Türkisch-saudi-arabischen Waffenhändler und Geschäftsmann.

In den späten 1960er Jahren hatte die Großwildjagd die Tierpopulation in erheblichem Maße dezimiert und Elefanten und Nashörner waren massiv bedroht. Und trotzdem die Elefantenjagd in Jahr 1973 verboten wurde, war deren Population weiter rückläufig. Mit Besorgnis beobachtete Ol Pejetas Vorbesitzer, Lonrho Afrika, diese Entwicklung und gründete 1988 das Sweetwaters Game Reserve als Schutzgebiet für Nashörner und andere Wildtiere. Nach und nach wurde das Gebiet auf 90.000 Acres erweitert und bekam seinen heutigen Namen Ol Pejeta.

Im Jahr 2003 wurde Ol Pejeta von Fauna und Flora International und einem Wohltäter gekauft und wird seitdem als Unternehmen im Sinne des Naturschutzes geführt.

Und ja, Ol Pejeta ist einen Besuch wert!

Mit den schneebedeckten Gipfeln des Mount Kenya als Kulisse ist eine Safari im größten Nashorn-Schutzgebiet so einzigartig wie vielfältig. Hier kann man die Big Five treffen und hautnahe Begegnungen mit Elefanten, Wildhunden, Löwen, Hyänen, Büffeln sind garantiert.

Für jeden Besucher Ol Pejetas ist es jedoch besonders berührend, auf das nördliche Breitmaulnashorn zu treffen, das eines der bedrohtesten Tiere der Welt ist. Jedem wird hier bewusst, dass diese drei Exemplare die letzten auf der ganzen Welt sind. Das Männchen Sudan und zwei Weibchen haben jedoch ein Alter erreicht, in dem eine natürliche Vermehrung ausgeschlossen scheint. Wissenschaftler weltweit diskutieren derzeit deshalb über Möglichkeiten, das nördliche Breitmaulnashorn doch noch zu retten.

Bleibt zu hoffen, dass sie einen Weg finden. Denn bis dahin wird wohl jeder, der diese urzeitlichen Tiere gesehen hat, mit einem beklemmenden Gefühl zurückbleiben… es könnte nämlich das letzte Mal gewesen sein!

Nashorn ganz dicht

Kommentare (1)

  1. Francis Bee am 26.04.2019
    Oh, wie schrecklich ist das denn ?! Ich habe auch im TV schon davon gehört und ich finde es unfassbar, dass man eine Population nur wegen eines Horns ausköscht. Die Raffgier mancher Menschen hat anscheinend nur ein Ende, wenn alles verschwunden hat. Dabei wäre die Herstellung von Horn so einfach: alle abgeschnittenen Haare, Finger- und Fußnägel sammeln, zerreiben und als Pulver verkaufen ... wer es mag, darf das dann auch gerne verschlucken (bäh ! - was ich bei Tierhorn auch nicht besser finde) und dann ohne sich schludig fühlen zu müssen. Aber dieser Hickhack um das Horn eines Rhinos oder Elefantenstoßzähne (als Ersatz sind alle anderen Zähne von Tieren hervorragend geeignet - schon verstorbene natürlich) oder Seebären u.a. und Tigerknochen (gemahlen gibt es keinen Unterschied zu anderen Tierknochen ... und man könnte auch auf verstorbene Tiger in Zoos zurückgreifen - gute Einnahmequelle für diese und die Jagd ist unnötig).
    Ich fordere eine Übershcwemmung des Marktes mit meinen Idee-Angeboten. Dann hört der Handel von alleine auf, weil es sich nicht mehr lohnt.
    Nebenher muss die wirtschaftliche Grundlage in den afrikanischen Ländern geändert werden (VEN hat da genügend Vorschläge, wei man die Wirtschaft in Afrika stäken kann - ein Politikum, was aufrüttelt).

    Ich hoffe die Rhinos sind noch zu retten.
    vg Francis Bee
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