Mein. Dein. Afrika.
Afrika Reisen mit Venter Tours

Fynbos - Eine Kleingruppenreise entlang der Garden Route - 11/2015

Die Reisegruppe

 

Ja, eine Gruppenreise, die ist lustig....

Okay, ich weiß der Spruch geht etwas anders, aber für Gruppenreisen trifft das eben auch zu.
Vom 16.11. bis 27.11 war ich deshalb mit einer unserer Kleingruppenreisen – der „Fynbos“ unterwegs entlang der Garden Route. Insgesamt waren wir acht Reisende –
und wie das manchmal so ist: Wir sind uns als Fremde begegnet und trennten uns als Freunde.

 

Nachdem ich bereits am Flughafen in Johannesburg drei meiner Mitreisenden getroffen habe und wir in Kapstadt von unserem Reiseleiter Zayd herzlich begrüßt wurden trafen wir in unserem Hotel nach einer kleinen Verschnaufpause auch schon den Rest der Gruppe. Hier war dann auch ganz schnell klar: Die Chemie stimmt! Unser Gruppenabenteuer konnte also starten. 

An diesem ersten Abend stand ein Besuch im Goldrestaurant auf dem Programm - ein erstes Highlight.
Nach einer gemeinsamen Trommel-Session – und ja, nach einer halben Stunde hat man dabei auch das Gefühl, Sport gemacht zu haben – hatten wir uns das 14-Gänge-Menü der kap-malayischen Küche aber auch verdient.

Am nächsten Tag sollte eigentlich der Tafelberg auf dem Programm stehen, doch das schlechte Wetter erforderte leider eine Planänderung. Also machten wir uns auf zum Kap der Guten Hoffnung – dem südwestlichsten Punkt Südafrikas –, wo uns trotz des Regens und Windes tolle Ausblicke erwarteten. Immer wieder musste ich auf den Auslöser der Kamera drücken. Aber auch die schönsten Fotomotive lassen ein Hungergefühl nicht verstummen. Es war also Zeit für ein unglaublich gutes Mittagessen mit allerlei Fisch und Meeresfrüchten.

Danach führte uns der Weg zur Pinguinkolonie am Boulders Beach. Sicher kennen alle dieses Bild, auf dem sich Hunderte von Pinguinen auf einem kleinen Strandabschnitt tummeln. Und genau dieser Anblick bot sich uns auch – Pinguine soweit das Auge reicht. Und so possierlich diese Tiere auch sind, an deren Geruch muss sich so eine menschliche Nase erst gewöhnen.

Am späten Nachmittag zurück im Hotel angekommen, hatte jeder den restlichen Tag zur freien Verfügung.
Zeit also, Kapstadt ein wenig auf eigene Faust zu erkunden.

Kap der Guten Hoffnung
Das Schild am Kap der guten Hoffnung
Pinguinkolonie am Boulders Beach

 

Nach diesem ersten Tag mit Wind und Regen und gefühlten 15 Grad erwartete uns der nächste Morgen mit perfektem Sonnenschein. Es war soweit: Der Tafelberg rief und wir brachen auf! Auf dem Tafelberg in Kapstadt muss man einfach gewesen sein und so sehen das auch alle anderen Kapstadt-Touristen. Somit mussten wir etwas warten, um mit der Gondel den Weg nach oben anzutreten. Natürlich kann man den Tafelberg auch zu Fuß erklimmen, aber das schien uns doch zu beschwerlich – bei der Hitze (ja, das Wetter schlägt schnell um). Oben angekommen, erwarteten uns der fantastischste Ausblick auf Kapstadt. Was soll ich sagen? Sorry an das Kap der Guten Hoffnung: Das hier war noch großartiger!

Mit der Gondel auf den Tafelberg
Birgit auf den Tafelberg
Blick über Kapstadt

 

Kaum zu glauben, wie schnell die Tage in Kapstadt verflogen sind! Ich hatte das Gefühl, noch nicht mal einen Bruchteil dessen, was Kapstadt zu bieten hat, gesehen zu haben. Aber es half nichts, die Tour musste weitergehen.
Und so erwartete uns das Weinland. In Paarl besuchten wir das Sprachendenkmal, das mit seiner futuristischen Architektur einen starken Kontrast zu dieser doch recht lieblichen Umgebung bildete. Apropos lieblich: Das gilt allerdings auch für das Städtchen Paarl. Na gut, Paarl ist eigentlich gar kein Städtchen, sondern mit rund 70.000 Einwohnern gar nicht so klein, aber mit seinen historischen Gebäuden und seiner wunderschönen Eichenallee hat es einen nahezu dörflichen Charakter.

Weiter ging es nach Stellenbosch – der zweitältesten Stadt Südafrikas. Das überschaubare Zentrum erkundeten wir auf eigene Faust und trafen uns doch alle zum Mittagessen im selben Restaurant - zufällig. Danach musste noch ein kleiner Abstecher in den legendären Kramerladen Oom Samie Se Winkel sein. Wohlgemerkt dieser Laden, in dem es nahezu alles gibt, ist 111 Jahre alt! Und irgendwie fühlt man sich auch in das Jahr 1904 versetzt, wenn man das Geschäft betritt.

Für die kommende Nacht erwartete uns das Devon Valley Hotel in der Nähe von Stellenbosch. Dieses Hotel – was soll ich sagen? Eigentlich hatte ich ja beschlossen, den Rest meines Lebens an diesem Ort zu bleiben! Aber ich sehe ein: Auch andere müssen dieses fantastische Domizil erleben können. Wie steht es in der Reisebeschreibung – „ein Ort der Ruhe und Erholung“?
Genau so ist es! Diese Aussicht, diese Zimmerausstattung..... und diese freistehende Badewanne (der keiner der weibliche Gäste widerstehen konnte)! Statt den Rest meines Lebens blieben wir hier leider nur eine Nacht...

Umgebung von Paarl
Jacaranda-Baum in Stellenbosch
Blick vom Devon Valley Hotel

 

... Und fuhren am nächsten Tag nach Hermanus, der Walhauptstadt Südafrikas. Hier ließ uns leider das Wetter wieder im Stich und Dauerregen vermieste uns das schöne Hermanus. Nicht einmal einen Wal haben wir gesehen! Zwar war die Walsaison ohnehin schon fast vorüber, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Dafür war das Abendessen in einem Fischrestaurant ein echtes Highlight. Kaum zu glauben, es gab auch Gäste, die eine Fischplatte für 2 geschafft haben!

Am nächsten Morgen hatte der Regen aufgehört und die Gelegenheit war günstig, an der Promenade ein letztes Mal nach Walen Ausschau zu halten. Aber auch jetzt war weit und breit keiner zu sehen. Dafür boten sich aber tolle Fotomotive bei fantastischem Licht.

Hermanus
Fotografin auf Stein in Hermanus
Steinerne Walflosse in Hermanus

 

Aber wir mussten weiter. Eine weite Fahrstrecke lag vor uns, denn unser heutiges Ziel war Oudtshoorn, in dessen Nähe wir eine Straußenfarm besuchen wollten. Dort angekommen hatten wir eine kleine Führung und erfuhren viel über Strauße. Wussten Sie zum Beispiel, dass ein Strauß durch jeden Intelligenztest fallen würde? All dieses neu erworbene Wissen hielt uns aber nicht davon ab, uns anschließend ein saftiges Straußensteak schmecken zu lassen.

Outeniqua Berge
Straußeneier
Strauß

 

Nach einer ruhigen Nacht im „De Zeekoe“ führte unser Weg uns weiter nach Knysna.
Unterwegs besuchten wir noch die Cango Caves, diese beeindruckenden Tropfsteinhöhlen....von denen ich leider zu wenig gesehen habe. Ja, ich gebe zu, ich bin etwas klaus­t­ro­pho­bisch und diese Luft in den Höhlen trug dazu bei, dass mir plötzlich gar nicht mehr gut war. Ich musste also gehen – und kann nun nur vom Hörensagen berichten. Meine Reisegefährten waren nämlich total begeistert. Sie bezeichneten den Moment, als die Frau, die durch die Höhlen führte, anfing, die südafrikanische Nationalhymne zu singen – und das bei dieser Akustik – als einen der beeindruckendsten der ganzen Reise. Und ich war nicht dabei – schade...

Das schöne, an der Garden Route gelegene, Knysna empfing uns bei schönstem Sonnenschein und lud uns ein, seine kleinen Geschäfte an der Waterfront zu erkunden. Und da das Bummeln durch Geschäfte ja auch hungrig macht.... war das nächste Fischrestaurant die Location unserer Wahl.

Am nächsten Tag stand ein Ausflug zum Featherbed Naturreservat auf dem Programm – für mich eines der Highlights auf dieser Reise. Mit der Fähre fuhren wir zum Naturreservat und dann wurde gewandert: Bei diesen Ausblicken habe ich allerdings mehr gestanden, als dass ich mich wirklich vorwärts bewegt hätte. Ich konnte mich einfach nicht satt sehen – und die Kamera konnte nicht aufhören, Bilder zu machen. Und so gehörte ich zu den letzten, die beim Mittagessen eintrafen.

Die Waterfront von Knysna
Knysna Heads
Lagune von Knysna

 

Als totales Kontrastprogramm besuchten wir am Nachmittag ein Township von Knysna. Hier bekommt man doch noch einmal eine andere Seite Südafrikas zu Gesicht. Und auch wenn man schon viel darüber gelesen hat, ist es etwas anderes, in einem zu sein und eine unmittelbare Ahnung davon zu bekommen. Was nicht bedeuten soll, dass alles nur bedrückend war: Es war sogar ganz niedlich, zu sehen, wir brav sich die Kinder angestellt haben, um auch ja ein paar Süßigkeiten abzubekommen.
Auch die kleinen Erfolgsgeschichten der Leute vor Ort haben mich zum Teil wirklich beeindruckt.

Blick über Knysna vom Township aus
Freundliche Begrüßung im Township
Kinder warten auf Süßigkeiten

 

Weiter ging es zum Tsitsikamma-Nationalpark und wieder diese Küste mit seiner tosenden Brandung. Was für ein Bild! Hier hatte ich ja eigentlich vor, mich vor dem Betreten der Hängebrücke über dem Storms River zu drücken. So wackelige Angelegenheiten sind ja leider auch nicht so ganz mein Ding. Aber wie das immer so ist: wenn alle das machen....
... Dann mach ich das vielleicht mal besser auch (mir sollte ja nicht wieder was entgehen). Und was soll ich sagen: Es war auch gar nicht so schlimm! Die Wanderung zur Brücke hatte übrigens ein bisschen etwas von einer Wanderung durch den Regenwald.

Unsere Herberge für diese Nacht war das Tsitsikamma Village mit seinem ganz eigenen kap-holländischen Charme. Hier musste man einfach gut schlafen!

Tsitsikamma Nationalpark
Hängebrücke über dem Storms River
Das Tsitsikamma Village Inn

 

Es war kaum zu glauben, aber die Tage unserer Reise waren schon gezählt. Am nächsten Morgen machten wir uns auf den Weg nach Kariega - der letzten Station unserer Tour und dem Hunger auf Pirschfahrten.
Auf dem Weg nach Kariega machten wir noch einen Abstecher in den Addo Elephant Park. Leider sahen wir nicht so viele Elefanten wie wir es uns vorgestellt hatten. Aber vielleicht war die Zeit auch einfach zu kurz.
Denn wir mussten weiter – die Wildnis rief.

Nach einem Mittagessen in Kariega ging es auch schon los, unsere erste Pirschfahrt. Das Wetter ließ uns an diesem Nachmittag schon etwas im Stich, aber gemessen an dem, was noch kommen sollte, will ich mich mal nicht beschweren.
Immerhin sahen wir Herden von Elefanten, ein Nashorn und viele Antilopen. Wir waren also erfolgreich.

Addo Elephant Park
Addo Elephant Park mit Blick auf die Küste
Erste Pirschfahrt in Kariega

Am nächsten Morgen um 6 Uhr ging es direkt auf zur nächsten Pirschfahrt und das Wetter meinte es wirklich gut mit uns.
Wieder kreuzten unzählige Tiere unseren Weg, sogar Löwen. Na gut, die Löwen kreuzten nicht wirklich unseren Weg. Die lagen eigentlich nur faul rum. Aber so konnten wir deren Anblick ja so richtig genießen.
Später am Vormittag stand eine Bootsfahrt nach Kenton-on-Sea auf dem Programm. Nein, nicht so eine gemütliche, sondern richtig mit Speed – so mit Mütze vom Kopf geweht und so. Nach dieser Bootstour zum Strand und gefühlt 100 gemachten Fotos, war es leider mit dem schönen Wetter schon wieder vorbei. Es begann zu regnen – und zwar wie aus Eimern. Und so blieb es auch den ganzen Nachmittag. Damit fiel die Pirschfahrt am Nachmittag buchstäblich ins Wasser. Einige von uns wagten sich zwar trotzdem hinaus, mussten aber doch völlig durchnässt aufgeben. Tiere waren natürlich auch weit und breit nicht zu sehen.
Zwar ließ es sich in der Kariega River Lodge auch so sehr gut aushalten, aber schade war es trotzdem. Zumal für die meisten von uns am nächsten Tag schon die Abreise bevorstand.

Aber es gab ja noch eine letzte Chance, am Morgen des nächsten Tages wenigstens noch ein paar Tiere zu beobachten. Doch es wurde nicht besser. Nach einer durchregneten Nacht sah es auch am Morgen leider nicht viel besser aus. Aber eine Pirschfahrt musste noch sein – und wurde doch noch mit tollen Tierbegegnungen belohnt.

So war dann auch der Zeitpunkt des Abschieds gekommen. Nach so viel Erlebtem fühlt es sich gar nicht an, als wäre man nur 10 Tage gemeinsam unterwegs gewesen, sondern viel länger. Und: Man begegnete sich als Fremde und trennte sich als Freunde.

Löwe in Kariega
Blick auf den Bushman’s River
Muschelnsammeln in Kenton-on-Sea